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SpallArt Prize geht an Luise Schröder

Der vom Kunstverein Salzburg und der namensgleichen Sammlung ausgelobte SpallArt Prize geht für das Jahr 2020 an Luise Schröder. Die gebürtige Potsdamerin, Jahrgang 1982, konnte sich erfolgreich gegen 117 Mitbewerber aus 22 Ländern durchsetzen. Die Auswahl traf eine dreiköpfige Jury aus dem Künstler Adrian Paci, der Fotografin Karin Peyker, Vorstandsmitglied des Kunstvereins, und Christiane Kuhlmann, Kuratorin für Fotografie und Medienkunst am Museum der Moderne in Salzburg. Bei allen ihren Projekten erweise sich die Fotografin als eine exzellente Analytikerin, die ihre Ergebnisse in eigene fotografische Arbeiten überträgt und oftmals raumgreifend in Szene setzt, urteilte das Preisgremium und sagte weiter: „Die Jury überzeugte die Konsequenz mit der sie bereits seit ihrem Studium 2009 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Heidi Specker und Prof. Günther Selichar eine eigenständige fotografische Bildsprache für historische und gesellschaftliche Zusammenhänge entwickelt hat.“

Luise Schröder arbeitet als Fotografin, Medienkünstlerin und Kunstvermittlerin auf gesellschaftspolitischen Feldern. In ihrem Schaffen verknüpft sie künstlerische und politische Recherche vor allem zu historischen Themen. 2014 stellte sie in der Reihe „Talents“ bei C/O Berlin ihre „Arbeit am Mythos“ vor, eine visuelle Spurensuche durch aktuelle und historische, kulturelle und politische Schichten der Stadt Dresden zwischen der Bombardierung 1945 und der Jahrhundertflut im Jahr 2002. Dabei untersuchte sie, wie Bilder der Zerstörung sich zu einem wiederholten Mythos bis in die Gegenwart fortschrieben. 2015 zeigte sie im Art Space in Tel Aviv eine installative Arbeit zum Frauenbild zwischen 1920 und 1970 im israelischen Kibbuz. In ihrem 2018 entstandenen Film „Unamerica – Relocating Memories“ thematisiert Luise Schröder das Gedenken an die Internierung von japanischstämmigen Amerikanern im ehemaligen War Relocation Center Manzanar während des Zweiten Weltkrieges und den heutigen Erinnerungsritualen der nachfolgenden Generation. In ihrer Videoinstallation zieht sie Vergleiche zu den Fotografien Ansel Adams und Dorothea Lange. 2018 gehörte Luise Schröder zu den Teilnehmern des Botho-Graef-Kunstpreises in Jena, der dem Andenken an den bedeutenden Rechtswissenschaftler Eduard Rosenthal, den Vater der Thüringer Verfassung, gewidmet war.

Der SpallArt Prize ist eine internationale, jährlich vergebene Auszeichnung für herausragende Leistungen in zeitgenössischer Kunst mit alternierenden Schwerpunkten. 2019 bis 2021 liegt der Fokus auf zeitgenössischer Fotografie. Der SpallArt Prize Salzburg wird von der Sammlung SpallArt gesponsert und besteht aus einem Preisgeld von 4.000 Euro, einem einmonatigen Arbeitsstipendium und einer Einzelausstellung im Salzburger Kunstverein. Im Jahr 2019 ging die Auszeichnung an Pierre Descamps.

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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