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Turner Prize-Kandidaten stehen fest

Die Turner Prize-Kandidaten 2019: Lawrence Abu Hamdan, Helen Cammock, Oscar Murillo und Tai Shani

Lawrence Abu Hamdan, Helen Cammock, Oscar Murillo und Tai Shani heißen die vier Finalisten für den diesjährigen Turner Prize. Sie werden ab dem 28. September im Museum Turner Contemporary in der südostenglischen Hafenstadt Margate um den bedeutendsten britischen Kunstpreis ringen. Das teilte die Tate Britain gestern mit. Den Sieger küren am 3. Dezember Alessio Antoniolli, Direktor von Gasworks in London und Triangle Network, die Kuratoin Elvira Dyangani Ose, Leiterin der Showroom Gallery und Dozentin am Goldsmiths College in London, Victoria Pomery, Direktor von Turner Contemporary in Margate, und der Journalist Charlie Porter. Der Gewinner erhält 25.000 Pfund, die anderen Nominierten jeweils 5.000 Pfund.

Lawrence Abu Hamdan, geboren 1985 in Amman, wurde für seine Einzelausstellung „Earwitness Theatre“ in der Chisenhale Gallery, für die Videoinstallation „Walled Unwalled“ und die Performance „After SFX“ in der Tate Modern in London nominiert. Abu Hamdan untersucht mit wissenschaftlichen Methoden Verbrechen, die auditiv und nicht visuell aufgezeichnet wurden; ihm geht es dabei um Prozesse der Rekonstruktion, die Komplexität von Erinnerung und Sprache sowie um die Bedeutung von Menschenrechten und ihre Verteidigung. Die Jury war beeindruckt von seiner Erforschung des Sounds als architektonisches Element und die Art und Weise, wie er bestimmte Situationen durch Klang und Performance nachbildet.

Die 1970 in Cannock in der Grafschaft Staffordshire geborene Videokünstlerin Helen Cammock kam mit der Personale „The Long Note“ in Derry/Londonderry und Dublin in die Endrunde. Die Jury lobte die Aktualität und Notwendigkeit von Cammocks Arbeit, die sozialgesellschaftliche Entwicklungen mit Hilfe von Film, Fotografie, Grafik, Text und Performance thematisiert. Die Videoinstallation „The Long Note“ beschäftigt sich mit der Geschichte und der Rolle der Frauen in der Bürgerrechtsbewegung in Derry/Londonderry und zeigt, wie die Komplexität der Politik Nordirlands die Sozialgeschichte der Region und die Vielfalt der politischen Positionen von Frauen überschattet hat.

Für seine Teilnahme an der 10. Berlin Biennale und seine Einzelausstellungen „Violent Amnesia“ in Cambridge sowie in Shanghai nahm die Jury Oscar Murillo in die Shortlist auf. Sie hob vor allem die Methode hervor, wie der 1986 geborene Kolumbianer die Grenzen des Materials, insbesondere in seinen Gemälden, überwindet. Murillos Schaffen umfasst Malerei, Zeichnung, Performance, Skulptur und Klang, oft unter Verwendung von recycelten Materialien und Überbleibseln aus seinem Atelier. Darin reflektiert er seine eigene Erfahrung mit Vertreibung und den sozialen Auswirkungen der Globalisierung.

Auch Tai Shani kann mehrere Ausstellungen vorweisen, derentwegen sie für den Turner Prize ausgewählt wurde: Ihre Teilnahme an Glasgow International 2018, die Einzelausstellung „DC: Semiramis“ in Leeds und Mitwirkung an „Still I Rise: Feminisms, Gender, Resistance“ bei Nottingham Contemporary und im „De La Warr Pavilion“ in Bexhill-on-Sea. Die Jury verwies auf die Überzeugungskraft von Shanis laufendem Projekt „Dark Continent“, insbesondere auf die Fähigkeit, darin historische Texte mit zeitgenössischen Themen zu verbinden. Seit vier Jahren arbeitet die 1976 in London geborene Künstlerin daran und bezieht sich dabei auf einen „feministischen“ Text aus dem 15. Jahrhundert: „Le Livre de la Cité des Dames“ der Französin Christine de Pizan. Für „Dark Continent“ kombiniert Shani eine surreale traumhafte bühnenähnliche Installation mit Performances und Filmen und kreiert ihre eigene allegorische „Stadt der Frauen“, die von fantastischen Charakteren bevölkert ist.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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