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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Das Berliner Auktionshaus Grisebach setzte bei der Kunst des 19. Jahrhunderts auf die deutsche Romantik. Was bei Caspar David Friedrich funktionierte, schlug bei Philipp Otto Runge fehl

Kryptochristologische Weihnacht



Caspar David Friedrich,  Alte Elbbrücke bei Meißen, frühestens 1816

Caspar David Friedrich, Alte Elbbrücke bei Meißen, frühestens 1816

Caspar David Friedrich gilt als Inbegriff der deutschen Romantik. Seinen 250. Geburtstag im September dieses Jahres nehmen seine Geburtsstadt Greifswald, die großen Kunstzentren Hamburg, Berlin und Dresden, aber auch abgelegene Orte wie Schweinfurt und Winterthur, die mit ihren Friedrich-Sammlungen punkten können, zum Anlass für umfangreiche Präsentationen und prall gefüllte Veranstaltungsprogramme, die das Kunstpublikum anlocken sollen. Mit von der Partie war schon der Versteigerer Grisebach, der bei seinen Dezember-Auktionen das öffentlichkeitswirksam beworbene, letzte verfügbare Skizzenbuch aus der Hand Caspar David Friedrichs offerieren konnte. Dass im aktuellen Friedrich-Fieber für die 33 Seiten mit Bleistiftzeichnungen nach der Natur aus dem Jahr 1804 ein guter Preis erzielt werden würde, lag in der Luft: Trotz eines Verfahrens zur Unterschutzstellung als nationales Kulturgut langte ein anonymer Käufer bei taxgerechten 1,45 Millionen Euro zu und zahlte mit Aufgeld schließlich 1,82 Millionen Euro.


Grisebach hatte das Skizzenbuch prominent in die Auktion „Ausgewählte Werke“ platziert. Doch auch bei der „Kunst des 19. Jahrhunderts“ gab es weitere Zeichnungen Caspar David Friedrichs, die für hohe Preise sorgten. Eine sächsische Privatsammlung trennte sich von seiner unscheinbaren „Wolkenstudie in bergiger Landschaft“ um 1803 zur unteren Schätzung von 50.000 Euro, und für die exakter ausgeführte und aquarellierte „Alte Eblbrücke bei Meißen“ aus den späten 1810er Jahren musste ein Interessent dann 200.000 Euro berappen (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Damit war in der Auktion vom 30. November aber schon der Höhepunkt erreicht. Denn trotz musealer Weihen wurde Philipp Otto Runges „Bildnis des Bruders Jakob Runge“ von 1801 seiner Favoritenrolle nicht gerecht. Die attraktive Zeichnung des im Profil verewigten Bruders mit einem beseelten Blick in die Ferne bei meisterhaft atmosphärischem Einsatz der schwarzen und weißen Kreide hätte 250.000 bis 350.000 Euro einspielen sollen.

Trotz einer guten losbezogenen Verkaufsrate von 68,3 Prozent verlief die Versteigerung etwas glücklos. So musste Grisebach auf einige Highlights verzichten, etwa Friedrich Nerlys abendliche Stadtsilhouette von Venedig mit einem Blick von den Giardini Pubblici auf die Kuppeln von San Giorgio Maggiore, Santa Maria della Salute und dem Glockenturm von San Marco, die von der Auktion zurückgezogen wurde (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR), oder blieb auf anderen Werken sitzen: Franz Ludwig Catels „Dominikanernonnen in einer Klosterkapelle bei Nacht mit Blick in einen Garten mit Brunnen“ um 1820/24 (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR), Charles-François Daubignys „Peintre à son Chevalet, Auvers“ von 1843 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und das zweite Künstlermotiv mit einem kleinen Zeichner auf riesigen Felsen, das Théodore Rousseau gemalt haben soll (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), oder Alexandre Calames Schweizer Bergwelt „Gorge de montagnes éclairées au soleil couchant“ traten wieder den Heimweg an (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Aber es gab auch Gewinner. Einer von ihnen war der Münchner Realist Fritz von Uhde. 1890 malte er eine einsame Frau mit Korb auf einem schneebedeckten Feldweg unter einem dunklen bleiernen Himmel. Kaum etwas deutet auf ein religiöses Motiv hin, wäre da nicht der kaum sichtbare Heiligenschein, der die Frau als schwangere Muttergottes ausweist, die trübsinnig dem heiligen Joseph nachblickt, der noch auf der Suche nach einer Herberge ist. Uhdes „Heiliger Abend“ kletterte von 50.000 Euro berechtigterweise auf 75.000 Euro. Zwei Berliner Künstler dieser Epoche standen ebenfalls in der Gunst des Publikums: Adolph von Menzel überzeugte mit seiner Kreidestudie zu Henrich von Kleists Drama „Der zerbrochene Krug“ bei 8.500 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Anton von Werner schloss sich mit der Skizze zweier barocker Adeliger zu dem zerstörten Wandgemälde „Krönung Friedrichs III. von Brandenburg zum König Friedrich I. in Preußen am 18. Januar 1701 in Königsberg“ bei 6.500 Euro an (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Von dieser Basis aus schoss eine mit Bleistift flott skizzierte Naturstimmung an der Côte d’Azur von Pierre Bonnard auf 11.000 Euro.

Landschaftliches aus dem Süden war zudem noch in Gestalt von Louis Gurlitts reizender Ölstudie „In der Römischen Campagna“ um 1845 bei 4.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) oder Heinrich Reinholds sommerlicher Berggegend oberhalb von Subiaco bei 22.000 Euro gefragt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), während seine aquarellierte Zeichnung „Die Myrafälle bei Muggendorf“ in Niederösterreich von 1817 verschmäht wurde (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Johann Christian Klengels sympathische frühromantische „Landschaft mit Hirtin und Vieh unter Bäumen“ von 1796 erreichte ihre obere Schätzgrenze von 7.000 Euro, Eugen Bracht die seine mit dem impressionistischen, grün gesättigten Landschaftsausschnitt am Hahnenbach im Hunsrück von 1898 bei 6.000 Euro. Franz von Lenbachs charmanter kleiner „Bauernjunge mit Angel über der rechten Schulter“, ein frühes Werk aus der Studienzeit des späteren Münchner Malerfürsten, reüssierte bei 9.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Carl Holsøes Figurenstudie mit der Rückenansicht einer Magd mit großem Kupfertopf in einem beinahe leeren „Köksinteriör“ blieb indes an der unteren Erwartung von 10.000 Euro hängen, ebenso Jean Antoine Théodore Gudins reges Treiben auf dem Canal Grande rund um die Rialtobrücke an 8.000 Euro.

Gut vertreten war in der Auktion die symbolistische Kunst aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Aus der mythologischen Welt von Richard Wagners Parsifal übernahm Hans Thoma 1899 sein Motiv der „Gralsburg“. Die Gralsritter in roten Mänteln, die zu der warm aufleuchtenden, heilsversprechenden Felsenburg hoch über einem grünen Tal reiten, erzielten anständige 48.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Bei Ludwig von Hofmann stand dann die holde Weiblichkeit im Vordergrund. Seine ins Wasser stürmenden „Frauen am Meer“ von 1908 orientierten sich an der unteren Schätzung von 16.000 Euro, ebenso wie ihr ruhiges Pendant, ein stilisierter „Stehender Weiblicher Akt“ auf schwarzem Grund mit Blütengirlanden, an 25.000 Euro. Hoch hinaus ging es für Osmar Schindlers nur mit einer Schürze bekleideten, feschen, jungen Bildhauer: er vervierfachte seine Preisvorstellungen auf 12.000 Euro. Bei Richard Müller war der Zuspruch dann geteilt. Während sich sein „Mädchenakt mit Ritter in Rüstung“ von 1925, der wieder einmal seiner seltsamen erotischen Fantasie entsprang, taxgerecht bei 50.000 Euro platzierte, mochte sich für seinen „Fliegenden mit Fledermaus“, einen nackten Jüngling, der hoch über den Wolken einer überdimensionierten Fledermaus folgt, bei 40.000 bis 60.000 Euro niemand erwärmen.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com

Startseite: www.grisebach.com



09.02.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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30.11.2023, Kunst des 19. Jahrhunderts

Bei:


Grisebach

Bericht:


Die Grandezza der Zeichnung

Kunstwerk:

Franz von Lenbach, Bauernjunge mit Angel über der rechten Schulter, um 1857
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Kunstwerk:

Osmar Schindler, Der junge Bildhauer
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Kunstwerk:

Caspar David Friedrich, Wolkenstudie in bergiger Landschaft, um 1803
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Kunstwerk:

Adolph von Menzel, Studie zu Henrich von Kleist: „Der zerbrochene Krug“, vor 1877
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Kunstwerk:

Ludwig von Hofmann, Frauen am Meer, 1908
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Kunstwerk:

Caspar David Friedrich, Karlsruher Skizzenbuch, 1804
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Caspar David Friedrich,  Karlsruher Skizzenbuch, 1804

Caspar David Friedrich, Karlsruher Skizzenbuch, 1804

Taxe: 1.000.000 - 1.500.000 EURO

Zuschlag: 1.450.000,- EURO

Losnummer: 10

Adolph von Menzel,  Studie zu Henrich von Kleist: „Der zerbrochene Krug“, vor 1877

Adolph von Menzel, Studie zu Henrich von Kleist: „Der zerbrochene Krug“, vor 1877

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

Losnummer: 135

Caspar David Friedrich,  Wolkenstudie in bergiger Landschaft, um 1803

Caspar David Friedrich, Wolkenstudie in bergiger Landschaft, um 1803

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 120

Richard Müller,  Mädchenakt mit Ritter in Rüstung, 1925

Richard Müller, Mädchenakt mit Ritter in Rüstung, 1925

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 153

Ludwig von Hofmann,  Frauen am Meer, 1908

Ludwig von Hofmann, Frauen am Meer, 1908

Taxe: 16.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 163

Heinrich Reinhold,  Landschaft oberhalb von Subiaco

Heinrich Reinhold, Landschaft oberhalb von Subiaco

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 114

Pierre Bonnard,  Landschaft

Pierre Bonnard, Landschaft

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 146

Anton von Werner,  Figurenstudien, 1886

Anton von Werner, Figurenstudien, 1886

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 137

Osmar Schindler,  Der junge Bildhauer

Osmar Schindler, Der junge Bildhauer

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 162

Franz von Lenbach,  Bauernjunge mit Angel über der rechten Schulter, um 1857

Franz von Lenbach, Bauernjunge mit Angel über der rechten Schulter, um 1857

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 148

Fritz von Uhde,  Der Heilige Abend, 1890

Fritz von Uhde, Der Heilige Abend, 1890

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 75.000,- EURO

Losnummer: 145

Hans Thoma,  Die Gralsburg, 1899

Hans Thoma, Die Gralsburg, 1899

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 48.000,- EURO

Losnummer: 152

Ludwig von Hofmann,  Stehender weiblicher Akt

Ludwig von Hofmann, Stehender weiblicher Akt

Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 25.000,- EURO

Losnummer: 164




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