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Krefeld feiert das Jubiläum seiner bedeutenden Kunstschule

Staffellauf zum 100. Geburtstag zukunftsweisender Geschmacksveredler



Jan Thorn Prikker, Ausstellungsplakat, 1905

Jan Thorn Prikker, Ausstellungsplakat, 1905

Die allgemeine Entwicklung schlug sich durch bis in die niederrheinische Provinz. Dem rasanten technischen Fortschritt Rechnung zu tragen, eine zeitgerechte, qualifiziert gestaltete Alltagswelt anzustreben sowie damit die internationale Konkurrenz- und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, führte 1904 auch in Krefeld zur Gründung einer Handwerker- und Kunstgewerbeschule. Viele Orte bemühten sich unter dem Vorzeichen des Nationalen um die deutsche Qualitätsarbeit, intensiv unterstützt vom Deutschen Werkbund. Daraus resultierte zwischen 1895 und 1914 eine Welle derartiger Schulneugründungen. In Krefeld war hierbei Friedrich Denecken die treibende Kraft, der dem 1897 gegründeten Kaiser Wilhelm Museum vorstand und Vernetzungen zwischen Handwerk und Technik zur Förderung der Zweckdienlichkeit der Künste anstrebte.



Tausende von Goldschmieden, Malern, Grafikern, Bildhauern, Webern, Keramikern, Kunstschmieden, Architekten, Innenarchitekten, Textilgestaltern, Kunsttischlern, Glasmalern, Bühnenbildnern erhielten bei bedeutenden Meistern ihres Fachs in Krefeld ihre Ausbildung. Einhergehend mit der Lehrtätigkeit an der Schule wurden Künstler von weit überregionaler Reputation vom Kaiser Wilhelm Museum mit Kataloggestaltungen oder Illustrationen zur besseren Geschmacksbildung beauftragt, darunter so bedeutende Leute wie Jan Thorn Prikker, Werkbund-Mitbegründer August Biebricher oder Peter Behrens.

Da der Prophet auch heute noch im eigenen Land nichts gilt, war dringend eine Demonstration vonnöten, die Einfluss und Arbeiten von später berühmt gewordenen Künstlern vorführt. Sie findet zum 100jährigen Jubiläum nun im Kaiser Wilhelm Museum statt. Dass Julius de Praetere (1879-1974) um 1909 das heute noch produzierte Design der "Maggi-Flasche" schuf, dürfte auch vielen Krefeldern bislang nicht bekannt gewesen sein. Die Bedeutung und wechselvolle Geschichte der Schule wird in einem eng mit den Schulaktivitäten verbundenen, heute der modernen Kunst verpflichteten Haus präsentiert. Etabliert wurde das Kaiser Wilhelm Museum eigentlich als Kunstgewerbemuseum, um gleichfalls als Impulsgeber für die heimischen Produkte insbesondere der dominanten Samt- und Seidenindustrie zu dienen. Nachdem die Stätte der Anschauung von Vorbildern vorhanden war, fehlte nur noch die passende Ausbildungsstätte. Hervorgegangen aus einer 1899 gegründeten Vorläufereinrichtung, etablierte sich zum 1. Oktober 1904 die "Crefelder Handwerker- und Kunstgewerbeschule" als städtische Einrichtung unter Aufsicht des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe. Schon der erste Direktor, Carl Wollbrandt, war ein Architekt, was in der Tradition der Reformen auf dem Gebiet der angewandten Künste sowie in der Funktion der Architektur als integrierende Rolle für alle gestalterischen Bereiche fußte.

Welch ausgezeichneten Ruf sich die Schule erarbeitet, zeigt die bloße Auflistung von Namen. Schüler des vom Museumsdirektor Denecken nach Krefeld geholten ersten Lehrers Jan Thorn Prikker waren unter anderem spätere Berühmtheiten wie Heinrich Campendonk, Helmuth Macke, Josef Strater. Schon in der Anfangszeit lehrten hier Persönlichkeiten, die später als Direktoren an andere Kunstgewerbeschulen wechselten oder anderweitige leitende Posten in Unternehmen oder bei Messen erhielten. Wie ausgezeichnet der Ruf des Ausbildungsplatzes war, beweisen die Karrieren zahlreicher Studenten. Schon die Textilkünstlerin Regina Lang, der Bühnenbildner Willy Maywald machten nach ihrem Studium in den 1920er Jahren in der Nachkriegszeit glänzende Karrieren in der Modefotografie. Nach 1970 wiederholte sich dieses Beispiel in der Person von Peter Lindberg. Markus Lüpertz, heute Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie und zu den international berühmtesten deutschen Malern zählend, studierte 1956 bis 1961 hier bei Laurens Gossens.

Nach der Degradierung zur Handwerkerschule in der Zeit des Nationalsozialismus startete man 1948 neu unter der Leitung des Architekten Fritz Gottlieb Winter. Sein Werkschaffen stand für die Wiederaufnahme moderner Tendenzen in der deutschen Nachkriegszeit. Sein von 1949 bis 1975 andauerndes Rektorat stand unter den Vorzeichen hervorragender Öffentlichkeitsarbeit, vielen Ausstellungen und weit überregionalem Wirken. Das neue Fach Keramik gewann schnell eigenständigen und auf die ganze Bundesrepublik ausstrahlenden Glanz. Die Schmuckgestaltung wurde neu belebt. Und die ehemaligen Klassen für Grafik und Wandmalerei wurden mit der Zeit zu Ausbildungsstätten für das, was man heute Kommunikation- und Objektdesign heißt. Das Werk des Grafikers Walter Breker ist noch heute durch zahlreiche Embleme und Firmendesigns alltäglich bundesweit präsent. Fenster des Glasmalers Gustav Fünders, Kunstwerke im öffentlichen Raum von Laurens Gossens oder Keramiken von Paul Dresler besitzen nicht nur am Niederrhein einen herausragenden Ruf. Sie alle lehrten an der Werkkunstschule, wie sich die Lehranstalt nach dem zweiten Weltkrieg nannte. Ähnlich dem Vorkurs am Bauhaus ging damals wie heute ein Grundlagenstudium, die heutige Gestaltungslehre, dem schwerpunktorientierten Hauptstudium voran, was dem ganzheitlichen Anspruch gerecht werden soll. Der Gestalter als Allroundkünstler und Universalist soll so vielfältig wie möglich ausgebildet sein.

In der Folge der Ereignisse um die Ulmer Hochschule für Gestaltung werden gegen Ende der 1960er Jahre auch in Krefeld die ideologischen Auseinandersetzungen und Unruhen heftiger. Das daraufhin eingeführte Modell einer demokratischen Selbstverwaltung förderte weitere Unsicherheit und großes Durcheinander. Als Folge verlor die Schule 1971 ihre Autonomie. Als Fachbereich Design ging sie in die neu gegründete Fachhochschule Niederrhein auf. Die Trägerschaft wechselte von der Stadt auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Architekturabteilung wurde 1971 nach Düsseldorf verlagert, das Industrial Design 1979 nach Essen "wegkonzentriert". Es verblieben das Grafik-, Keramik-, Porzellan-, Objekt- und Textildesign. Heute unterrichten 15 Professoren rund 600 Studenten.

Die Ausstellung im Kaiser Wilhelm Museum zeigt ein wichtiges Kapitel deutscher Designgeschichte in all ihren Höhen und Tiefen. Zwei Drittel der von den eigenen Designern gestalteten, sehr übersichtlich angelegten Schau beschäftigt sich mit dem Zeitabschnitt seit 1971, der Rest mit der Historie. Werkbeispiele aller Lehrenden verdeutlichen ihre fortwährende Reputation. So bleibt zu hoffen, dass es auch in Zukunft gelingen mag, innovative Entwerfer nach Krefeld zu holen.

Die Ausstellung "Staffellauf - 1904 bis 2004. Design von Krefeld aus" läuft noch bis zum 4. Juli und ist täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.

Kontakt:

Kaiser Wilhelm Museum

Joseph-Beuys-Platz 1

DE-47798 Krefeld

Telefax:+49 (02151) 97 55 82 22

Telefon:+49 (02151) 97 55 80



22.06.2004

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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25.04.2004, Staffellauf - Design von Krefeld aus 1904-2004

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Kunstmuseen Krefeld

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Jan Thorn Prikker, Ausstellungsplakat, 1905
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Julius
 Svensson, Anhänger, 1907/11
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Variabilder:

Boris Gorin,
 Gartentisch, 2004
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Fritz G. Winter, Gemeindezentrum Leverkusen-Wiesdorf, 1965–1970
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Variabilder:

Bernd
 Grahl, Bühnenbildentwurf, 2004
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August Biebricher, Rennbahn Krefeld, 1912/13
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Karl-Heinz Modigell, Vasen, 1978–2000
Karl-Heinz Modigell, Vasen, 1978–2000







Julius Svensson, Anhänger, 1907/11

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Boris Gorin, Gartentisch, 2004

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Fritz G. Winter, Gemeindezentrum Leverkusen-Wiesdorf, 1965–1970

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Bernd Grahl, Bühnenbildentwurf, 2004

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August Biebricher, Rennbahn Krefeld, 1912/13

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Karl-Heinz Modigell, Vasen, 1978–2000

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Gerhard Kadow, Raster-B, ca. 1954

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Walter Breker, Ausstellungsplakat, 1962

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