Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 12.12.2017 Ergebnisse und Nachverkauf Auktion 67: Moderne

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Zeitgenossen bei Lempertz

Farb- und Formspiele



Emil Schumacher, Soman, 1942

Emil Schumacher, Soman, 1942

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. So war es auch auf der Auktion mit zeitgenössischer Kunst bei Lempertz. Eine grandiose Arbeit von Emil Schumacher eroberte den Spitzenplatz just vor dem Beginn einer fulminanten Ausstellung seines Werkes ab Anfang April im niederrheinischen Schloss Moyland. Das mit 120.000 bis 140.000 Euro im Katalog vorgestellte Öl- und Sandbild aus dem Jahre 1962 landete schließlich bei 165.000 Euro. "Soman", so der Titel des mehrfach ausgestellten und in der Fachliteratur aufgeführten Werkes, ist in kräftigem Rot gehalten und reflektiert die für den berühmten Hauptvertreter des deutschen Informel charakteristische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Farbe und Form in den tiefen schwarzen Furchen.



Neun Lose standen am 27. November 2003 von Ernst Wilhelm Nay zur Disposition, in dessen Werkschaffen neben dem Gestaltwert der Farbe insbesondere die Scheibe als Elementarform eine wichtige Rolle spielt. Unter den sechs verkauften Stücken erzielte die "Vierung" von 1964 mit 105.000 Euro den zweithöchsten Wert (Taxe 100.000 bis 110.000 EUR). Das gleichfalls mehrfach auf wichtigen Ausstellungen präsentierte und publizierte Ölbild aus Privatbesitz ist den sogenannten Augenbildern zuzurechnen. Neben schwarzen Scheiben vor gelben und weißem Hintergrund symbolisieren spitzovale Augen, darunter eines in hervorgehobener blauer Farbgebung, das seinerzeitige Schauen ins Weltall.

Besonders hitzig wurde das Bietergefecht bei einem von insgesamt sechs offerierten Werken von Martin Kippenberger. Die Collage mit Zeitungsausschnitt und Öl auf Leinwand "Mädchen verwechselten Pattex mit ihrer Brille" aus dem Jahr 1984 konnte die Schätzung von 28.000 bis 32.000 Euro auf 70.000 Euro mehr als verdoppeln und somit das drittbeste Ergebnis einfahren. Ein unnachgiebiger Saalbieter kämpfte gegen zehn nationale und internationale Telefone, bis auch noch der deutsche Auktionsrekord für ein Werk dieses vielseitigen Exponenten der wildanarchischen Künstlergeneration im Deutschland der 1980er Jahre erreicht war. Alle Arbeiten Kippenbergers, der vergangenen Jahres anlässlich seines 50. Geburtstages in Karlsruhe mit einer großen Retrospektive und als deutscher Beitrag auf der venezianischen Biennale geehrt wurde, konnten mit zum Teil deutlichen Steigerungen abgesetzt werden. So kletterte die farbige Styropor-, Gips- und Gazeskulptur „Familie Hunger“ von 20.000 auf 30.000 Euro oder die Öl- und Latexmischung „Olblomov 2“ von 1990, die einer Landschaft aus der Vogelperspektive ähnelt, von 12.000 auf 20.500 Euro.

Seit der Dieter Roth-Retrospektive in Basel und Köln steht dessen Werk wieder mehr im Mittelpunkt der Wahrnehmung. Davon profitierte auch die Auktion. 13 eigene Arbeiten und zwei Gemeinschaftsarbeiten mit Arnulf Rainer und Daniel Spoerri verzeichnete der Katalog. So erreichte das "Karnickelköttelkarnickel (Scheißhase)" aus getrocknetem und gepresstem Hasenmist 4.500 Euro (Taxe 5.000 EUR), der „Lauf der Welt“ aus staniolverpackten, auf Pappe gedrückten Schokoladenweihnachtsmann und -osterhasen 3.500 Euro (Taxe 3.800 EUR) oder das bunt bemalte Triptychon „Adler“ von 1984/85 7.500 Euro (Taxe 9.000 EUR).

Der weniger bekannte Venezianer Emilio Vedova macht das Quartett der über 50.000 Euro zugeschlagenen Werke komplett. Seine bemalten, mit Eisenscharnieren verbundenen Holzelemente aus 1962/63 bewegen sich mit erzielten 66.000 Euro gleichfalls über der Taxe, die mit 30.000 bis 40.000 Euro von den Experten angesetzt worden war. Durch die Scharniere, an denen sich die bemalten Holzelemente bewegen lassen, greift die Arbeit dynamisch in den Raum. Zu den wenigen Plastiken gehörten auch zwei "Nanas" von Niki de Saint Phalle (Taxe 7.000 und 10.000 EUR, Zuschläge bei 7.000 und 7.500 EUR), die gleichfalls im erwarteten Rahmen verkauft wurden wie "Lambada Theme", eine bewegliche, zweiteilige Edelstahlskulptur von George Rickey. Das über zwei Meter hohe kinetische Kunstwerk erzielte 48.000 Euro (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Bei der Kleinplastik reüssierten zwei bemalte "Farbwege" Otto Herbert Hajeks aus den 1960er Jahren bei 5.200 und 4.200 Euro (Taxen zu 4.000 und 3.000 EUR).

Zu den erfolgreich versteigerten Werken bekannter lebender Künstler gehörten die zehn Offsetlithografien „The Ten Speeches of Gilbert & George“ samt bedrucktem Umschlag des Künstlerduos aus dem Jahr 1971 (Taxe 2.500 EUR, Zuschlag 13.500 EUR), das 1988 gemalte Ölbild "Bühnenstreit" von Markus Lüpertz (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR, Zuschlag 35.000 EUR), Gotthard Graubners dunkel wolkiges Kissenbild von 1986 (Taxe 20.000 bis 24.000 EUR, Zuschlag bei 22.000 EUR) bis hin zu den Neuen Wilden wie Rainer Fetting und Salome, dessen fünfteilige Kunstharzarbeit "Schwimmer" diesmal für 7.500 EUR einen neuen Liebhaber fand (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR).

Doch nicht alles ging in neuen Besitz über. Von den 539 angebotenen Stücken wurden 262 verkauft, was einer zufriedenstellenden Quote von 48 Prozent entspricht. Herbe Rückgänge musste Lempertz mit Hans Hartungs Ölgemälde "T-1962-U38" aus dem Jahre 1962 (Taxe 90.000 bis 100.000 EUR), Eugen Schönebecks kubistisch angehauchtem Frauenporträt aus dem Jahre 1965 (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR) oder Ulrich Rückriems gespaltener und geschnittener Granitskulptur von 1989 hinnehmen (Taxe 90.000 bis 100.000 EUR). Alle Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



05.02.2004

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


27.11.2003, Zeitgenössische Kunst

Bei:


Kunsthaus Lempertz

Kunstwerk:

Dieter Roth, Karnickelköttelkarnickel (Scheißhase), 1972/1987
Dieter Roth, Karnickelköttelkarnickel (Scheißhase), 1972/1987

Kunstwerk:

Otto
 Herbert Hajek, Farbwege 65/1, 1965
Otto Herbert Hajek, Farbwege 65/1, 1965

Kunstwerk:

Martin Kippenberger, Mädchen verwechselten Pattex mit ihrer Pille, 1984
Martin Kippenberger, Mädchen verwechselten Pattex mit ihrer Pille, 1984

Kunstwerk:

Ernst Wilhelm
 Nay, Vierung, 1964
Ernst Wilhelm Nay, Vierung, 1964

Kunstwerk:

Emil Schumacher,
 Soman, 1942
Emil Schumacher, Soman, 1942







Dieter Roth, Karnickelköttelkarnickel (Scheißhase), 1972/1987

Dieter Roth, Karnickelköttelkarnickel (Scheißhase), 1972/1987

Taxe: 5.000,- EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 395

Martin Kippenberger, Mädchen verwechselten Pattex mit ihrer Pille, 1984

Martin Kippenberger, Mädchen verwechselten Pattex mit ihrer Pille, 1984

Taxe: 28.000 - 32.000 EURO

Zuschlag: 70.000,- EURO

Losnummer: 213

Otto Herbert Hajek, Farbwege 65/1, 1965

Otto Herbert Hajek, Farbwege 65/1, 1965

Taxe: 3.000,- EURO

Zuschlag: 4.200,- EURO

Losnummer: 165

Ernst Wilhelm Nay, Vierung, 1964

Ernst Wilhelm Nay, Vierung, 1964

Taxe: 100.000 - 110.000 EURO

Zuschlag: 105.000,- EURO

Losnummer: 297




Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce