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Architekt Rob Krier ist tot

Der Architekt und Bildhauer Rob Krier ist gestorben

Der luxemburgische Architekt, Stadtplaner und Bildhauer Rob Krier ist Ende November im Alter von 85 Jahren in Berlin gestorben. In seiner international beachteten Publikation „Stadtraum in Theorie und Praxis“ hatte er sich 1975 am Beispiel der Innenstadt Stuttgarts mit der städtebaulichen Rekonstruktion zerstörter urbaner Strukturen und der Wiedereinbringung traditioneller Raumkompositionen im Städtebau der Nachkriegszeit beschäftigt. Das Buch avancierte zu einer Art „Städtebaubibel“ der Postmoderne, in dem Krier an historische Vorbilder und archetypische Städtebaumuster anknüpft und Typologien von Straßen- und Platzräumen entwickelt. Sein Ziel war stets, urbane lebenswerte Stadträume zu schaffen, die Plätze und Straßenräume ausbilden. In seinen städtebaulichen Grundsätzen ging es darum, einer autogerechten Stadt den Riegel vorzuschieben und Themen wie Stadtreparatur, Verdichtung und abwechslungsreiche Stadträume zu betonen.

Zu seinen bekannten Bauten gehören die von 1977 bis 1980 errichtete, als „Konzepta“ bekannte, postmoderne Wohnanlage in Berlin-Kreuzberg, das zwischen 1980 und 1985 entstandene Stadtvillenquartier Rauchstraße für die Internationale Bauausstellung 1987 in Berlin, die in Wien über sechs Jahre bis 1987 gebaute Wohnhausanlage an der Breitenfurter Straße, das nach 15 Jahren Bauzeit 2004 vollendete „Consuls de Mer“ in Montpellier und der kurz vorher 2001 in Den Haag realisierte Wohnungs-, Büro- und Ladenkomplex „De Resident“. Die meisten Projekte von Krier sind in den Niederlanden zu verorten. Von seinen Skulpturen stehen in Deutschland die mit seinem Bruder Léon Krier geschaffene Bronze „Flößer“ von 1988/90 auf der Auerbrücke in Pforzheim, seine „Hockende Frau“ in der Berliner Friedrichstraße und in Österreich die überlebensgroße Gruppe „Mahnmal: Schatten und Licht“ innerhalb der Wohnhausanlage an der Breitenfurter Straße.

Rob Krier, 1938 in Grevenmacher geboren, absolvierte seine Ausbildung von 1959 bis 1964 an der TU München. Es folgte die Mitarbeit in den Büros von Oswald Mathias Ungers und Frei Otto. Nach Lehrtätigkeiten an der Universität Stuttgart und der École polytechnique fédérale de Lausanne wurde er 1976 an die TU Wien berufen, wo er bis 1998 eine Professur am Institut für Gestaltungslehre innehatte. Dort traf Krier eine Gruppe von Architekt*innen, mit denen sich ein lebendiger Diskurs zur Wiener Spielart der Postmoderne entfaltete. Mit seinen bildkräftigen Entwürfen, Studien und Publikationen prägte er eine ganze Generation von Architekturstudierenden. 1986 war er Gastprofessor an der Yale University in New Haven.

Zur Architektur und Stadtplanung erklärte Krier: „Ich gehe so weit, zu behaupten, dass es heute nützlicher ist, etwas Altes, Bewährtes nachzumachen, als etwas Neues zu erstellen, das das Risiko eingeht, das Menschen davon Schaden erleiden.“ In einem Interview betonte er nicht ohne Augenzwinkern, dass er mit der „Postmoderne nichts am Hut habe“. Für den Luxemburger bildeten Straßen- und Platzräume zentrale kompositorische Elemente, wie es etwa seine Wiener Anlage mit dem zentralen Rundhof verdeutlicht. In der österreichischen Metropole blieb Krier mit seinem Architekturbüro bis 1994, wo er auch seine Projekte für die IBA 1984/87 entwickelte, die ihm internationale Anerkennung einbrachten.

Die IBA in Berlin kam dem Architekten mit ihrer Ausrichtung sehr entgegen. Als erste Internationale Bauausstellung kümmerte sie sich auch um bereits vorhandenen Baubestand, und nicht ausschließlich um den Neubau. Sie rückte sanierungsbedürftige Stadtquartiere ins Rampenlicht und machte die Reparatur der Stadt zum zentralen Anliegen. Rob Krier plante gleich mehrere Projekte für die IBA wie etwa die Wohnanlage Ritterstraße-Nord mit 315 Wohnungen. Auch für den städteräumlichen Entwurf der sogenannten Stadtvillen an der Rauchstraße zeichnete Rob Krier verantwortlich; eine davon errichtete er in Eigenregie, da sein Credo lautete, bei großen stadtplanerischen Projekten immer auch selbst mitzubauen. Es folgten weitere Aufträge, die ihn nach Frankreich und vor allem in die Niederlanden führten. 1994 verlegte er seinen Wohn- und Arbeitssitz nach Berlin, wo er bis 2010 gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Christoph Kohl ein Büro führte.

Mit seiner Meinung hielt sich Rob Krier in der Öffentlichkeit nicht zurück. In einen Interview mit der Zeitung „Die Welt“ zu seinem 80. Geburtstag polterte er über das aktuelle Baugeschehen in Berlin: „Ich bin wahrhaftig erschrocken über das, was man von dieser neuen Europa-City am Hauptbahnhof sieht. 30, 35 Jahre Lehre und Veröffentlichungen und Bauanstrengungen sind in den Wind geschlagen. Wie Kollegen heute diesen repetitiven Dreck, diese Banalität in die Städte tragen können – das ist ungeheuerlich und geschmacklos, das ist öffentliche Kriminalität, Baukriminalität! Wenn in der Oper diese Art von Qualität gesungen würde, die wäre leer und müsste in drei Wochen schließen.“


05.12.2023

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Skulptur von Rob Krier an der historischen Atelieradresse von Reinhold
 Begas im südlichen Tiergarten, Berlin
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Rob Krier, Stadtvillenquartier Rauchstraße, Berlin 1980-1985
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