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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Emanuel von Seidl in Murnau

Richtfest für das Landhaus Seidl in Murnau, um 1902

Anlässlich des 100. Todesjahres von Emanuel von Seidl eröffnet das Schlossmuseum Murnau heute die Schau „Verloren – doch nicht vergessen!“. Schon 1993 widmete das Museum dem Münchner Architekten eine Sonderausstellung. Für die aktuelle Präsentation förderte die Kuratorin Katharina Drexler unbekannte Dokumente, neue Pläne und Erkenntnisse zu Tage. In mehr als vier Jahren konnte sie annähernd 200 Bauten und Villen, darunter den Entwurf für das Haus von Richard Strauss in Garmisch, ausfindig machen. 20 weitere Pläne und Zeichnungen zu Fassaden und Gestaltung des Marktes Murnau werden ebenfalls präsentiert. Darüber hinaus holte Drexler vier reich illustrierte Gästebücher hervor, die Einblicke in Seidls Leben als Gastgeber, Freund, Unternehmer und Künstler geben.

Der Münchner Architekt hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Ferienort am Staffelsee zu seiner zweiten Heimat erkoren und errichtete 1901 ein luxuriöses Landhaus mit entsprechender Gartengestaltung im englischen Stil. Mit dem geschmackvollen, zum Teil opulenten Interieur im Neoklassizismus, dem Garten mit zwei Weihern, Badehäuschen, Birkenallee und aufgeschüttetem Freundschaftshügel hatte Seidl ein Gesamtkunstwerk erschaffen. Es wurde zu seiner persönlichen Visitenkarte, die ihm in den Folgejahren Aufträge für weitere Villen und Gartenanlagen in und um Murnau einbrachten.

Das alles jedoch existiert nicht mehr. Das Haus wurde 1972 abgerissen, und außer wiederhergestellten Sichtachsen und dem erneuerten Badehäuschen nebst Eiskeller ist nichts mehr vom Park übrig. Auch gibt es keinen Nachlass. Was bleibt, ist die Erinnerung an ihn als „Landhaus-im-Heimatstil-Architekten“, dessen Gesamtwerk im Schatten seines erfolgreicheren Bruders Gabriel von Seidl stand, der sich mit repräsentativen Bauten in München einen Namen gemacht hatte. Bezüglich der Markgestaltung von Murnau bemerkt Katharina Drexler, wie Seidl mit seinen farbenfrohen Designs in Hellblau, Rosé, Rostfarben oder Ocker die Marktstraße zu einer bunten Flaniermeile gemacht habe, die nichts oder nur wenig von einer heimattümelnden Fassadenmalerei à la Oberammergau hat. Es gehe darum, mit dem falschen Bild, er sei ein Jugendstil-Architekt gewesen, aufzuräumen. Man habe es hier mit einem Heimatstil zu tun, der den Historismus überwinden wolle und in der Reformarchitektur einzuordnen sei. Mit 63 Jahren früh verstorben, fehlte Emanuel von Seidl wohl die Zeit, sein volles Potenzial zu entfalten.

Die Ausstellung „Verloren – doch nicht vergessen! Emanuel von Seidl (1856-1919) zum 100. Todesjahr“ läuft vom 5. Dezember bis zum 1. März 2020. Das Schlossmuseum Murnau hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, bis September am Wochenende bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt in die Sonderausstellung kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Schlossmuseum Murnau
Schlosshof 2-5
D-82418 Murnau am Staffelsee

Telefon: +49 (0)8841 – 476 207
Telefax: +49 (0)8841 – 476 277

Quelle: Kunstmarkt.com/Ramin Shafiai

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05.12.2019, "Verloren, doch nicht vergessen." - Emanuel von Seidl zum 100. Todestag

Bei:


Schlossmuseum Murnau

Kunstsparte:


Architektur

Stilrichtung:


Historismus

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Hans Beat Wieland, Schön war’s meiner Seel, / Beim Seidl Emanuel,
 1904
Hans Beat Wieland, Schön war’s meiner Seel, / Beim Seidl Emanuel, 1904

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Hans Beat Wieland, Die letzte Pappel, 2. Januar 1904
Hans Beat Wieland, Die letzte Pappel, 2. Januar 1904

Variabilder:

Emanuel von Seidl, Seerestaurant Bärtl, Uffing 1912
Emanuel von Seidl, Seerestaurant Bärtl, Uffing 1912

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Emanuel von Seidl, um 1910
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Emanuel von Seidl als junger Mann, um 1896
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