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Hamburg und das Expressionistenjubiläum

Die Brücke - ganz hanseatisch



„Der heutige Erfolg der ‚Brücke’ wäre ohne Hamburg undenkbar“, gibt sich Kurator Ulrich Luckhardt ganz lokalpatriotisch. Anlässlich des 100jährigen Gründungsjubiläums der avantgardistischen Künstlervereinigung expressionistischer Maler, die ursprünglich in Dresden Architektur studierten, reiht sich in diesem Jahr eine Brücke-Ausstellung an die andere. Die Hamburger Kunsthalle wirft jetzt einen Blick auf die Brücke-Maler unter dem Hamburg-Aspekt. Es fällt auf, dass kurz nach Gründung der „Brücke“ gerade in Hamburg zahlreiche gönnerhafte Unterstützer passive Mitgliedschaften erwarben und somit für den Jahresbeitrag von 12 Mark jeweils eine Mappe mit Originalgrafiken der Künstler erhielten. Der Landgerichtsdirektor und Grafiksammler Gustav Schiefler war hier einer der Vorreiter, aber auch das Sammlerehepaar Rauert oder die einflussreiche Kunsthistorikerin Rosa Schapire. Schapire war es auch, die durch Vorträge und Publikationen ganz entscheidend zur Durchsetzung der Brücke-Künstler beitrug.



Obwohl die Hamburger Kunsthalle zunächst sehr zögerlich auf die „Brücke“ reagierte, und der damalige Direktor Alfred Lichtwark trotz persönlicher Anschreiben der Gründungsmitglieder jegliche Ankäufe strikt ablehnte, entwickelte sich eine enge Beziehung zwischen den Brücke-Malern und Hamburg. Die privaten Förderer luden unter anderem Kirchner und Nolde zu Gastaufenthalten ein und erwarben immer wieder Gemälde und Papierarbeiten.

Im Hubertus-Wald-Forum der Hamburger Kunsthalle sind nun rund 90 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen sowie Druckgrafik der Brücke-Künstler zu sehen. Karl Schmidt-Rottluffs farbenfrohe „Atelierpause“ von 1911 etwa zeigt eine zwanglose Runde mit Maler und Modellen. Ernst Ludwig Kirchner greift 1910 in seinem Gemälde „Selbstbildnis mit Modell“ ein ähnliches Thema auf. Die Farbe dominiert über die Form. Als Schmidt-Rottluff von den Rauerts in ihr Ferienhaus nach Norwegen eingeladen wird, entsteht das harmonisch-farbintensive Gemälde „Lofthus“. Schmidt-Rottluff hatte übrigens nebenbei hinter dem Hamburger Rathaus für etwa zwei Jahre ein eigenes Atelier in Hamburg und war so der Stadt eng verbunden. Neben Dresden und Berlin als traditionelle Brücke-Zentren richtet sich der Blick inzwischen also auch auf die Hamburger Brücke-Aktivitäten.

Neben den Gemälden wird ins Zentrum der Schau auch das zeichnerische und druckgrafische Werk der Brücke-Mitglieder gerückt. Hier konzentriert man sich auf eine schöne, fast schon retrospektiv angelegte Auswahl an Blättern von Ernst Ludwig Kirchner. Seine mit schnellem, verschlungenem Strich gezauberte Zeichnung „Zwei Frauen in einem Varieté in Dresden“ von 1907/08 zeugt von einer genauen Beobachtungsgabe und atmosphärischer Dichte. Die zarte Farblithographie „Dodo mit japanischem Schirm“ von 1909 ist eine wohlkomponierte Frauenstudie mit dem Schirm als ausladend auffälliges, bilddominierendes Accessoire.

Besonders schön ist die Präsentation einer Sammlung von selbstgestalteten Postkarten, die die Brücke-Künstler ihren Hamburger Förderern, vor allem Rosa Schapire, von ihren ausgedehnten Malaufenthalten auf dem Lande oder aus Dresden schickten. Diese Korrespondenz, begleitet von kleinen, oft farbigen Skizzen und kuriosen Zeichnungen, zeugt von der engen Verbundenheit zwischen den gut situierten, gegenüber der Avantgarde unglaublich aufgeschlossenen, bürgerlichen Förderern in Hamburg und den kreativen jungen Malern. Ab und zu kam man zusammen, zum Beispiel wenn Emil Nolde im März 1910 drei Wochen in einer Pension „Unter den Vorsetzen“ am Hamburger Hafen residierte und dort eifrig arbeitete. „Mein Zimmer lag über einer Durchfahrt, mit Wagengetöse, und kalt war es“, schrieb der Maler. „Tag und Nacht lärmten und tuteten die Autos auf der Straße, die Schiffe und Pinassen im Hafen, das alles draußen vor meinen Fenstern lag.“ Er produzierte wie im Rausch zahlreiche Tuschfederzeichnungen, Radierungen, Holzschnitte und einige Gemälde, unter anderem das in Schwarz- und Gelbtönen gehaltene Bild „Schlepper auf der Elbe“.

Je mehr sich die künstlerischen Entwicklungen der Brücke-Mitglieder individualisierten, umso bröckeliger wurde der Zusammenhalt der Gruppe. 1913 schließlich löste sich die „Brücke“ auf. Ihre Protagonisten, vor allem die Gründungsmitglieder Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Ernst Ludwig Kirchner aber auch Max Pechstein und Emil Nodle, starteten Einzelkarrieren und sind heute aus keinem Museum mehr wegzudenken. Auch die Hamburger Kunsthalle holte in ihrer Ankaufspolitik nach, was Lichtwark einst versäumte. Doch die Hamburger Privatsammlungen weisen einen ebenso stolzen Brücke-Bestand auf, von dem die aktuelle Ausstellung nur profitieren kann.

Die Ausstellung „Die Brücke in Hamburg“ läuft vom 21. Oktober bis zum 15. Januar 2006. Geöffnet ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich 21 Uhr. Der Eintritt beträgt 8,50 Euro, ermäßigt 5 Euro. Es ist kein Katalog erschienen. Das Begleitheft zur Ausstellung gibt es kostenlos.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



21.10.2005

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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