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Bernard Voïta im Kunstmuseum Solothurn

Bernard Voïta, Melencolia V (Barthélemy B.), 2014

Nachdem Bernard Voïta seine Kunst rund um das Grundthema von Raum, Fläche und Illusion in den 1990er Jahren regelmäßig in Einzelausstellung präsentieren konnte, wurde es etwas ruhig um den 1960 am Genfer See geborenen Schweizer. Ab dem Wochenende macht nun das Kunstmuseum Solothurn auf den in Brüssel lebenden Fotografen, Bildhauer und Installationskünstler aufmerksam. Die Schau „recto verso“ versammelt aktuelle Arbeiten, gibt mit ausgesuchten Exponate früherer Jahrzehnte aber auch einen Überblick über das Werk eines der „bedeutendsten Schweizer Künstlern seiner Generation“, so Kurator Christoph Vögele. In den bald 30 Jahren seit seinem frühen Erfolg habe Voïta mit derselben Verbindung von Ernst und Witz, Nachdenklichkeit und Sinnlichkeit sein Schaffen weiterentwickelt und mit dem Einbezug dreidimensionaler Werke verdichtet, so Vögele weiter.

Bernard Voïta hat von 1981 bis 1986 an der Ecole supérieure d’art visuel in Genf studiert, wo Chérif und Silvie Defraoui sein reflektiertes Denken und Arbeiten geprägt haben. Neben der kritischen Befragung der Gegenwart war die Auseinandersetzung mit den gewählten Medien zentral: Wie verbindet sich die Form mit dem jeweiligen Inhalt? Als Fotograf nimmt Voïta sein Instrument, die Kamera, beim Namen: Mit seinen Arbeiten zum Begriff „Camera“, italienisch für „Zimmer“, erinnert er nicht nur an den tatsächlichen Raum, den das Gehäuse einer Kamera umschließt, sondern auch an die räumliche Illusion, die die Fotografie auf einer Fläche erzeugt. So hat Voïta den ersten Ausstellungssaal zu einer „Camera“ umgebaut. Indem er den Raum abdunkelt und die Neonröhren von der Decke auf den Boden verlegt, leuchtet er die „Kammer“ nach oben aus. Darin wird nicht nur an die von Roland Barthes geprägte Fotografie-Metapher der „hellen Kammer“ erinnert, sondern durch die Umkehr von Oben und Unten auch auf den Ausstellungstitel „recto verso“ hingewiesen.

Voïta treibt sein Spiel mit den Realitätsebenen und Dimensionen auch in der seit 2014 entstehenden Fotoserie „Melencolia“ fort. Die Bilder von aufgesplitterten Innenräumen scheint er digital am Computer bearbeitet zu haben; in Wahrheit aber handelt es sich um analoge Aufnahmen von raffiniert gebauten „Architekturen“ in seinem Atelier. Zu den verblüffendsten Zwitterwesen zwischen Bild und Skulptur gehören seine „Jalousies“ von 2017. Mit der Wand verbunden, können die Innenteile der Metallobjekte aufgefaltet und gestellt werden. Hier hat Bernard Voïta seine langjährige Beschäftigung mit den verschiedenen Dimensionen auf den Punkt gebracht: Erscheinen die Werke im geschlossenen Zustand wie zweidimensionale Bilder, treten sie uns im geöffneten Zustand als dreidimensionale Figuren entgegen.

Die Ausstellung „Bernard Voïta: recto verso“ läuft vom 11. August bis zum 21. Oktober. Das Kunstmuseum Solothurn hat täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr und am Wochenende von 10 Uhr an geöffnet. Der Eintritt ist frei; um eine Spende wird gebeten. Der Ausstellungskatalog aus dem Verlag für moderne Kunst Wien kostet 44 Franken.

Kunstmuseum Solothurn
Werkhofstraße 30
CH-4500 Solothurn

Telefon: +41 (0)32 – 624 40 00
Telefon: +41 (0)32 – 622 50 01

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


11.08.2018, Bernard Voïta: recto-verso

Bei:


Kunstmuseum Solothurn

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Bernard Voïta, Melencolia V (Barthélemy B.), 2014
Bernard Voïta, Melencolia V (Barthélemy B.), 2014

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Bernard Voïta, Jalousie II, 2017
Bernard Voïta, Jalousie II, 2017

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Bernard Voïta, Jalousie II, 2017
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Künstler:

Bernard Voïta








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