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München: Gericht verurteilt Restaurator zu Schadenersatzzahlungen

Beschädigt ein Restaurator bei unsachgemäßer Behandlung ein Kunstwerk, muss er Schadenersatz bezahlen. So entschied gestern auch das Oberlandesgericht München und bestätigte damit eine Entscheidung des Landgerichts Traunstein vom Mai 2017. Außerdem legte das Gericht die Höhe der Schadenersatzzahlung auf letztlich 26.000 Euro fest. Weiterhin betonten die Richter, dass die Beschädigung darüber hinaus einen bedeutenden immateriellen Verlust darstellt. Der Entscheidung ging ein jahrelanger Rechtsstreit mit zahlreichen Gutachten und Bewertungen voraus.

2011 hatte der Münchner Galerist Andreas Baumgartl erstmals Klage gegen den Restaurator eingereicht, da dieser ihm angeblich vier Kunstwerke ruiniert habe. Bei den vier Werken handelte es sich um das Ölgemälde „Mönch mit zwei Bierkrügen und einem Krug“ Eduard von Grützners, das Werk „Chiemseeufer", das womöglich Ernst Kaiser gemalt hat, ein „Schlafender Mönch" von Alfons Spring und „Der Schreiber“ von Carl Spitzweg. Vor allem letzterer habe durch die unsachgemäße Behandlung massiv an Wert verloren, der Verlust für den Spitzweg allein beträgt rund 20.000 Euro. Der Galerist forderte von dem Beklagten die Kosten für die Restaurierung und Begutachtung zurück sowie Schadenersatz in Höhe von insgesamt 66.832 Euro.

Baumgartl hatte den Restaurator 2009 damit beauftragt, die Gemälde zu reinigen. Dieser habe den alten Firnis, also den Schutzanstrich auf der Malerei, abnehmen und mit einem neuen versehen sollen, um die Farben brillanter wiederzugeben, erklärte er vor Gericht. Der Restaurator habe jedoch mit viel zu scharfen Lösungsmitteln die Farbe mit abgewaschen, wodurch zahlreiche Details verloren worden seien. Der Beklagte weist die Vorwürfe nach wie vor zurück. Die Bilder seien schon vorher in schlechtem Zustand gewesen, sagte sein Rechtsanwalt Johannes Lell. Man dürfe die Schuld für misslungene frühere Restaurierungen nicht dem Beklagten in die Schuhe schieben. Eine Revision gegen das jetzige Urteil ließ der Senat nicht zu. Der Restaurator kann dagegen aber eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen.

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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