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Adolf Hölzel in Erfurt

Adolf Hölzel, Große Anbetung, 2. Hälfte 1920er Jahre

Das Angermuseum in Erfurt untersucht derzeit in der Schau „Farbharmonie als Ziel“ den Weg Adolf Hölzels zur abstrakten Malerei. Die Ausstellung möchte anhand von mehr als 100 Exponaten, darunter 28 erstmals präsentierten Arbeiten, einen Einblick in das vielfältige Œuvre von Hölzel geben. Der Schwerpunkt liegt auf der farbfreudigen Abstraktion des Spätwerks. Mehrere Dokumente, die das Leben und Denken Adolf Hölzels beschreiben, bereichern seine Ölgemälde, Pastelle, Collagen und Glasfenster, die Schriftsockelbilder und die bisher als bloße Fingerübungen interpretierten Tuschzeichnungen.

Adolf Hölzel war einer der Pioniere der ungegenständlichen Kunst, jedoch bahnt sich der Weg ins Abstrakte über mehrere Etappen: Die Entwicklung beginnt mit dem Realismus und Impressionismus der frühen Werke, die in der Künstlerkolonie Dachau entstanden. Der Überblick erlaubt dem Besucher, die Experimentierfreude des Malers in den künstlerischen Mitteln ebenso nachzuvollziehen, wie auch Hölzels Überlegungen zu den Gesetzmäßigkeiten bildnerischen Schaffens. Als einer der ersten Künstler erkannte er im Unbewussten ein Potenzial für die Kunst und kreierte ab 1898, damit vor den Surrealisten, eine eigene Form des automatischen gegenstandslosen Zeichnens. Hölzel entwickelte Farbtheorien und Kompositionslehren, deren Grenzen er in der „Empfindung“ sah. Diese rief er zum Beispiel durch traumartige Zustände hervor, indem er nach dem Erwachen eine Zeit lang mit geschlossenen Augen zeichnete.

Der in Mähren geborene Hölzel zählt zu den Mitbegründern der Münchner wie auch der Wiener Secession. Er lebte von 1888 bis 1905 in der bayerischen Hauptstadt, wo seine ungewöhnlichen Lehrmethoden viele Künstler anzogen. Die Abstraktion beschäftigte ihn bereits hier in der Form des Ornaments. Zu seinen Schülern an der Stuttgarter Kunstakademie, an die er 1905 berufen wurde, gehörten etwa Oskar Schlemmer, Ida Kerkovius, Johannes Itten und Willi Baumeister. Ende des Wintersemesters 1918/19 ging Adolf Hölzel, der seit 1916 Akademiedirektor war, in den Ruhestand, da er selbst wie auch seine unkonventionellen Lehrmethoden von seinen Kollegen angegriffen wurden. Er lehrte nun privat weiter und konzentrierte sich auf das Pastell. Es erlaubte ihm, die Farbigkeit seiner Kompositionen lebendiger und intensiver wirken zu lassen.

Dies illustriert seine „Große Anbetung“ aus der zweiten Hälfte der 1920er Jahre. Um einen bunten Kreis gruppieren sich diverse unregelmäßige Formen in leuchtenden Primär- und Komplementärkontrasten ebenso wie hellere und dunklere Töne desselben Kolorits. Weniger leuchtintensiv ist eine eher pastellfarbene Komposition der Mitte der 1920er Jahre. Ein breites Gitternetz ordnet die unterschiedlichen kleinen Formen, die sich in den querrechteckigen Kästen in Fliedernuancen, Violett, Puderblau oder Gelb um cremefarbene Akzente sammeln. Sukzessive sind zwei Gesichter innerhalb des ornamentalen Musters zu erkennen.

Die Ausstellung „Farbharmonie als Ziel. Adolf Hölzel auf dem Weg zum Ungegenständlichen“ läuft bis zum 6. Oktober. Das Angermuseum Erfurt hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro; am ersten Dienstag im Monat ist er kostenlos. Zur Schau erscheint ein begleitender Katalog.

Angermuseum
Anger 18
D-99084 Erfurt

Telefon: +49 (0)361 – 655 16 51
Telefon: +49 (0)361 – 655 16 59

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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13.07.2019, Farbharmonie als Ziel. Adolf Hölzel auf dem Weg zum Ungegenständlichen

Bei:


Angermuseum Erfurt

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Stilrichtung:


Abstrakte Kunst

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Moderne Kunst

Bericht:


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