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Kaiser Maximilian in Augsburg

Albrecht Dürer und Jost DeNegker, Maximilian I., Augsburg um 1519

Zum 500. Todestag von Kaiser Maximilian I. präsentiert das Augsburger Maximilianmuseum seit dem Wochenende die Schau „Kaiser. Ritter. Bürger zu Augsburg“. Der Herrscher der Renaissance ist auch als „letzter Ritter“, „Schuldenkaiser“ oder Dürers Mäzen bekannt; sich selbst hat der in Wiener Neustadt geborene Habsburger als „Bürger zu Augsburg“ bezeichnet. Seine damalige Reichsstadt blickt in der kulturgeschichtlichen Schau nun auf das besondere Verhältnis zwischen Maximilian I. und Augsburg. Es ist die einzige Schau in Deutschland, die sich heuer dem Herrscher widmet. Unter den Exponaten finden sich Werke von Albrecht Dürer, Hans Holbein d.Ä., Hans Daucher und Daniel Hopfer, Arbeiten des Kunsthandwerks, Skulpturen, die Rüstungshandschuhe des Kaisers sowie Arbeiten auf Papier. Die Schau will mit Schatzstücken der Kunstsammlungen, Objekten des Stadtarchivs sowie der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg eine neue Facette im Herrscherbild Kaiser Maximilians I. aufdecken.

Den Spuren dieser außergewöhnlichen Verbindung aus wechselseitiger Einflussnahme und schöpferischem Austausch geht die Ausstellung nach und beleuchtet auch Augsburgs Anteil an Maximilians Nachruhm. Maximilian I. benötigte oftmals die Finanzkraft der Augsburger Kaufleute. Als Gegenleistung für die Darlehen erhielten die Gläubiger Privilegien, Adelstitel und Ländereien. Darüber hinaus banden weitere Gründe die Fugger-Stadt an den Kaiser: Um 1500 war Augsburg ein pulsierendes Zentrum Europas mit weltumspannenden Handelsbeziehungen, die dem Regenten Luxus und eine ausgeprägte Festkultur ermöglichten. Des Weiteren nutzte er das dortige Gelehrtennetzwerk für seine Projekte. So erhielten Augsburger Künstler und Drucker Aufträge für Kunstwerke, Riesendrucke zur Familiengeschichte, Autobiografien und liturgische Bücher.

Eine Besonderheit der Schau bildet das zuvor als verschollen geglaubte und gerade wiederentdeckte Gemälde „Heiliger Oswald“ des italienischen Druckers und Malers Jacopo de’ Barbari, das nun erstmals in einer Ausstellung zu Kaiser Maximilian zu sehen ist. Der italienische Meister pflegte Kontakt zu Dürer, verließ 1500 seine Heimat und ging nach Deutschland. Hier lebte er circa ein Jahr lang in Nürnberg und arbeitete für Maximilian I. Weitere Neuentdeckungen sind zum Beispiel eine kaiserliche Teppichknüpferei und ein Tranchierbesteck, das der Maximilian I. verschenkte. Mit Hilfe einer VR-Brille können Besucher zudem die auf Archivmaterial und historischen Plänen beruhende Rekonstruktion des „Alten Einlasses“ sehen. Das Nachttor wurde 1514 für Maximilian I. erbaut und sei wegen seiner geheimen Mechanik legendär, so das Museum.

Die Ausstellung „Maximilian I. (1459-1519) Kaiser. Ritter. Bürger zu Augsburg“ läuft bis zum 15. September. Das Maximilianmuseum hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Der begleitende Katalog kostet im Museum 35 Euro.

Kunstsammlungen und Museen Augsburg – Maximilianmuseum
Fuggerplatz 1
D-86150 Augsburg

Telefon: +49 (0)821 – 324 41 02
Telefax: +49 (0)821 – 324 41 05

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Albrecht Dürer und Jost DeNegker, Maximilian I., Augsburg um 1519
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 Maximilians I. bei St. Ulrich und Afra, Augsburg um 1508/09
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