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Edvard Munch in der Hamburger Kunsthalle

Einsame Seelen und innige Umarmungen



Edvard Munch (1863-1944) ist aktueller denn je. Der norwegische Maler der einsamen Menschen in aufgewühlter Landschaft, der verschlingenden Frauen und ausgezehrten, todgeweihten Gestalten wird zur Zeit in einer großen Ausstellung im Museum of Modern Art (MoMA) in New York gefeiert. Auch in der Hamburger Kunsthalle wirft man unter dem Titel „...aus dem modernen Seelenleben“ noch einmal einen neuen, tiefgehenden Blick auf die Gemälde und das reichhaltige grafische Welt des Hauptvertreters des Symbolismus’. Nicht nur der spektakuläre Kunstraub Ende 2004, als aus dem Munch-Museum in Oslo unter anderem eine Version des berühmten Gemäldes „Der Schrei“ entwendet wurde, sorgen für ein anhaltendes Interesse an Munchs Œuvre. Seine Beschäftigung mit so existenziellen, zeitlosen Themen wie Liebe, Tod, Weltschmerz, Krankheit und Einsamkeit und nicht zuletzt seine revolutionäre Experimentierfreunde in den verschiedensten druckgrafischen Techniken machen ihn zu einem der interessantesten Künstler der jüngeren Kunstgeschichte.



Im Mittelpunkt der Ausstellung im Hubertus-Wald-Forum steht die Wechselbeziehung zwischen Mann und Frau. Munchs Gemälde „Madonna“ von 1893/95 zeigt den Oberkörper einer nackten Schönen. Die schwarzen Haare ranken sich sinnlich um den Körper, über dem Haupt leuchtet ein roter Heiligenschein. Der Hintergrund dieses berühmten Gemäldes, für das Franz von Stucks „Die Sünde“ von 1893 als Vergleichsbild herangezogen werden kann, bildet eine diffuse Farbumkreisung. Munch bezeichnete übrigens Stucks „Sünde“ lapidar als „deutsche Gedankenmalerei“. Sein Madonna-Motiv hingegen variierte er in den folgenden Jahren immer wieder in zahlreichen Lithografien, Holzschnitten und Radierungen. In einer Kreide- und Pinsellithografie von 1895/1902 umgibt er seine Madonna mit einem dunkelroten Rahmen, in den er schlingernde Spermien einfügt. In der linken unteren Ecke kauert ein Embryo-Wesen mit Totenkopf. Das war zu viel für die damalige Zeit. Die Frau als Verführerin, Gebärende und Todbringende - ein Skandal. Das Blatt wurde aus einer Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle zurückgezogen.

Doch Munchs Erfolg, vor allem in Paris und Deutschland war ungebrochen. Der Maler bewegte sich in Künstlerkreisen in vielen europäischen Städten. In Paris lernte er bei den renommiertesten Druckern das Handwerk, in Skandinavien pflegte er Freundschaften zu den Dichtern Ibsen und August Strindberg, und in Berlin verkehrte er in dem Bohème-Café „Das schwarze Ferkel“ auf der Wilhelmstraße. Hier durchlitt er Liebesdramen zusammen mit seinem Freund, dem polnischen Dichter Stanislaw Przybyszewski, wiedergegeben in dem Blatt „Eifersucht“ von 1896.

Arnold Böcklin und Max Klinger sind die prägenden Referenzfiguren für Edvard Munch. Doch der Norweger war vor allem dem Zeitgeist der Epoche um 1900 mit all ihrer Zerrissenheit und vor allem dem Aufkommen der Psychoanalyse verhaftet. Den sensiblen Maler beschäftigten traumatische Kindheitserlebnisse wie der tragische Tuberkulosetod seiner Mutter und Schwester über Jahre hinweg. So setzte er sich in vielen Variationen des Gemäldes „Das kranke Kind“ immer wieder mit dem Bild des kraftlosen Körpers der Schwester auf dem Totenbett auseinander. Melancholie, Lebensschicksal und Gram prägen diesen Zyklus Munchs.

Aber es gibt auch drastische und poetische Szenen: „Zwei Menschen. Die Einsamen“ blicken versunken aufs Meer, zwischen Mann und Frau herrscht kühle Distanz. „Doppelter Selbstmord“ zeigt ein unbekleidetes totes Paar im Ehebett. „Vampyr“ ist die Darstellung einer langhaarigen Frau, die einen scheinbar willenlosen Mann umarmt und in den Nacken beißt - oder nur zärtlich küsst? Das Blatt „Das Weib und das Herz“ zeigt eine junge nackte Frau, wie sie neben allerlei Blumen ein Herz pflanzt oder dem Boden entreißt?

Edvard Munch, den enge Freundschaften zu einigen Sammlern und Förderern mit der Stadt Hamburg verbanden, porträtierte sich selbst 1895 im Habitus eines Priesters. Das schlichte Selbstporträt mit Namenszug und Geburtsjahr wirkte schon damals wie ein Denkmal. Am unteren Bildrand liegt der Arm eines Skelettes. Ein lakonischer Verweis auf die Endlichkeit eines jeden Sterblichen - auch des Malgenies.

Die Ausstellung „Edvard Munch ...aus dem modernen Seelenleben“ läuft vom 3. März bis zum 14. Mai. Geöffnet ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich 21 Uhr. Der Ausstellungskatalog kostet im Museumsshop 23 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



03.03.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Edvard Munch










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