L. Fritz Gruber gestorben L. Fritz Gruber ist tot. Der Fotograf, Sammler und engagierter Vermittler allen Fotografischen starb am Mittwoch im Alter von 96 in Köln. Mit ihm verschied der „Grandseigneur der deutschen Fotografie“. War er doch einer der Väter der Kölner Messe „photokina“ und Initiator der „Deutschen Gesellschaft für Photographie“. Gruber, geboren am 7. Juni 1908 in Köln, studierte nach seinem Abitur im Jahr 1926 zunächst an den Kölner Werkschulen, dann an der Universität Köln die Fächer Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft, Zeitungswissenschaft, Völkerkunde und Sprachen. 1930 war er Mitgründer und Mitverleger der Wochenzeitung „Kölner Kurier“ und „Westdeutscher Kurier“, die sich bewusst von den Ideologien der Nationalsozialisten distanzierten. Darauf hin wurden die Zeitungen 1933 verboten und Grubers vorgesehene Promotion konnte nicht erfolgen. In der Folge emigrierte er nach England und war dort als Werbe- und Fotokopiefachmann sowie als Autor für mehrere Zeitschriften und Bücher im Fotografiesektor tätig.
Nach Kriegsende nach Köln zurückgekehrt war Gruber maßgeblich an Vorbereitung und Formung der „photokina“ beteiligt. 1949 saß er dem ersten Arbeitsausschuss vor und war von 1950 bis 1980 Fachbeauftragter der Fotoindustriemesse. Ab 1960 verantwortete er ausschließlich ihren kulturellen Teil, organisierte rund 300 internationale Bilder-, Dokumentar- und Demonstrationsschauen und redigierte 16 ihrer Kataloge. 1951 gehörte er zu den Gründungsmitglieder der „Deutschen Gesellschaft für Photographie“, war jahrelang ihr Vorsitzender, Vizepräsident und seit 1984 ihr Ehrenpräsident. Zahlreiche in- und ausländische Ehrungen wurden ihm zuteil, so 1974 die Verleihung des Titels „Professor“ oder 1983 das Große Bundesverdienstkreuz.
Über ein halbes Jahrhundert lang hat Gruber, der als Fotograf stets im Hintergrund blieb, in Deutschland die Fotografie durch seine Vermittlungsarbeit so befördert wie kaum ein anderer. Viele Fotografen kannte er persönlich, darunter August Sander, dem er 1951 als erster auf der „photokina“ eine umfangreiche Ausstellung widmete, Man Ray, Jacques Henri Lartigue, Irving Penn, Hugo Erfurth oder André Kertész. Viele ihrer Aufnahmen kamen als Geschenk in seine Sammlung, die er 1977 an das Museum Ludwig verkaufte und die durch weitere Stiftungen Grubers auf 2.500 Abzüge anwuchs. Zu seinem 95. Geburtstag im Jahr 2003 ehrte das Kölner Museum ihn deswegen auch mit der Ausstellung „L. Fritz Gruber zum 95. Eine kleine Geschichte zur Fotografie“. |