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Humorvolle Kunst in Zug

Mit der Ausstellung „Komödie des Daseins. Kunst und Humor von der Antike bis heute“ lädt das Kunsthaus im schweizerischen Zug derzeit seine Besucher zu einem amüsanten Museumsbesuch ein. Kurator Matthias Haldemann und sein Team haben dort über 300 Werke zusammengetragen, anhand derer sie die Beziehung zwischen Kunst und Humor aufzeigen. Ob Satire oder Parodie, historisch betrachtet waren Spott und das Groteske seit der Antike immer ein Ventil gegen starre Ordnungsmuster und hierarchische Wertesysteme. Einem Widerstand, einer großen Schwierigkeit und dem Scheitern im Angesicht der Tragik wird mit Humor ein „Trotzdem“ entgegengehalten. Diese existenzielle Form von Humor steht im Zentrum der Schau. Humor provoziert und unterhält, er protestiert und lehnt sich gegen starre Rollenbilder oder gesellschaftliche Unterdrückung auf. In der Skulptur „Perspektive“ zeigt Ai Weiwei den Repressalien und der Zensur den Mittelfinger. Meret Oppenheim streckt Kritikern in „Maske mit Bäh-Zunge“ die selbige raus. Etwas subtiler verweist Paul Klee in seinen Zeichnungen auf die gelegentliche Absurdität respektvoller und unterwürfiger Gesten. Die Komik kippt jedoch an manchen Stellen: Pieter van der Heyden kann die Tragik hinter seinen Pendants von der „fetten“ und der „mageren Küche“ nur bedingt verschleiern.

Die Kunst nimmt sich auch immer wieder selbst in den Blick, so beispielsweise in Honoré Daumiers Karikatur „Combat des écoles. L’Idéalisme et le Réalisme“, in der zwei künstlerische Stilrichtungen in einem bewaffneten Zweikampf gegeneinander antreten. Das Künstlerkollektiv Irwin hinterfragt den Status einzelner Bilder als Kunstwerke, indem sie diese in unerwarteten Kontexten präsentiert. Eine ähnliche Intention verfolgen Timm Ulrichs, Arthur Sapeck, Man Ray oder Meret Oppenheim, die mit Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ eines der großen Meisterwerke der Kunst auseinandernehmen. Die Bandbreite der Kunstwerke ist weit gefasst: Antike Vasen stehen neben Flugblättern, Zeitschriften, Gemälden, Skulpturen und Videos aus über zwei Jahrtausenden, und auch Randerscheinungen der bildenden Künste wie die Literatur, das Kino, die Fasnacht oder das Straßentheater sind in der Schau vertreten.

Die Ausstellung „Komödie des Daseins. Kunst und Humor von der Antike bis heute“ läuft bis zum 6. Januar 2019. Das Kunsthaus Zug hat wochentags außer montags von 12 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 17 Uhr geöffnet. An Heiligabend, am 1. Weihnachtstag und an Neujahr bleibt das Kunsthaus geschlossen. Der Eintritt beträgt 18 Franken, ermäßigt 15 Franken. Zur Ausstellung erscheint im Hatje Cantz Verlag ein Katalog für 45 Euro.

Kunsthaus Zug
Dorfstrasse 27
CH-6301 Zug

Telefon: +41 (0)41 – 725 33 44
Telefax: +41 (0)41 – 725 33 45

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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