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Dortmund konfrontiert Werke des Norwegers mit denen der Jetztzeit

Edvard Munch und die Kunst von heute



Edvard Munch, Käte und Hugo Perls, 1913

Edvard Munch, Käte und Hugo Perls, 1913

Werkausstellungen gefragter Künstler mit weltweiter Reputation, populär aufgemacht und professionell vermarktet, dargeboten einem breiten Publikum mit Engagement, Events und im Dialog mit weitaus epigonalen Arbeiten der Jetztzeit erfreuen sich bei Kuratoren immer größerer Beliebtheit. Das Konzept einer Abkehr von verstaubt anmutenden, chronologischen Abfolgen, klassisch-retrospektiv angelegten Themenüberbliken oder Werkgruppen wurde schon 2003 erfolgreich bei der Lenbach-Schau im Leverkusener Museum Morsbroich vor Augen geführt. Bevor nun in großer medialer Aufmachung im Düsseldorfer Kunstpalast dieses Präsentationskonzept mit Dubuffet eine Fortsetzung findet, bietet sich in Dortmund als Zwischenschritt die Ausstellung „Munch revisited“ an.



Mit 23 Gemälden und 32 Grafiken bestreitet der berühmte Norweger lediglich die Hälfte der rund einhundert Exponate im Museum für Kunst und Kulturgeschichte. 50 ausgewählte Werke von 36 zeitgenössischen Künstlern werden dem Genie gegenübergestellt. Die Wirkungsgeschichte von Edvard Munchs Œuvre steht im Fokus der Ausstellung. Der mit „Munch überprüfen“ übersetzbare Titel der relativ kleinen, übersichtlichen Auswahl soll die von Munch aufgegriffenen, überwiegend düsteren Themen des Menschendaseins wie Einsamkeit, Schmerz, Melancholie, Angst oder Tod aus der Perspektive der aktuellen Kunst beleuchten. Die Affinität von Munch zur heutigen Kunstszene möchten die Kuratoren des Dortmunder Museums am Ostwall auf der Grundlage von Kriterien darlegen. Sie bestehen aus den Zitaten formaler wie thematischer Elemente im Schaffen des Meisters, Neuinterpretationen von Stimmungsbildern und Parabeln sowie thematischer Annäherungen auf assoziativen Ebenen. Dies wurde in drei Themenfelder strukturiert.

Im Sektor „Melancholie und Einsamkeit“ umkreisen aktuelle Werke von Georg Baselitz, Louise Bourgeois, Tracey Emin und Elizabeth Peyton Munchs Bilder „Zwei Mädchen an einem blühenden Apfelbaum“ von 1905 und das „Selbstbildnis nach Influenza“ von 1919. Das Geschehen zwischen Realität und Traum der farbenfroh gestalteten Frühlingslandschaft bei Munchs Mädchenbild findet sich in der 2002 entstandenen Videoarbeit „The House“ von Eija-Liisa Ahtila wieder, die sich allmählich in eine ängstliche, bedrängende Stimmung wandelt. Auf Munchs leider nicht in der Ausstellung vorhandenen „Schrei“ wird nichts desto trotz mit Tracey Emins Film „Homage to Edvard Munch und alle meine toten Kinder“ in lautstarken und schrillen Ausrufen aus dem Jahr 1988 Bezug genommen.

Im zweiten, mit „Frau und Mann“ betitelten Sektor wird die Spannung zwischen den beiden Geschlechtern exemplarisch in Munchs berühmten Gemälde „Käte und Hugo Perls“ aus dem Jahr 1913 offenbart. Die teilnahmslos aneinander vorbei blickenden Eheleute, platziert in zwei separaten Bildfeldern, führt die Schau mit dem ähnlich aufgebauten Werk „Bathroom, Scene #2“ aus dem Jahr 2003 von Eric Fischl zusammen. Leider aber kann man sie nur in den Begleitpublikationen nebeneinander betrachten; in der Ausstellung sind sie so angeordnet, dass sie sich gegenseitig verdecken.

In „Mensch und Raum“, dem dritten Ausstellungsschwerpunkt, zeigt das Gemälde „Roter Wilder Wein“ aus der Zeit um 1900 ein kastenartiges Haus, dessen Äußeres von wucherndem Rot überzogen wird. Munch artikuliert hier das Spannungsverhältnis innerer und äußerer Räume sowie psychischer Kategorien. Robert Gober greift in seinem Objekt „Burnt House“ von 1980 dieses Symbol in ikonografischer Nähe auf. Das Modell seines Elternhauses mit Brandspuren an der Fassade veranschaulicht einerseits die zerstörerisch empfundenen Zwänge seiner Kindheitserfahrungen, andererseits die genossene Geborgenheit. Aber auch die notorische Verknüpfung von Munchs Landschaftsbild „Ruderboot in Åsgårdstrand“ aus dem Jahr 1904 mit Franz Gertschs Arbeit „Cima del Mar (hellblau)“ von 1990 demonstriert eindrucksvoll ähnliche Monumentalisierungen von Landschaftsdetails in vergleichbarer Eindringlichkeit nebst symbolischen Bezügen.

Edvard Munch stellte sich ähnlich wie die Künstler von heute Fragen nach der menschlichen Existenz und definierte in diesem Zusammenhang die künstlerischen Mittel radikal neu. Seine Auseinandersetzung kreist dabei um die angeführten Themenfelder, die auch für die heutige Kunst relevant sind. Allerdings gibt die Schau keine Gelegenheit, unabhängig von diesen Wirkungen in Munchs eigene Welt einzutauchen. Seine überwiegend kleinformatigen, grafischen Arbeiten werden von den lauten und großen der Zeitgenossen beiseite gedrängt, ja optisch allzu sehr übertönt. Die Sensibilität der Künstler ist bei den Kuratoren leider noch nicht angekommen.

Die Ausstellung „Munch revisited. Edvard Munch und die heutige Kunst“ ist noch bis zum 1. Mai zu besichtigen. Geöffnet ist täglich außer montags zwischen 10 und 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 6, ermäßigt 4 Euro. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der an der Museumskasse für 29,80 Euro erhältlich ist.

Kontakt:

Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund

Hansastraße 3

DE-44137 Dortmund

Telefon:+49 (0231) 50 255 22

Telefax:+49 (0231) 50 255 11

E-Mail: mkk@stadtdo.de



15.02.2005

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Eric Fischl, Bathroom. Scene #2, 2003

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Edvard Munch, Ruderboot in Åsgårdstrand, 1904

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A K Dolven, Puberty, 2000

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Edvard Munch, Zwei junge Mädchen bei einem blühenden Apfelbaum, 1905

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Eija-Liisa Ahtila, The House, 2002

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