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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit zwei Privatsammlungen, in denen das Material Glas im Vordergrund stand, hatte Lempertz in Köln den Geschmack des Publikums getroffen. Bei den übrigen Sparten des Kunsthandwerks ließ die Kauffreude dann manchmal merklich nach

Mit päpstlichem Segen



Pedro Onofre Cotto,  Wanderer in südlicher Landschaft (Die Flucht nach Ägypten)

Pedro Onofre Cotto, Wanderer in südlicher Landschaft (Die Flucht nach Ägypten)

Es war eine Auktion für eine spezielle Leidenschaft: Zum Auftakt der vergangenen Herbstsaison versteigerte Lempertz die Sammlung an Hinterglasmalerei von Gisela und Wolfgang Steiner. Jahrzehntelang hatten sie die bedeutendste europäische Privatkollektion zu diesem Genre aufgebaut, sie bei Ausstellungen in Österreich, Italien und Deutschland präsentiert und auch die wissenschaftliche Bearbeitung dieses Themas initiiert und sich selbst daran beteiligt. Die 95 Objekte, die das Ehepaar dem Kölner Auktionshaus anvertraut hatte, waren daher auch begehrte Waren: 80 von ihnen wanderten in neue Hände und erzielten bei den günstigen Taxen nicht selten satte Wertzuwächse. So schnellte Pedro Onofre Cottos südliche Landschaft mit Wanderern, bei denen der Spanier wohl die Heilige Familie bei der Flucht nach Ägypten gemeint hat, von 4.000 Euro auf 17.000 Euro, eine elegante Gesellschaft in Neapel auf einer Terrasse am Meer, mit der Johann Wolfgang Baumgartner um 1740 einem Kupferstich Melchior Küsels folgte, von gleicher Basis etwas gemütlicher auf 11.000 Euro. Baumgartner überzeugte zudem mit einer gleichaltrigen venezianischen Vedute nach einer Vorlage aus dem vierten Teil von Johann Wilhelm Baurs „Iconographica“ bei taxkonformen 10.000 Euro.


In die Fünfstelligkeit drang noch Johann Peter Abesch mit einer exquisit gemalten alttestamentlichen Szene „Die Verurteilung der Susanna“ um 1721 nach dem Gemälde Antoine Coypels mit 13.000 Euro vor (Taxe 5.000 bis 15.000 EUR). Seine Tochter Anna Barbara Abesch gesellte sich mit der Allegorie „Alles ist eitel“ in Gestalt einer jungen vornehmen Dame, die sich mit zahlreichen Geschmeiden ausstaffiert, bei 2.800 Euro hinzu (Taxe 2.500 bis 8.000 EUR). Ein Paar Bataillen von Daniel und Ignaz Preissler in Eglomisé-Technik mit radiertem Blattgold vor Schwarz schlugen bei den anvisierten 7.000 Euro zu Buche, ebenso Nikolaus Michael Spenglers Genredarstellung „Die Ökonomin“ von 1757 bei ihrer Arbeit am Tisch mit 5.500 Euro oder eine mit „Philbert. Des. crajpiers. Paris. 1661“ beschriftete „Verkündigung Mariens“ mit 7.500 Euro, die als das einzige bekannte signierte und datierte Exemplar der französischen Hinterglaskunst des 17. Jahrhunderts gilt. Günstiges Objekt der Steiner-Sammlung war eine Allegorie der Asia für 600 Euro, mit welcher der in Tirol ab 1750 tätige, noch nicht identifizierte „Meister mit der Rocaille“ seitenverkehrt einer Stichvorlage des Augsburger Verlegers Johann Georg Hertel d.Ä. folgte (Taxe 500 bis 2.000 EUR).

Auch die zweite geschlossene Privatsammlung, die bei Lempertz am 16. November auf dem Programm stand, konnte sich sehen lassen. Von den rund 130 Positionen zur Glaskunst des 20. Jahrhunderts nahmen die Kunden fast Dreiviertel mit und kürten eine rauchfarbene Schale, die Emile Gallé im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts mit einer Gottesanbeterin in einem Blütenstängel verziert hat, bei 9.000 Euro zur Spitzenreiterin (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Von dieser Bewertung aus stieg eine kugelige Vase der böhmischen Firma Johann Lötz Witwe in typischem, silbrig irisierendem Phänomen-Dekor mit gelben und manganfarbenen Aufschmelzungen auf 7.500 Euro. Aus dem reichhaltigen Murano-Angebot taten sich die drei Exemplare der blätterartigen Vase „Ritagli“ von Fulvio Bianconi mit ihren sich überlappenden vertikalen Glasstreifen in unterschiedlichen Farbstellungen mit Zuschlägen bis zu 2.800 Euro leicht (Taxe je 1.500 bis 2.000 EUR), ebenso Carlo Scarpa rot-schwarze Glasschale „murrine canoe“ um 1940 in einer Ausführung von 1993 bei 3.800 Euro (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR).

Altes Silber

Der 17. November gehörte mit zwei Katalogen dem Kunsthandwerk. Prall gefüllt war die Abteilung „Silber, Porzellan, Fayence“ am Vormittag, die kaum Wünsche offenließ, aber angesichts der schieren Menge selektiv nachgefragt wurde. Die anspruchsvoll bewerteten Objekte taten sich mehrheitlich schwer. So ging bei den über 300 Silberwaren nur etwas mehr als die Hälfte weg, und einige Favoriten hatten das Nachsehen, darunter ein Renaissance-Deckelhumpen, den der Augsburger Meister Hans Reiser um 1560 mit Darstellungen der Göttinnen Venus, Diana und Pallas Athene nach Stichvorlagen von Virgil Solis in Medaillons, mit graviertem Beschlagwerk und Fruchtgebinden aufwändig gestaltet hat (Taxe 70.000 bis 80.000 EUR), der Nürnberger Akeleipokal mit ausgeprägten Buckeln und großem Schmeck von Hans Beutmüller aus den 1610er Jahren (Taxe 25.000 bis 28.000 EUR), oder ein staatliches Girandolenpaar des Empire, für das sich die beiden Augsburger Goldschmiede Johann Alois Seethaler und Friedrich Ernst Dassdorf 1824/25 zusammengetan haben (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).

Beliebter waren Objekte aus dem Ostseeraum. So verabschiedete sich als erstes ein um 1620/30 von Peter Quistorp hergestellter Rostocker Deckelhumpen mit Diamantbuckeln bei 26.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR), danach eine etwas jüngere, leicht gebuckelte Deckelkanne von Jakob Lange aus Reval, dem heutigen Tallinn, bei 19.000 Euro (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR). Potente Sammler aus dem Baltikum erwarben eine um 1710 von Heinrich Meyer aus Libau gefertigte Deckelkanne mit einem Allianzwappen auf Kugelfüßen für gute 24.000 Euro (Taxe 16.000 bis 20.000 EUR) und ihr fast identisches, aber 1698 etwas aufwendiger gestaltetes Pendant des Rigaer Meister Heinrich Leyse d.J. für 27.000 Euro (Taxe 22.000 bis 25.000 EUR). Aus dem Norden beteiligte sich noch der Hamburger Clauß Sülßen II mit einem Stangenbecher zum Mindestgebot von 15.000 Euro, in den er um 1640 ovale Kartuschen in Knorpelwerkrahmen mit alternierenden Architekturdarstellungen und Kostümfiguren nach Vorlagen aus Abraham Bosses „Le Retour du Baptême“ graviert hatte.

Das höchste Ergebnis beim Silber erzielte der museale Akeleipokal des Marktgerichts Pyrbaum in der Oberpfalz mit dem gravierten Stadtwappen und dem Wappen der Reichsfreiherren von Wolfstein. Für 40.000 Euro an der unteren Schätzgrenze wechselte der Pokal, in dessen Deckel der Nürnberger Reinhold Riel noch die in den 1660er Jahren amtierenden Pyrbaumer Richter, Kämmerer und Schöffen verzeichnet hatte, in bayerischen Privatbesitz. Die reiche Augsburger Gold- und Silberschmiedetradition hatte in Heinrich Mannlichs ausladender Schauplatte mit dem vielfigurigen Gastmahls des Belsazar von 1688/89 bei 20.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR), in ihrer kleinen Schwester, die Johann Mittnacht I um 1695/99 mit der Begegnung zwischen Alexander dem Großen und der Amazonenkönigin Thalestris gestaltet hat, bei 12.000 Euro (Taxe 12.000 bis 14.0000 EUR), in einer tiefroten Achatschale, die Matthäus Baur II um 1700 mit einem godronierten Standring und zwei Volutenhenkeln gefasst hat, bei 6.000 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR) und einer Lavabogarnitur mit überschäumender Rokokozier von Johann Wilhelm Dammann um 1751/53 bei 13.500 Euro ihre Höhepunkte (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Nach Dresden ging es mit einem schlichten Leuchterpaar Carl David Schrödels um 1770, das einst in der sächsischen Hofsilberkammer stand, für taxgerechte 12.000 Euro, und nach Straßburg mit einem frühklassizistischen Présentoir für den Prinzen Montbazon von Johann Jacob Kirstein aus dem Jahr 1775 für 10.000 Euro an der unteren Taxgrenze.

Internationales Flair verbreitete eine italienische Privatsammlung, die unter anderem ein großes Weihwasserbecken mit Madonnendarstellung des römischen Meisters Antonio Politi um 1730 für 12.500 Euro (Taxe 13.000 bis 15.000 EUR) oder ein ungewöhnliches Schreibset um 1820 in Kugelform mit Tintenfass, Streubüchse und kleiner Schale sowie zwei Tritonen als Schaftfiguren des Florentiner Meisters Gaetano Guadagni für 7.000 Euro zu bieten hatte (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR). Der Italiener interessierte sich aber auch für französische Waren, etwa für die nun 13.000 Euro teure Ecuelle mit Allianzwappen in einem Lederfutteral von Jacques-Joseph Giraud aus Marseille um 1722/24 (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR) oder für ein Girandolenpaar des Empire samt geflügelten Löwen, Palmettendekor und Pharaonenmasken des in Paris tätigen Marie-Joseph-Gabriel Genu um 1800, das sich bei 13.000 Euro davonmachte (Taxe 13.000 bis 16.000 EUR). Dass auch vordergründig unscheinbare Objekte ihren Reiz auf die Sammler ausübten, bewiesen ein wohl deutscher, rötlich-cremefarbenen marmorierter Achatlöffel mit Vermeilmontierung vom Anfang des 17. Jahrhunderts bei 8.000 Euro (Taxe 1.200 bis 1.800 EUR) oder ein Bisamapfel der Renaissance um 1600, den die Bieter von 4.000 Euro auf 20.000 Euro hoben.

Porzellan und Fayencen

Bei der mit 226 Positionen bestücken Porzellanabteilung legte die Abnahmequote auf fast 60 Prozent zu. Doch auch hier blieben die höher taxierten Stücke liegen, darunter die frühe Meißner Kaffeekanne aus Böttger-Steinzeug nach einem Modell von Johann Jakob Irminger und mit einer bemerkenswert gut erhaltenen floralen Lackbemalung, die dem Dresdner Hoflackierer Martin Schnell um 1710/15 zugeschrieben ist (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), oder das ebenso seltene Tee- und Kaffeeservice für zwei Personen, das Andreas Philipp Oettner in den 1760er Jahren für die kurmainzische Manufaktur Höchst mit kindlich-drolligen Personen à la Watteau staffiert hatte (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Auch ein Zugpferd wie Johann Joachim Kändler konnte mit seinem musealen Meißner Pilgerpaar in blauen Kleidern von 1741/42 diesmal nichts ausrichten (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

So besetzte der Meißner Modelleur Johann Friedrich Eberlein mit seiner prachtvollen Deckelterrine um 1742/43 samt Blumenkohl-, Spargel- und Erbsenschotenknauf aus dem Tafelservice für Heinrich Graf Brühl bei 14.000 Euro den ersten Platz beim Porzellan. Beachtung bei der Meißner Manufaktur fanden zudem eine frühe Deckeldose mit Blattrelief um 1710/13 in rotem Böttgersteinzeug bei 4.600 Euro, deren Form noch dem Dresdner Hofsilberschmied Johann Jakob Irminger zugeschrieben wird (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR), eine kleine Augustus Rex-Vase mit Konturchinesen wohl von Johann Ehrenfried Stadler um 1730 bei 4.400 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) oder Kändlers Paar kleiner Schüsseln aus dem Tafelservice für den Grafen Sulkowski mit dessen Allianzwappen bei 6.500 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und seine um 1745/50 ausgeführte Figur des lachenden Vogelstellers bei 5.000 Euro (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR). Auch eine Meißner Tabatiere um 1750/60 mit mehreren erzieherischen Szenen nach grafischen Vorlagen, unter anderem nach Dietricy, musste einem Abschlag auf 6.600 Euro hinnehmen (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Andere Porzellanfirmen hatten desgleichen mit nicht allzu hoher Kauflaune zu kämpfen. So endeten die Gebote für ein sechzehnteiliges Tafelservice mit Früchten und Blumen der Frankenthaler Manufaktur von 1786 schon bei 7.500 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), für ein etwa zeitgleich entstandenes Solitaire aus der Porzellanmanufaktur Gotha mit zarten Blumenbouquets und purpurfarbenem Vermicelli-Dekor an den Schultern bei 8.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Ein große Platte der Porzellanmanufaktur Nymphenburg um 1760/70, deren prachtvolle Bemalung mit Blumen und Schmetterlingen wohl von Joseph Zächenberger stammt, gab sich mit 4.200 Euro zufrieden (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR), Simon Feilners „Kussleuchter“, auf dem sich ein junges Schäferpaar zum Küssen zuneigt, ein Modell für Höchst um 1753, mit 7.000 Euro (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR).

Überhaupt kein Interesse weckte Joseph Niggs Porzellangemälde mit einem farbleuchtenden Blumenstillleben von 1832 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Die Kaiserliche Porzellanmanufaktur Wien konnte dann aber mit einem Paar Trembleusen in Holzoptik mit grafischen Quodlibet-Motiven von 1793 bei 2.600 Euro (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR) oder mit der Bildtasse „Versöhnung der Römer mit den Sabinern“ nach Peter Paul Rubens um 1730/40 bei 1.600 Euro punkten (Taxe 800 bis 1.000 EUR). Bei den Fayencen kletterte die Zuschlagquote dann auf gute 71,4 Prozent. Ertragreichstes Objekt war ein verspielter Trompe l’œil-Teller mit langen Rettichen, den wahrscheinlich die Manufacture de Sceaux in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts produziert hat, bei 4.300 Euro (Taxe 800 bis 1.000 EUR).

Kunstkammerobjekte und Möbel

Bei den Möbeln und Kunstkammerobjekten, die zuletzt bei Lempertz auf dem Programm standen, ließ die Kauflaune spürbar nach. Die losbezogene Verkaufsrate lag nur bei knapp 40 Prozent. Zahlreiche Höhepunkte mussten wieder den Heimweg antreten, etwa alle drei Emailobjekte aus Limoges, darunter eine Pierre Reymond zugeschriebene Kanne mit dem biblischen Motiv „Moses und die eherne Schlange“ (Taxe 45.000 bis 50.000 EUR), dann noch ein skandinavischer Elfenbein- und Wurzelholzpokal des 17. Jahrhunderts (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR), der Himmels- und Erdglobus von Matthäus Greuter aus den 1630 Jahren (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder die italienische, überbordend gravierte Schraubdose aus Elfenbein des 17. Jahrhunderts (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Bei den veräußerten teuren Stücken zeigte sich ebenfalls eine auffallende Zurückhaltung. So konnte ein Interessent den um 1600/10 datierten und reich mit Arabesken, Blumenvasen, Vögeln, Blüten, Bandwerkranken und zwei Karyatiden verzierten Überbauschrank aus der Kölner Werkstatt Melchior von Rheidts schon für 25.000 Euro mitnehmen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Noch deutlicher war der Abschlag bei einem opulenten, wohl Mailänder Pokal aus Bergkristall des 17. Jahrhunderts mit feinstem Jagddekor und mythologischen Szenen in Tiefschnitt auf 22.900 Euro (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Bei einer Mainzer Tabernakelaufsatzkommode mit Bandelwerk-Marketerie um 1720/30 regte sich mit 26.000 Euro etwas mehr Kauflaune (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), doch schon die etwas jüngere Dresdner Kommode mit einer Würfelmarketerie aus Palisander und Nussholz gab dann wieder deutlich auf 12.000 Euro nach (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR). Eher bei günstigen Möbeln griff die Kundschaft beherzt zu, etwa bei einer kleinen, geschmackvollen zweischübigen Kommode aus Paris um 1770, gestempelt von Jean-Baptiste Fromageau, für 6.500 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder bei einer etwas älteren Pariser Schreibkommode aus dem späten Rokoko mit fünf flachen Schüben für 7.000 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Die Uhren stellten das teuerste Objekt des Auktionsteils: eine von David Buschmann um 1660/64 exquisit gefertigte Augsburger Säulenuhr, bei der sich ein kleiner fliegender Putto um die Säule windet und damit die Zeit anzeigt, für 52.000 Euro (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Ebenso skulptural und museal war eine Tischuhr mit dem massiv in Silber getriebenen Gehäuse „Atlas mit Himmelsglobus“ auf rotem Marmorsockel von Alexis Falize aus Paris um 1860. Doch 110.000 bis 130.000 Euro waren einfach zu viel. Ein ähnliches Verhalten zeigte sich bei den drei feinen Mikromosaikbildern aus dem frühen und mittlernen 19. Jahrhundert. Während eine Wildschweinjagd vermutlich von Gioacchino Barberi (Taxe 45.000 bis 50.000 EUR) und die Giacomo Raffaelli zugeschriebenen Wasserfälle von Tivoli liegenblieben (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR), spornte die Ansicht der Engelsburg und des Vatikans über dem Tiber bei Sonnenuntergang eines unbekannten Mosaikkünstler die Bieter zu 42.000 Euro an. Vielleicht hatte das Wappen von Papst Pius IX. auf dem originalen Bronzerahmen daran einen gewissen Anteil (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



02.02.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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