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Wilhelm-Loth-Preis für Olaf Nicolai

Olaf Nicolai erhält in diesem Jahr den Wilhelm-Loth-Preis der Stadt Darmstadt. Der 1962 in Halle an der Saale geborene und heute in Berlin arbeitende Konzept- und Medienkünstler darf sich über ein Preisgeld von 12.000 Euro und eine Ausstellung samt Publikation im Institut Mathildenhöhe im Frühjahr 2019 freuen. Ausgezeichnet wird er für sein Schaffen, das „aktuelle politische und kulturelle Fragestellungen“ aufgreift und häufig die „historischen oder sozialen Gegebenheiten des Ausstellungsorts“ einbezieht. Mit der Vergabe an Nicolai ist der Darmstädter Magistrat dem Votum der Jury gefolgt.

„Die Entscheidung für Olaf Nicolai reiht sich ein in die lange Tradition Darmstadts, sich immer wieder neu den aktuellen Fragestellungen der Kunst zuzuwenden und daraus ungewohnte, ja provozierende Blicke auf den Alltag unserer Lebenswelt zu gewinnen“, sagt Oberbürgermeister Jochen Partsch, der kraft Amtes der Jury des Loth-Preises angehört. „Die Ausstellung der Arbeiten Nicolais auf der Mathildenhöhe verspricht ein herausragendes Ereignis zu werden.“

Olaf Nicolai zähle international zu den spannendsten und meistdiskutierten Gegenwartskünstlern, so das Preisgremium. In seiner Begründung führt es weiter aus: „Mit seinen interdisziplinären künstlerischen Ansätzen stellt er die gewohnten Betrachtungsweisen unserer Alltagswelt immer wieder infrage und hebt damit bewusst die Grenze zwischen Kunst und Leben auf. Das Alltägliche in Nicolais Werk geht dabei einher mit der Auslotung des Verhältnisses zwischen Kunst und Musik, Körper, Zeit und Raum. Dabei schert er sich nicht um akademische Regeln, sondern rekombiniert seine Themen aus Naturwissenschaft, Architektur, Ästhetik, Ikonographie und Geschichte zu Objekten ganz unterschiedlicher Medien und Stellenwerte.“

Seit Jahresbeginn unterstützt die BS Kulturstiftung unter dem Vorsitz des Immobilienentwicklers Ulrich Scheinert die Vergabe des Wilhelm-Loth-Preises mit jeweils 40.000 Euro. Damit konnte nach 2014 die Auszeichnung erneut aufgelegt werden. Sie soll nun alle zwei Jahre verliehen werden. Der Preis ging bisher untere anderem an Marie-Jo Lafontaine, Olaf Metzel, Vera Röhm, Lutz Brockhaus, Annegret Soltau, Johannes Grützke, Andreas Gursky, Gerd Winter, Harun Farocki und zuletzt an Gregor Schneider.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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