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Münster zeigt die bislang größte Munch-Schau

Psychische Ausdrucksdramatik in neuen Techniken



Edvard Munch, Das kranke Kind I, 1896

Edvard Munch, Das kranke Kind I, 1896

Das Aufbrechen der in Salons und Akademien erstarrten malerischen Konventionen zählt zu den herausragenden künstlerischen Leistungen des Norwegers Edvard Munch (1863-1944). Der bedeutendste Maler und Grafiker des nordeuropäischen Landes griff in all seinen Arbeiten künstlerische Entwicklungen auf, denen er auf seinen Reisen begegnete, und entwickelte sie mit eigenen Vorstellungen weiter. In Frankreich begegnete er der Kunst Toulouse-Lautrecs, van Goghs und Gauguins. Häufig werden Munchs Werke mit den Fauves in Verbindung gebracht. Teilweise sind Blätter mit symbolistischen Inhalten und geschwungenen Linienführungen dem Jugendstil zuzurechnen. Eine direkte Bildsprache, das Aufgreifen innerer Empfindungen sowie Farb- und Formzuspitzungen ließen Munch auch zum Vorbild der Expressionisten werden.



Die Ausstellung im Westfälischen Landesmuseum in Münster besteht ausschließlich aus grafischen Arbeiten des Künstlers. Von daher mag es zunächst überraschen, dass die Bilder mit der Gewichtigkeit und optischen Isolierung einer Gemäldeschau präsentiert werden. Doch für eine Kabinettausstellung erweisen sie sich bei näherem Hinsehen als ungeeignet. Allein aufgrund ihrer Größe und Fernwirkung müssen die Werke in weiten Abständen hängen. Mit ihren frontalen Motivausstrahlungen in den Raum hinein sind die Drucke auch nicht auf Nahsichtigkeit angelegt.

Thematisiert werden die großen und oft tabuisierten Lebenserfahrungen wie Einsamkeit, Liebe, Eifersucht, Pubertät, Alter, Krankheit und Tod. Munch sah in der eigentlichen Aufgabe der Kunst die Ergründung der menschlichen Seele. Sein Ziel war es, innere Vorgänge zu artikulieren und nicht, wie bei den Impressionisten, äußere optische Phänomene zu beschreiben. Der Künstler wollte unbedingt den Naturalismus überwinden und nicht nur wiederzugeben, was man sieht. Das, was man gesehen hat, die sogenannten inneren Bilder, die im Gedächtnis eines jeden existieren, bestimmen seine Sujets. In Auseinandersetzung mit Künstlern und Kunstströmungen gelangte Munch zu höchst individuellen Lösungen für sein künstlerisches Anliegen. Besonders die druckgrafischen Techniken erschienen ihm als das optimale Medium für seine prägnanten Formulierungen. Seit er 1894 in Berlin zur Druckgrafik fand und erste Lithografien und Radierungen entstanden, folgten ab 1896 Farblithografien und Holzschnitte. Dabei ging er außerordentlich innovativ und experimentierfreudig mit den Techniken, Materialien und Bildträgern um.

Munch verkürzte über mehrere Stufen seine Sujets bis hin zu fast abstrakter Zeichenhaftigkeit. Dabei gelangte er zu einer ungewohnt experimentellen Handhabung der grafischen Drucktechniken. Mit einer Laubsäge zersägte er beispielsweise die Holzplatten an den Konturen. Die einzelnen puzzleartigen Bestandteile konnten so verschiedenfarbig eingefärbt werden, was die emotionalen wie signalhaften Farbeisätze erleichterte. Von realistischen Kohlezeichnungen gelangte der Künstler zu blockhaften, plakativen Urformen von großer Ausdruckskraft. Die Maserungen des Holzes ließ er bewusst mit einfließen. Form und Landschaft verschmelzen zu einer Einheit, die ganz auf den inneren Ausdruck konzentriert ist.

Alles ist nahe und vorne im Bild zu sehen; die Distanz zum Betrachter wird überwunden. Die überschaubaren, von einer unmittelbaren Direktheit gekennzeichneten Formen sind zeichenhaft vereinfacht. Man stellt weiche, offene Konturen, geheimnisvolle Schattenzonen sowie viel subtil Angedeutetes fest, dass der Betrachter mittels eigener Vorstellungen vollenden muss. Einerseits sind Munchs Figuren klar abgegrenzt, andererseits organisch mit der Landschaft verbunden. Die Frau steht stets im Zentrum der symbolistisch aufgeladenen Bilder.

Hervorzuheben unter den in fünf Räumen zusammengefassten Themenspektren sind die Porträts. Unter den Selbstbildnissen ist das erste und bekannteste Munchs zu sehen, in dem er sich 1895 mit einem skelettierten Arm zeigt. Natürlich fehlen auch Harry Graf Kessler, Friedrich Nietzsche, Richard Strauss und andere Berühmtheiten nicht. Auch seine erste Auftragsarbeit, die Mappe für seinen ersten Mäzen Dr. Max Linde ist ausgestellt. Häufig verweilte der Künstler in der Lübecker Villa des Augenarztes und fertigte Porträts der Familie sowie Haus- und Gartenansichten. Auch der weltweit nur noch in wenigen Exemplaren vollständig existierende und daher selten zu besichtigende Zyklus "Alfs og Omega" ist zu sehen. Er ist 1908/09 während eines Klinikaufenthaltes entstanden und erzählt die Geschichte von den ersten Menschen. Alte Themen werden hier verknappt aufgegriffen und auf humorvolle Weise artikuliert. Neu zu entdecken sind insbesondere die humorvollen Tierbilder, die er 1908/09 im Kopenhagener Zoo fertigte.

Alle der ausgestellten 192 Arbeiten stammen aus der Sammlung des Berliner Kupferstichkabinetts, das über die weltweit größte Sammlung dieser Art nach der des Osloer Munch-Museums verfügt. Hält man sich vor Augen, dass auf der ersten Ausstellungsstation in Berlin platzbedingt lediglich 110 Werke zu sehen waren und dass die unter dem Motto "Liebe, Angst und Tod" in 1980/81 in Bielefeld, Kaiserslautern und Krefeld gezeigte, aus Werken des Osloer Munch-Museums gespeiste Schau nur 158 Nummern umfasste, kann sich Münster rühmen, die zahlenmäßig größte Munch-Ausstellung zu präsentieren, die jemals in Deutschland zu sehen war. Da trifft es sich gut, dass die Präsentation mit dem 140. Geburtstag des Künstlers am 12. Dezember zusammenfällt.

Die Ausstellung "Edvard Munch - Das grafische Werk aus dem Berliner Kupferstichkabinett" ist noch bis zum 1. Februar 2004 täglich außer Montag von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2 Euro. Der Katalog kostet an der Museumskasse 25,50 Euro.

Kontakt:

LWL-Museum für Kunst und Kultur

Domplatz 10

DE-48143 Münster

Telefax:+49 (0251) 59 07 21 0

Telefon:+49 (0251) 59 07 01



12.12.2003

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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09.11.2003, Edvard Munch - Das graphische Werk aus dem Berliner Kupferstichkabinett

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 Munch, Affenfamilie, 1908-1909
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Edvard Munch, Affenfamilie, 1908-1909

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Edvard Munch, Junge Frau am Strand (Die Einsame), 1896

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Edvard Munch, Der Kuss IV, 1902

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Edvard Munch, Madonna (Liebende Frau), 1895/1902

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Edvard Munch, Zwei Frauen am Meeresufer, 1898

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Edvard Munch, Selbstbildnis (mit skelettiertem Arm), 1895

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