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Krefeld beleuchtet neue Wege des Designs vor 100 Jahren

in der Ausstellung „Die große Verführung. Karl Ernst Osthaus und die Anfänge der Konsumkultur“

Unter dem Titel „Die große Verführung“ präsentiert das Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld erstmals eine vor genau 100 Jahren erworbene Mustersammlung alltäglicher Gebrauchsobjekte. Die angewandte Kunst gehörte zum Kern des 1899 gegründeten Kunstmuseums, dessen Exponate auch der Geschmacksbildung ortsansässiger Kunsthandwerker und Entwerfer dienen und damit in die Gestaltung von Gebrauchsgegenständen bei den Krefelder Unternehmen einfließen sollten. Im Jahr 1923 kaufte der Museumsverein die von Karl Ernst Osthaus aufgebaute Sammlung des „Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe“ an, die dann 1928 als Schenkung in städtischen Besitz überging.

Nachdem der Hagener Industrielle und Mäzen Osthaus bereits 1902 das Museum Folkwang gegründet hatte, initiierte er auf der zweiten Jahresversammlung des Deutschen Werkbunds (DWB) 1909 eine Lehr- und Vorbildersammlung für Dinge der Alltagsgestaltung. Aus einer Abwehrhaltung gegen den trivialen Historismus sollte diese zur Verbreitung von Reformideen und zur Erziehung des guten Geschmacks dienen, um das von Schnörkeln und stilistischem Durcheinander geprägte und international in Verruf geratene deutsche Design qualitativ auf das Niveau eines „Made in Germany“ anzuheben. Finanziert vom DWB und Osthaus, wurde rasch ein Fundus aus mustergültigen Massenwaren zusammengetragen, der sich speziell durch Gediegenheit, solide Verarbeitung, natürliche Materialien und verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen auszeichnete. Auf diese Weise kamen rund 4.000 Stücke führender Künstler der damaligen Zeit zusammen, darunter Plakate, Tapeten, Stoffe, Anzeigen, Objekte aus Keramik, Glas, Metall oder silberne Luxuswaren, Fotografien moderner Bauten, kaufmännische Drucksachen, Buchgestaltungen und technische Geräte wie Wasserkessel oder Ventilatoren. Beraten von Peter Behrens, He Hendrik Petrus Berlage, Josef Hoffmann und Walter Gropius, zeichnete sich der Bestand durch eine sachliche dokumentarische Ästhetik aus.

Dabei entwickelte Karl Ernst Osthaus quasi als „Influencer“ das neue Format eines mobilen Museums. Sortiert nach Themen oder Materialien wurden Exponatgruppen in Rathäusern, Firmenzentralen oder Hochschulen als Wanderausstellung präsentiert, um Vorbilder guter Gestaltung zu vermitteln. Ein festes Domizil war nicht vorhanden; Osthaus’ Hagener Museum diente lediglich als organisatorische Zentrale. Hier wurden auch begleitende Vorträge oder Seminare erarbeitet, eine Prüf- und Vermittlungsstelle unterhalten, ein Bild- und Dia-Archiv angelegt sowie Publikationen oder Wettbewerbe organisiert, um dem Ganzen eine breite mediale Entfaltung zu ermöglichen. Doch nur rund viereinhalb Jahre bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges war dem Vorhaben Erfolg beschieden.

Bei den Gegenständen handelt es sich um eine der ersten Kollektionen zeitgenössischen Designs überhaupt. Erstmals ist dieser lange vergessene Fundus nun voll erschlossen, und große Teile können in einer von Ina Ewers-Schultz und Magdalena Holzhey konzipierten Schau umfassend präsentiert werden. Dabei tun sich bemerkenswerte Korrespondenzen zur Jetztzeit auf. Damals wie heute war die Zeit von gravierenden künstlerischen und wirtschaftspolitischen Veränderungen geprägt. Der Weg in eine Industriegesellschaft erforderte entscheidende Umstellungen bei den Erfordernissen industrieller Produktion, was zu großen Disputen zwischen Verfechtern individueller künstlerischer Gestaltung einerseits und typisierten Produktionsmethoden andererseits führte. Auf dieser Grundlage entflammte später der Gedanke des Bauhauses. Wie heute Werbung das Kaufverhalten beeinflusst oder wie nunmehr „gutes“, nachhaltiges Design entstehen kann, sind aktuelle Fragestellungen, die in der Krefelder Schau thematisiert werden.

Die Ausstellung „Die große Verführung. Karl Ernst Osthaus und die Anfänge der Konsumkultur“ ist bis zum 28. April 2024 zu besichtigen. Das Kaiser Wilhelm Museum hat täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr, freitags und samstags bis 18 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt an Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag und Silvester. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 3 Euro; Personen unter 18 Jahre haben freien Eintritt. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen, der im Museum 29,90 Euro kostet.

Kaiser Wilhelm Museum
Joseph Beuys-Platz 1
D-47798 Krefeld
Telefon: +49 (0)2151 – 975 580


28.11.2023

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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