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Ronald Jones gestorben

Der US-amerikanische Künstler und Kritiker Ronald Jones ist tot. Er starb am vergangenen Wochenende im Alter von 67 Jahren. Dies teilte die New Yorker Galerie Metro Pictures mit, die Jones in den 1980er und 1990er Jahren vertrat. Der 1952 geborene Künstler, Kurator, Lehrer und Kritiker wurde Mitte der 1980er Jahre vor allem in New York und den USA bekannt. Er betätigte sich hauptsächlich auf dem Feld der Skulptur. Als Vertreter der Konzeptkunst verlieh er seinen Arbeiten oftmals lange Texte als Titel. Diese mussten zunächst vom Betrachter gelesen werden, um das Kunstwerk zu verstehen. Dabei untersuchte er im Kunstkontext häufig geschichtliche Zusammenhänge mit unterschiedlichen formellen minimalistischen Setzungen. So nutzte er unter anderem den „Police-Room 6-1-9“, das Vernehmungszimmer des südafrikanischen Bürgerrechtlers Steven Biko, oder Teile der Unglücksmaschine des Pan-Am-Flugs 103, der 1988 Ziel eines terroristischen Anschlags über dem schottischen Lockerbie war.

Ronald Jones studierte am Huntingdon College in Montgomery im US-Bundesstaat Alabama und absolvierte seine Bildhauerausbildung an der University of South Carolina. An der Ohio University wurde er mit seiner Dissertation über die Zusammenarbeit zwischen Samuel Beckett und Marcel Duchamp in Interdisciplinary Arts promoviert. 1985 zog er nach New York, zwei Jahre später bespielte er mit seiner ersten Einzelausstellung die Galerie Metro Pictures. Seit 1986 wirkte Jones auch als Kurator und schrieb ab 1987 Kritiken und Artikel für Zeitschriften wie „Arts Magazine“, „Frieze“, „Art in America“, „Parkett“ und „Artscribe“. 1989 wurde er von der School of Art der Yale University eingeladen, Vorlesungen über Bildhauerei zu halten. Jones verlegte sich zunehmend auf seine akademische Laufbahn, die ihn an internationale Orte führte, etwa an die Konstfack University College of Arts, Crafts and Design nach Stockholm, an die Königliche Kunstakademie nach Kopenhagen, an die Columbia University nach New York, an die Städelschule nach Frankfurt und zuletzt an das Royal College of Art nach London.

Ronald Jones wirkte auf mehreren Feldern und trat auch als Gartenarchitekt hervor, etwa für den Pritzker Park in Chicago, den botanischen Garten im brasilianischen Curitiba oder den Hamburger Stadtpark. 1999 schrieb er das Libretto für die erste computergenerierte Oper „Falling and Waving“. Sie wurde von der Brooklyn Academy of Music and Arts in New York aufgeführt. Seine Kunstwerke befinden sich in den Sammlungen mehrerer Museen, darunter dem Museum of Modern Art und dem Metropolitan Museum in New York. Der Grazer Kunstverein widmete ihm 2014 zum Festival Steierischer Herbst eine Retrospektive, organisiert vom damaligen Direktor Krist Gruijthuijsen, der Jones dann 2017 auch in den Kunst-Werken in Berlin präsentierte.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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