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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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zugeschrieben, Pfauenbank / Peacock bench, Ende 19. Jahrhundert / Marcello Andrea Baccetti

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Ohne Titel, 2016 / Heinz Mack

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Paul Cézannes Aufbruch in die Moderne in Essen

Augenweide mit einzigartigen russischen Leihgaben



Paul Cézanne, Mardi Gras – Fassnacht, 1888

Paul Cézanne, Mardi Gras – Fassnacht, 1888

Mit „Mardi Gras“ - zu Deutsch Fastnacht - wartet gleich zu Beginn einer der Höhepunkte der großen Cézanne-Ausstellung im Museum Folkwang in Essen auf. Dargestellt ist in der selbstbewussten Pose des Harlekins der siebzehnjährige Sohn des Künstlers, der von einem Freund in der Verkleidung des Pierrots begleitet wird. Das bedeutende, 1888 gemalte Figurenbild Paul Cézannes kehrt nach seiner Präsentation in der Berliner Galerie Cassirer im Jahr 1900 erstmals wieder nach Deutschland zurück. Es gehört zum Bestand des Puschkin Museums in Moskau, aus dem noch vier weitere Leihgaben stammen. Im Jahr 1918, während seiner Rosa Periode, nimmt Picasso das Thema erneut auf und malt den „Harlekin mit Halbmaske“. Verstanden als souveräne Antwort auf Cézannes Gemälde, hängen beide Stücke benachbart in der Folkwang-Schau.



Der Einfluss Cézannes ist schon längst allgemein belegt und offenkundig. Doch dank einzigartiger Leihgaben aus Russland - die Eremitage in St. Petersburg schickt elf und das Moskauer Puschkin-Museum fünf Bilder - gelingen in der internationalen Ausstellung umfassende, bisher nie ermöglichte Dialoge unter niveaugleichen Malerkollegen und Schülern. Die schönste Ausstellung seit geraumer Zeit führt ein Kräftemessen von Titanen auf höchstem Level vor. Sie berücksichtigt Meisterwerke von zehn bedeutenden Malern.

Darunter befinden sich 45 Werke von Paul Cézanne, 22 von Pablo Picasso, jeweils 14 von Henri Matisse und André Derain, acht von Georges Braque, vier von Maurice de Vlaminck, drei von Fernand Leger, zwei von Paul Gauguin und jeweils eines von Pierre Bonnard und Maurice Denis, insgesamt also 114 Arbeiten. Sie alle stehen untereinander in Beziehung. Gerade die Frage nach der Bedeutung Cézannes für die ihn unmittelbar beerbende Künstlergeneration bildet den Fokus dieser thematisch angelegten Schau. In elf Sälen werden in klar umrissen Motivgruppen wie Stillleben, Porträts, Landschaften, Badende oder Akte Verwebungen aus Inspirationen, Weiterentwicklungen und Bewunderung spürbar.

Die malerische Kristallisation des Ausstellungskonzepts hängt im Vorraum. 1900 fertigte Maurice Denis die großformatige „Hommage à Cézanne I“ an. Das Werk zeigt die Versammlung von zehn Kollegen aus dem künstlerischen Umfeld des Meisters. Im Zentrum der Figurengruppe steht eine Staffelei mit Cézannes „Stillleben mit Obstschale“ aus der Zeit um 1879/80. Eben dieses Bild ist gleich nebenan zu bewundern. Es befand sich einst im Besitz von Gaugin, der es 1889/90 als Stillleben und in einem Frauenporträt aus dem Jahr 1890 zitiert. Cézanne, der einflussreichste Maler zu Beginn des 20. Jahrhunderts, war eben ein Maler für Maler. Zu Lebzeiten zurückgezogen und nur von Kollegen beachtet, begann unmittelbar nach seinem Tod im Jahr 1906 eine lebhafte Auseinandersetzung mit seinem Werkschaffen. Sprunghaftes Interesse belegen allein zwei 1907 ausgerichtete Cézanne-Ausstellungen.

Seine Nachfolger bemühen sich, dasjenige ins Zentrum ihrer Arbeiten zu rücken, was Cézanne selber nicht mochte, wie beispielsweise die offenen Strukturen. Charakteristisch für alle Nachfolger ist der Gebrauch der Farbe als Vehikel zum Durchbruch in neue Sphären der Malkunst. Cézanne baut regelrecht mit Farben, nutzt sie zur Herbeiführung von Tiefenwirkungen und erzielt mit ihrer Hilfe Beziehungen zwischen einzelnen Teilen in seinen Gemälden. Andere Künstler reduzieren und verstecken dies. Pablo Picassos kubistischer Aufbau des „Bildnis Ambroise Vollard“ aus dem Jahr 1910 mit offenen Formenstrukturen und Farbabtönungen verdeutlicht den Fortgang der Entwicklung gegenüber dem von Cézanne stammenden, mehr traditionell gefassten Porträt des allseits geschätzten Kunsthändlers von 1899 gleich nebenan. Deutlich aber wird hier, wie er die Grundlage für Formvereinfachungen gelegt hat.

Matisse hingegen lässt sich von der Wirkung der Farbflächen inspirieren. In seinem Bildnis der „Madame Matisse“ aus dem Jahr 1913 dominieren die ausgedehnten Zonen intensiv eingefärbter Flächen. Die nebenan gehängte, 1904 entstandene „Dame in Blau“ von Cézanne ist noch durch das Bestreben geprägt, eine harmonische Bildwirkung zu erzielen. Gleichzeitig wird ersichtlich, wie Cézanne nicht mehr vor Deformationen real existierender Vorbilder zurückschreckt. Die Verzahnung diagonaler und senkrechter Strukturen deutet einhergehend mit einer planvoll aufgebauten, komplexen Farbigkeit subtil den weiteren Entwicklungsgang der Malerei an.

Die Reduktion der Dinge auf ihre geometrischen Grundformen ist ein wichtiges Anliegen Cézannes und führt geradewegs zur Herausbildung des Kubismus. Wie er Volumina und Räumlichkeiten mit Flächen darstellt, die parallel zur Bildoberfläche stehen, kann man eingehend in seinen Landschaftsbildern herausarbeiten. Die Vorbildfunktion dieser Gestaltung wird von Derains Gemälden bestätigt. Vor allem in den Stillleben ordnet Cézanne alle Detailformen der übergreifenden Vision eines harmonischen Bildganzen unter. Hier überwindet er traditionsverhaftete Vorstellungen. Zentralperspektive und Detailtreue werden zugunsten einer Synthese von Farbe und Form aufgegeben, was andere wie Léger zu zukunftsweisenden Lösungen weiterführen.

Den Reiz und die unterschwellig demonstrierte Entwicklungsgeschichte werden dem unvoreingenommenen Betrachter erst bei intensivem, geduldigem Sehen zur Gänze offenbar. Die einzigartigen Gegenüberstellungen erschließen die Formauflösungen durch Musterbildungen, Verzerrungen, architektonische Strukturen unter Zuhilfenahme von Farbabstufungen und Gegenständen auf nie zuvor gekannte Weise. Realisiert werden konnte die vortreffliche Ausstellung durch das Engagement eines „Dreamteams“. Unter anderem der Cézanne-Kenner und Verfasser des Werkverzeichnisses, Walter Feilchenfeldt, öffnete viele Türen und schaffte es sogar, die Rockefellers als Leihgeber zu gewinnen. Die Ruhrgas AG mit ihren nach Osten gerichteten Kontakten war bei der Akquise von russischen Exponaten erfolgreich. Und schließlich zeigte sich Felix Baumann für das instruktive Konzept der Schau verantwortlich. So bleibt abzuwarten, ob die für 2006 anlässlich des 100. Todestages von Cézanne geplanten Retrospektiven so ein Ausstellungswunder wie in Essen wiederholen können.

Die Ausstellung „Cézanne - Aufbruch in die Moderne. Picasso, Braque, Matisse, Derain“ ist noch bis zum 16. Januar 2005 zu besichtigen. Geöffnet ist täglich außer montags von 10 bis 20 Uhr, freitags bis 24 Uhr. Der Eintritt inklusive Kurzführer beträgt 10 Euro, am Wochenende 12 Euro, ermäßigt 7 Euro. Der Katalog, dem es manchmal an der farblichen Brillanz der Abbildungen mangelt, kostet an der Museumskasse 29 Euro.

Kontakt:

Museum Folkwang

Museumsplatz 1

DE-45128 Essen

Telefon:+49 (0201) 88 45 444

Telefax:+49 (0201) 88 45 330

Startseite: www.museum-folkwang.de



14.10.2004

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Paul Cézanne, Gardanne, 1885/86
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André Derain, Cadaquès, 1910

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Paul Cézanne, Gardanne, 1885/86

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Fernand Léger, Die Obstschale auf dem Tisch, 1909

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