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Sparda-Kunstpreis in Stuttgart

Ülkü Süngün, aus der Serie „Transitional Objects“, 2011/12

Das Kunstmuseum Stuttgart stellt aktuell die diesjährigen Nominierten des Sparda-Kunstpreises „Kubus“ vor. In der fünften Ausgabe des Preises, die sich bildhauerischen Fragestellungen widmet, sind Ulla von Brandenburg, Camill Leberer und Ülkü Süngün mit von der Partie. Ziel ihrer Installationen und performativen Inszenierungen ist es, den Raum und die Raumerfahrung der Betrachtenden zu verändern. Am 4. November wird dann bekanntgegeben, welcher der drei Kunstschaffenden den mit 20.000 Euro dotierten Preis erhält. Neben dem „Kubus“ hat die Sparda-Bank einen Publikumspreis in Höhe von 5.000 Euro ausgelobt, für den die Besucher*innen bis zum Ende der Ausstellung am 8. Januar abstimmen können.

Die Karlsruher Künstlerin Ulla von Brandenburg, geboren 1974, erzeugt mittels Farben, raumhohen Stoffbahnen, plastischen Objekten, Videos und Performances bühnenhafte Szenerien. So rufen bei der Arbeit „Personne ne peint le milieu“ von 2019 Videos, die auf Stoffe projiziert werden, Unterwasseraufnahmen ins Gedächtnis, in denen Gegenstände langsam in die blauen Tiefen zu sinken scheinen. „Color Notation“ rückt statt der eigentlichen Ausstellungsstücke, deren verlassenen Plätze in den Fokus. Rechteckige Silhouetten auf den Stoffen erinnern an Schatten längst abgehängter Gemälde, wie beiläufig stehen Aquarelle am Boden. Ulla von Brandenburg studierte Szenografe und Medienkunst an der Staatlichen Hochschule Karlsruhe sowie Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.

Das Zusammenspiel verschiedener Materialien charakterisiert das Schaffen Camill Leberers. 1953 in Kenzingen geboren, studierte Leberer Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Die Schau stellt Großplastiken wie „Lichtung“ von 2009 oder „Nachbild – Lichtfaden“ von 2021 aus Stahl und Glas vor, die als Architekturelemente gelesen werden können und den Besucher im Ausstellungsraum konfrontieren. „Glashaut 2“ spielt wiederum auf die semipermeable Eigenschaft der menschlichen Haut an, indem natürliches Licht sich in dem farbigen Glas bricht und gleichzeitig künstliches Licht aus dem Inneren des Glaskörpers nach außen dringt. Die Fotografien Leberers thematisieren ebenfalls die Grenze zwischen Innen und Außen.

Die aus Istanbul stammende Künstlerin Ülkü Süngün gründete 2017 das „Institut für künstlerische Migrationsforschung“. In ihren Performances, Installationen und Fotografien widmet sie sich Erfahrungen von Flucht und Identität. In ihrem seit 2018 laufenden Performanceprojekt „Takdir“ lädt Süngün die Besucher*innen ein, mit ihr die korrekte Aussprache der Namen der NSU-Mordopfer zu lernen, um der Anschlagsserie zu gedenken. Der fiktive Fotoroman „Lauter Steine“ und die Installation „Lacrimarium Europae“ behandeln die Schwierigkeiten des deutschen Asylverfahrens, während ihre Fotoserie „Transitional Objects“ von 2011/12 Alltagsgegenstände der türkischen Kultur vorstellt. Ülkü Süngün absolvierte im Anschluss an ein Studium der Verfahrenstechnik und die Tätigkeit als Ingenieurin ein Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.

Der „Kubus“-Kunstpreis wurde 2013 gemeinsam von der Sparda-Bank Baden-Württemberg und dem Kunstmuseum Stuttgart ins Leben gerufen und steht seit 2015 unter einem übergeordneten Themenschwerpunkt. Die Auszeichnung wird altersunabhängig für eine herausragende künstlerische Leistung vergeben und richtet sich an Kunstschaffende mit einem biografischen Bezug zum Land Baden-Württemberg.

Die Ausstellung „Kubus. Sparda-Kunstpreis 2022“ ist bis zum 8. Januar zu sehen. Das Kunstmuseum Stuttgart hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, freitags bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 11 Euro, ermäßigt 8 Euro.

Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 1
D-70173 Stuttgart
Telefon: +49 (0)711 – 216 196 00

Quelle: Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

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24.09.2022, Kubus. Sparda-Kunstpreis 2022

Bei:


Kunstmuseum Stuttgart

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Film und Video

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Skulptur

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Aktionskunst und Performance

Kunstsparte:


Installationskunst

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Bericht:


Stuttgarter Kunstpreis für Ulla von Brandenburg

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