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„Pablo. Der private Picasso“ in Berlins Neuer Nationalgalerie

Andere Sichtweisen auf den Mythos



Weiße Leinwände waren für ihn eine Herausforderung. „Irgendetwas geht in mir um, und ich warte nur darauf, es packen und gestalten zu können“, hat er einmal von sich selbst gesagt. Pablo Picasso (1881-1973) war ein Künstler voller Schaffensdrang und gesteigerter Arbeitswut, der den Pinsel kaum einmal aus der Hand legen konnte. Jeden Tag ein Picasso, so lautete seine Devise. Seine Gemälde, Grafiken und Plastiken finden sich in Museen und Privatsammlungen rund um den Globus, sein millionenfach reproduziertes Werk ist bekannt wie kaum ein anderes.



Doch längst nicht alle seiner Bilder gelangten in den Kunsthandel. All das, was ihm wichtig genug erschien, es ganz nah bei sich zu behalten: die sehr persönlichen Werke, seine Selbstporträts, die Porträts seiner Familie, seiner Frauen und Geliebten und engsten Freunde hielt der leidenschaftliche Sammler zeitlebens bei sich zusammen. Aber auch die geheimen Meilensteine seiner künstlerischen Entwicklung, wichtige Bilder, die ihm immer wieder als Ideen- und Formenreservoir und Ausgangspunkt für neue Bilder dienten, gab Picasso nicht her.

Genau diese ganz persönliche Auswahl des Künstlers selbst, gewissermaßen seine Privatschatulle, wird jetzt in Berlin präsentiert. Die Neue Nationalgalerie zeigt unter dem Ausstellungstitel „Pablo. Der private Picasso. Le Musée Picasso à Berlin“ 90 Gemälde und Skulpturen und 80 Arbeiten auf Papier aus allen Schaffensperioden des mythenumwobenen Universalgenies. Eine kleine Fotogalerie gibt zudem konzentrierte Einblicke in sein Leben.

Viele weltberühmte Werke sind jetzt erstmals in Berlin zu sehen. Das melancholische Selbstporträt aus der Blauen Periode, des gerade erst in Paris angekommenen, skeptisch dreinblickenden 20jährigen mit Bart und aufgeschlagenem schwarzen Mantelkragen. Das allegorische Gemälde „Vogelfangende Katze“ von 1939, eine düster-dramatische Verdichtung der weltpolitischen Lage am Vorabend des Zweiten Weltkriegs ist ebenso vertreten wie eine seiner ebenso simplen wie genialen montierten Skulpturen: Der „Stierkopf“ von 1942 besteht nur aus einem Fahrradsattel und einer Lenkstange. Dass nur acht Jahre später mit der lebensgroßen Bronzeskulptur „Die Ziege“ wieder ein nahezu naturalistischer Zug in sein Werk kommt, zeigt die große Bandbreite seines Schaffens, seinen Mut und sein Selbstbewusstsein zwischen formzerlegender, avantgardistischer Geste und klassischer Widererkennbarkeit und Proportion hin- und herzuwandern. Die Ziege schuf er übrigens für seine Kinder Paloma und Claude.

Untergebracht sind diese einst privaten Schätze des Jahrhundertkünstlers eigentlich im Hôtel Salé, einem früheren Adelspalais aus dem 17. Jahrhundert im Pariser Stadtviertel Le Marais. Hier befindet sich seit Oktober 1985 das Pariser Picassomuseum, ein Pilgerort für Picasso-Fans aus aller Welt, der nicht nur Picassos Kunst, sondern auch seine persönlichen Erinnerungsstücke, Mitbringsel aus aller Welt, Aufzeichnungen und Notizen in den Ausstellungsparcours mit einbezieht.

Die Neue Nationalgalerie jedoch zeigt, preußisch und diszipliniert wie man in Berlin nun einmal ist, weder Pinsel noch Paletten. Und auch die beeindruckende Sammlung afrikanischer Masken und sonstiger Inspirationsquellen und Memorabilia fehlt hier. Leider, möchte man sagen, aber die großzügigen Räume in Mies van der Rohes rationalistisch-modernistischem Museumsbau verlangen geradezu nach der reinen Kunst. Die Intimität des Pariser Marais lässt sich am zugigen Potsdamer Platz sowieso nicht simulieren. Der 20. Geburtstag des Musée Picasso in Paris, den man dort jetzt ausgerechnet mit einer großen Schau zur Zeichenkunst Picassos begeht, ist der Anlass dafür, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Hauses die Crème de la Crème der umfassenden Gemäldebestände und ausgewählten Skulpturen an einem anderen Ort zu sehen sind.

Der Verein der Freunde der Nationalgalerie als Veranstalter, der bereits mit der MoMA-Schau im vergangenen Jahr und der jetzt zu Ende gehenden Goya-Ausstellung enorme Besucherzahlen erzielen konnte, erhofft sich vom neuen Blockbuster „Pablo. der private Picasso“ einen weiteren Publikumserfolg. Der mit über 400 Artikeln bestückte Museumsshop, mittlerweile für viele Ausstellungsbesucher und Souvenirjäger ein absolutes Muss, bietet derweil neben allerlei anderen Merkwürdigkeiten auch höchst kurioses Backwerk in Form vierfingriger Hände an: Ein berühmtes Foto aus dem Jahre 1952 das Picasso im Ringel-T-Shirt am Mittagstisch sitzend zeigt, lieferte hier wohl die Idee. Manch einer mag über so viel Geschäftstüchtigkeit und Eventorientiertheit pikiert die Nase rümpfen - doch eines muss man den Freunden der Nationalgalerie und ihrem Vorsitzenden Peter Raue ganz neidlos zugestehen: Wenn Raue selbstbewusst behauptet, „Die Wichtigkeit der Kunst wird wieder zum Tagesgespräch“, dann hat er, was Berlin betrifft, einfach Recht. Allerdings: Die mittlerweile in Berlin üblichen Warteschlangen dürften auch bei dieser Ausstellung nicht lange ausbleiben.

Die Ausstellung „Pablo. Der private Picasso - Le Musée Picasso à Berlin“ ist bis zum 22. Januar 2006 zu sehen. Geöffnet ist am Dienstag und Mittwoch von 10 bis 18 Uhr, am Donnerstag von 10 bis 22 Uhr und von Freitag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Der Katalog ist im Prestel Verlag erschienen und kostet im Museum 20 Euro, im Buchhandel 34,95 Euro.

Kontakt:

Neue Nationalgalerie

Potsdamer Straße 50

DE-10785 Berlin

Telefon:+49 (030) 26 62 651

Telefax:+49 (030) 26 24 715



04.10.2005

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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