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Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther

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Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack

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Werner Büttner im Kunstverein Bremerhaven

Das Leben ist voller Widersprüche



Werner Büttner, Die Tage rennen davon wie edle Rösser über den Hügel

Werner Büttner, Die Tage rennen davon wie edle Rösser über den Hügel

„Es gibt viel Leben neben der Vernunft.“ Zu dieser ebenso schlichten wie lakonischen Feststellung ist der Hamburger Maler Werner Büttner gekommen. Der Satz ist zu lesen auf einem seiner mehr als zwanzig überwiegend neuen Bilder, die zur Zeit neben etlichen Collagen im Kunstverein Bremerhaven gezeigt werden. Büttner stand eigentlich zu Unrecht immer etwas im Schatten seiner Künstlerfreunde Albert Oehlen und Martin Kippenberger, die in Hamburg bei Ulrich Rückriem und Sigmar Polke studierten. Er gesellte sich ab und zu in der Kantine der Hochschule auf ein Bier dazu und plauderte mit den Professoren. Heute hat er selbst eine Malerei-Professur an der HfbK in Hamburg inne, und das bereits seit 1990. Damals in den 80ern blätterte der abgebrochene Jurastudent, der 1954 in Jena geboren wurde und dann als Sechsjähriger mit den Eltern nach München übersiedelte, Kunstbände seiner Vorbilder James Ensor, René Magritte und Giorgio de Chirico durch, verschlang Bücher der beißenden Ironiker des 16. und 17. Jahrhunderts Swift, Rabelais und Montaigne - und begann zu malen. 1976 gründete er mit Albert Oehlen die „Liga zur Bekämpfung des widersprüchlichen Verhaltens“, und es begann eine künstlerische Karriere jenseits des Mainstream, des Angepasstseins und der selbstgenügsam-dekorativen L’Art pour l’Art.



In seinen Bildern verbinden sich verschmitzte Gesellschaftskritik und Sprachwitz mit einem rücksichtslosen Aufdecken der Banalitäten des Alltags. In Bremerhaven sind jetzt einige Bilder aus den 1990er Jahren zu sehen, aber überwiegend auch ganz frische, die Büttner 2004 fertig gestellt hat. „Die Tage rennen davon wie edle Rösser über den Hügel“, lautet eine seiner Erkenntnisse, eine Mischung aus beschaulicher Melancholie, aufkeimender Altersweisheit und schmunzelnder Lebenskommentierung. Werner Büttner greift gern auf die Tierwelt zurück, um seiner skeptischen, aber nicht gänzlich lebensverneinenden Haltung Ausdruck zu verleihen. Früher galt er als Junger Wilder. Heftig, unruhig und roh, so beschrieb man seine Arbeiten.

Doch während er noch 1984 die finale Verwertung eines Elefanten beim Tierpräparator malerisch verarbeitete, sind seine Bilder heute viel ruhiger geworden - fast schon poetisch. Ein kleiner gelber Elefant hat es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht und ist eingeschlummert. Hinter ihm auf einer leuchtend grünen Wand eine surreale Porträtgalerie mit immer wieder dem gleichen Bildnis eines schattenhaften Mannes in verschiedenen Formaten – die verdiente Ruhe des gutmütigen Riesen nach eher stürmischen Zeiten. Vielleicht ein ironisches Selbstbildnis?

Werner Büttner kann sich entspannt zurücklehnen und in Gedanken die wilden 80er noch einmal Revue passieren lassen, als er zusammen mit seinem Künstlerfreund Oehlen allem Avantgardistischen eine Absage erteilte, im Hamburger Künstlerlokal „Vienna“ - dort genießt er lebenslanges Trink- und Essrecht - unter gehöriger Alkoholzufuhr Strategiefragen des künstlerischen Scheiterns diskutierte und sie sich einig waren, besser im heroischen Stil unterzugehen als faule Kompromisse zu machen. Doch vom Untergang kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Büttners aktuelle Bilder zeugen von einer gereiften Gelassenheit, einer absolut frischen Farbigkeit und einem im Vergleich zu früher nicht mehr ganz so zynischen, sondern fast schon alltagsphilosophischen Sprachwitz.

Auf der oberen Galerie des Kunstvereins befindet sich ein von Büttner gefundenes Flohmarktporträt eines bürgerlichen Anzugträgers, vielleicht eines hanseatischen Kaufmanns. Ganz im Stil des legendären dänischen Bilderverbesserers Asger Jorn hat er es ein wenig „modifiziert“. Das rechte Auge und die Nase fehlen, die Goldleiste des schwarzen Rahmens ist etwas ausgebrochen, ragt in den Bildraum und wird so zu einer Art Billardqueue oder pädagogischem Zeigestock, zum unfreiwilligen Accessoire des Porträtierten. Wie ein in die Jahre gekommener Teddybär grüßt der verunstaltete Pechvogel den Betrachter mit einem ebenso trotzigen wie ungläubigen „Hello cruel world“. Büttner ist einmal gefragt worden, als was er sich verstehe, als Maler, Bildhauer, Schriftsteller oder Verleger. Seine Antwort darauf war ebenso programmatisch wie einleuchtend: „Als Künstler, als richtiger Künstler. Ich gucke Themen an, die mir der Untersuchung wert erscheinen und gieße die Ergebnisse dieser Untersuchung in die ihnen gemäße Form.“

Die Ausstellung „Werner Büttner“ ist noch bis zum 20. Februar zu sehen. Der Kunstverein Bremerhaven hat Dienstag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr, am Samstag und Sonntag von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Der Katalog, erschienen 2003 zu der Schau in den Hamburger Deichtorhallen, kostet 15 Euro.

Kontakt:

Kunstverein Bremerhaven

Karlsburg 4

DE-27568 Bremerhaven

Telefon:+49 (0471) 46 838

Telefax:+49 (0471) 417 550

E-Mail: info@kunstverein-bremerhaven.de

Startseite: www.kunstverein-bremerhaven.de



11.02.2005

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


16.01.2005, Werner Büttner - Neue Arbeiten

Bei:


Kunstverein Bremerhaven

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Stilrichtung:


Die Neuen Wilden

Bericht:


Hans Platschek-Preis an Werner Büttner

Bericht:


Selbst vor Bratwurstschnecke

Variabilder:

Werner
 Büttner, Kantine Bautzen, 1993
Werner Büttner, Kantine Bautzen, 1993

Variabilder:

Werner Büttner, Ende einer Dienstfahrt, 2004
Werner Büttner, Ende einer Dienstfahrt, 2004







Werner Büttner, Kantine Bautzen, 1993

Werner Büttner, Kantine Bautzen, 1993

Werner Büttner, Ende einer Dienstfahrt, 2004

Werner Büttner, Ende einer Dienstfahrt, 2004

Blick in die Ausstellung mit Arbeiten Werner Büttners

Blick in die Ausstellung mit Arbeiten Werner Büttners

Werner Büttner, Angelusleuchten, 2004

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Werner Büttner, Hello cruel world, 2004

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