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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Post War und Contemporary Art bei Christie’s und Sotheby’s

Neue Boomzeiten



Die Rekordmeldungen aus London überhäufen sich dieser Tage. Nachdem Christie’s und Sotheby’s schon mit dem Impressionismus und der Klassischen Moderne sehr gut gefahren waren, fiel das Ergebnis bei den Zeitgenossen fast noch rosiger aus. Beide verkünden für die gesamte Auktionswoche das beste Londoner Ergebnis in ihrer Geschichte: Sotheby’s hat mit gut 130 Millionen Pfund die Nase um eine Länge vor Christie’s mit 128 Millionen Pfund. 72 Arbeiten wurden für 1 Million Pfund oder darüber verkauft und etliche Rekorde aufgestellt. Jussi Pylkkänen, der Präsident von Christie’s Europe, sprach daher auch von einem „Markt auf Rekordniveau“ und fügte abschließend hinzu: „Dieser Markt wird weiter bestehen“.



Dies klingt schon fast wie eine Beschwörung. Denn unweigerlich denkt man ans Ende der 1980er Jahre, als sich das Kunstgeschäft in ungekannte Höhen aufschwang. Der Markt war damals durch Spekulationen aufgehitzt und emotional geladen. Der Boom dauerte nicht lange. 1990/91 gab es den großen Zusammenbruch und viele lange Gesichter. Dennoch scheint diesmal einiges anders zu sein. Beide Versteigerer machen heute eine breitere und vermögendere Sammlerschaft aus, die stetig wächst und sich auch über ihre angestammten Leidenschaften hinaus engagiert. Bei Christie’s hatten sich etwa Bieter aus 55 verschiedenen Staaten für die Auktionswoche registrieren lassen. Dennoch stellten die Europäer die meisten erfolgreichen Käufer. In beiden Häusern lag ihr Anteil bei weit über 60, teils sogar über 70 Prozent, gefolgt von den Amerikanern, die wie gewohnt eher bei den New Yorker Auktionen zugreifen, mit rund 25 Prozent und der Kundschaft aus Asien und dem Mittleren Osten, die es zusammen so auf fünf Prozent bringt. Aber auch die unterlegenen Sammler sind für die Auktionshäuser wichtig. Treiben sie doch die Preise in die Höhe.

Dabei betätigen sich die Käufer nicht nur bei den gesicherten Positionen der Klassischen Moderne oder den großen Namen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch die neuere und jüngste Kunst fand reißenden Absatz. Christie’s vermeldet von der Abendauktion eine losbezogene Zuschlagsquote von 94 Prozent und eine wertbezogene von 99 Prozent. Außerdem lag es mit einem Umsatz von 37 Millionen Pfund bei 58 verkauften Positionen diesmal vor Sotheby’s. Hier kamen bei 60 von 62 abgesetzten Losnummern 30 Millionen Pfund zusammen und die Quoten näher sich auch der 100 Prozent an. Für das Rekordergebnis war bei Christie’s vor allem die britische Kunst verantwortlich. Francis Bacon rangiert an erster Stelle der Top Ten. Sein Selbstporträt von 1969 brachte mit 4,6 Millionen Pfund mehr als das Doppelte der oberen Schätzung ein. Auf diesen Wert kam auch die „Study from Portrait of Pope Innocent X by Vélazquez“, Bacons frühes Werk aus der Papstserie von 1959.

Lucian Freuds Porträt seines Freundes Victor Chandler, eines Glücksspiel-Magnaten, mit dem Titel „Man in a String Chair“ von 1988/98 zog bei 3,7 Millionen Pfund mit dem bisherigen Spitzenpreis gleich (Taxe 3 bis 4 Millionen GBP), den Christie’s vor einem Jahr für Freuds „Red Haired Man on a Chair“ von 1962/63 erzielte. Darüber hinaus stellte die „School of London“ noch zwei weitere Rekorde: Die 1968 gemalte „Study of a Head for ‚Lights’“ des nicht häufig gehandelten Michael Andrews’ kam auf 150.000 Pfund (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP) und Frank Auerbachs Londoner Landschaft „Tree on Primrose Hill“ von 1986 auf 380.000 Pfund (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP). Gut behauptete sich Andy Warhols quadratisches „Last Supper“ von 1986, das mit 2,4 Millionen Pfund die obere Taxe glatt verdoppelte.

Rege ging es auch bei der deutschen Kunst zu. Höchstpreise erzielte nicht nur die junge Generation sondern auch Altmeister Georg Baselitz: „Ein Roter“, ein Kommunist aus der Helden-Reihe von 1966, ging bei 1,1 Millionen Pfund an einen amerikanischen Sammler (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP) und stellte den ein Jahre alten Rekord von 800.000 Pfund für einen „Partisanen“ ein. Auch bei Eduardo Chillida wurde erstmals die Million-Grenze für seine Stahlskulptur „Elogio de la Arquitectura XII“ überschritten. Ein europäischer Sammler bot für die Arbeit von 1990 ebenfalls 1,1 Millionen Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Bei den jungen Deutschen heißen Franz Ackermann, Eberhard Havekost und Matthias Weischer mit ihren Ölgemälden „b2 barbeque with the duke“ von 1999 bei 260.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP), „Team“ von 2001 bei 110.000 Pfund (Taxe 30.000 bis 40.000 GBP) und Weischers titellosem Interieur von 2002 bei 190.000 Pfund (Taxe 35.000 bis 45.000 GBP) die neuen Rekordhalter.

Teuerstes Werk der Sotheby’s-Abteilung wurde Lucian Freuds unspektakuläres, doch intimes Freundesportrait „Bruce Bernard (seated)“ von 1996 bei 3,15 Millionen Pfund (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP), gefolgt von Gerhard Richters verschwommenem Streifenakt von 1967 bei 2,45 Millionen Pfund (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP) und Francis Bacons frühem, tiefblauem Bildnis „Two Figures at a Window“ von 1953 innerhalb der Schätzung bei 2,3 Millionen Pfund. Dann kam die Pop Art mit Roy Lichtensteins „Still Life with Candy Jar“ von 1972 mit 1,9 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP) und Andy Warhols Mao-Bildnis Nummer 7 bei 1,3 Millionen Pfund zum Zug (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Die Rekorde bei Sotheby’s gingen beinahe ausschließlich an britische Künstler. Anthony Caros frühe abstrakte Skulptur aus dunkelgrünen Stahlträgern „Sculpture Two“ von 1962, geadelt als Leihgabe in der Londoner Tate, erzielte 1,25 Millionen Pfund, ließ den Schätzpreis von 250.000 bis 350.000 Pfund weit hinter sich und noch weiter den bisherigen Spitzenpreis, der seit 2002 angesichts dieser Werte bei beinahe unscheinbaren 65.000 Pfund lag. Der junge Bildhauer-Kollege Antony Gormley steuerte die eine Zimmerecke ausfüllende, eiserne Menschenplastik „Drawn“ von 2000 bei, die den neuen Spitzenpreis von 160.000 Pfund einfuhr (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP).

Klassiker mit neuen Auktionsrekorden waren dann der britische Pop Art-Künstler Richard Hamilton mit der Collage einer nicht gerade attraktiven „Fashion plate, cosmetic study X“ von 1969 bei 440.000 Pfund (Taxe 140.000 bis 180.000 GBP), die eine weitere „Fashion plate“ mit einem Zuschlag von 100.000 Pfund auf den zweiten Platz verwies. Ein ganz anderes künstlerisches Programm verfolgt die Grande Dame der Konkreten Kunst: Bridget Riley. Ihre querformatigen, ausgeklügelten, farbigen Streifenbahnen mit dem Titel „Persephone I“ von 1969 überzeugten die Käufer bei 410.000 Pfund, dem Doppelten der oberen Schätzung. Als einziger Amerikaner reihte sich Mark Tobey in den Rekordreigen ein. Sein abstraktes, fein strukturiertes „Blue interior“ von 1959 brachte 210.000 Pfund ein (Taxe 30.000 bis 40.000 GBP). Und bei den jungen Briten legten Rachel Whiteread mit ihrer zart bemalten Wandreliefarbeit „Untitled (Bookshelves)“ aus Zahngips von 2000 auf 250.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP) und Keith Tyson mit „Art Machine Iteration: Double Totem Stack“ aus etlichen kleinen Gemälden von 1997 auf 50.000 Pfund zu (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP).

Alle Einzelergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Christie's
8 King Street, St. James's
London SW1Y 6QT

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1AsAA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



15.02.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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