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Eduardo Arroyo ist tot

Eduardo Arroyo, einer der Hauptvertreter einer dezidiert kritischen Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, starb gestern mit 81 Jahren in Madrid. Der 1937 in der spanischen Hauptstadt geborene Künstler war vielseitig als Maler, Grafiker, Bildhauer, Schriftsteller, Bühnen- und Kostümbildner wie auch als Journalist tätig. Charakteristisch für seine farbfreudige Kunst, die Elemente der Pop Art integriert, sind neben der oft anzutreffenden Ironie auch die Auseinandersetzung mit der Politik Spaniens nach dem Bürgerkrieg. Seine Bildmotive, etwa aus dem Boxsport, der Literatur und seinem eigenen Leben, hielt Eduard Arroyo flächig und fast ohne Perspektive fest. Seine Karikaturen von Kollegen wie Joan Miró, Salvador Dalí oder Marcel Duchamp führten teils zu deutlicher Kritik.

Eduardo Arroyo besuchte das Lycée Français de Madrid und studierte danach Journalismus in seiner Heimatstadt. 1958 zog er aufgrund seines Widerstands gegen die Franco-Diktatur nach Paris. Frühe Ausstellungen des Autodidakten fanden 1960 im Pariser Salon de la jeune peinture und 1961 in der Galerie Claude Lévin statt. Zwei Jahre später präsentierte er auf der dritten Biennale in Paris das Polyptichon „Die vier Diktatoren“ mit allegorischen Bildnissen von Francisco Franco, Benito Mussolini, Adolf Hitler und dem portugiesischen Präsidenten António de Oliveira Salazar. Seine Ausstellung desselben Jahres in der Galerie Biosca in Madrid wurde zunächst aus politischen Gründen zensiert und schließlich abgebrochen. Der künstlerische Durchbruch gelang Arroyo 1964. Vier Jahre später zog er nach Mailand und begann dort als Bühnenbildner die Zusammenarbeit mit dem Intendanten Klaus Michael Grüber.

1973 lebte Eduardo Arroyo wieder in Paris und wurde im Folgejahr bei einem Aufenthalt in Valencia zunächst inhaftiert und dann des Landes verwiesen. Er verlor die spanische Staatsbürgerschaft; Frankreich nahm ihn daraufhin als politischen Flüchtling auf. Im selben Jahr wurde er zu einem Jurymitglied der Biennale in Venedig berufen. Erst 1976, nach Francos Tod im Vorjahr, konnte Eduardo Arroyo in seine Heimat zurückkehren. Dort wurde er mit einer Retrospektive geehrt und erhielt 1983 den Großen Nationalpreis für Malerei. Arroyo stellte international aus, etwa in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München, im Centre Georges Pompidou in Paris, im Guggenheim Museum in New York, 1977 auf der Documenta in Kassel und 1995 auf der Biennale in Venedig. Der Spanier war auch ein erfolgreicher Bühnenbildner und arbeitete unter anderem für das Piccolo Teatro in Mailand, die Pariser Oper, die Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin oder die Salzburger Festspiele.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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