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Rolf Hans

"Stele IX, 1990", Skulptur aus dem Zyklus "Poesie der Dinge"


Holz
Auf der Unterseite signiert, datiert und betitelt
Größe mit Sockel: 111 x 11,5 x 11,5 cm


Poesie der Dinge
Zu Beginn der 1970er Jahre beginnt Rolf Hans erstmals mit der Gestaltung von Objekten. Es sind kleine Skulpturen, die er aus Eisenrohren mit rundem oder viereckigem Profil zusammenfügt. Mit ihnen sucht er parallel zu seinen zeitgleich entstehenden Gemälden eine neue, dreidimensionale Erfahrungswirklichkeit zu schaffen.
1987 nimmt Hans das Medium Skulptur erneut auf. Dabei gilt ihm der Arbeitsprozess nun nicht mehr als ein bewusstes Konstruieren, sondern ein sich vom Gegebenen Leiten-lassen. Und wie bei seinem malerischen Schaffen, entstehen jetzt auch seine Objekte aus einer inneren Notwendigkeit heraus, nicht um ein intellektuelles Vakuum zu füllen. „Dieser Zwang hat mich seit Jahrzehnten im Griff und seit ein paar Jahren versuche ich, ihn mit dem Zyklus ‚Poesie der Dinge‘ zu befrieden.“ Das geistige Klima war vorbereitet“.
So konzentriert sich Hans in seinem letzten Lebensjahrzehnt auf die Arbeit an dem Skulpturenzyklus. Und wie im Rausch schöpft er aus den neu gegebenen Möglichkeiten, die ihm das Gestalten der Objekte bietet: „Die Poesie der Dinge wächst, sie schluckt alle Zeit, Vieles wird vernachlässigt, kaum noch Briefe, das Tagebuch schweigt weitgehend, Konzertbesuche beschränken sich auf Wesentliches. Es entsteht ein Zwang und hat doch als Spiel begonnen, doch Versuche waren immer eine ernste Sache die den ganzen Kerl fordern. [...] Die Objekte haben sich in meine Ratio geschlichen, vorsichtig und unbemerkt, beanspruchen ihren Platz, haben ihn eingenommen, sind Teil meiner selbst.“
„Es ist ein schwierig Ding mit der Kunst, mit Blick auf die Vorgänger versucht man den Weg zu finden, der Zeitgeist und seine Ästhetik beeinflussen die Richtung, man weiß ob der Unzufriedenheit in der man sich bewegt. Jetzt, in mitten der ‚Poesie der Dinge‘ ein Gefühl von Freisein, dennoch eng verbunden mit Vielem was vorher war, da ist auch kein Programm, nur ein Titel der jede Arbeit von Freiheit erlaubt.“
Doch trotz der Vorbilder vor Augen gelingt es Hans von Anfang an mit seinem Objektzyklus ganz eigenständige Formulierungsmöglichkeiten zu finden. Was ihn mit Max Ernst, Brancusi, Duchamp verbindet, ist allein das Ausgangsmaterial: Fundsachen.
Es sind ganz banale Dinge des alltäglichen Lebens – ehemals Benötigtes, Nützliches und Praktisches wie Werkzeuge, Gebrauchsgegenstände, Geräte –, die ihrer Funktion enthoben sind und nun dem Künstler als Tür zur Phantasie dienen.
Dergestalt entkleidet Hans die Dinge ihrer bisherigen, traditionellen Funktion bzw. ihrer archaischen Bestimmung und transportiert sie in eine andere, neue Wirklichkeit, um sie wieder zu beseelen. Dabei will er, ohne zu ästhetisieren, die vorgefundene Gestalt nicht verleugnen. Ihre ‚angeborene‘ Struktur, Gebrauchsspuren und Farbe nur geringfügig verändernd, sucht er ihren Sinn und Zweck als Form hervorzuheben und ihre innewohnende Ausstrahlung neu zu definieren.
Die Dinge werden bearbeitet, haben im Kampf mit dem Künstler ihre Eigenart aufzudecken und in Verbindung mit anderen Gegenständen neue Aussagen zu machen.
So präsentiert Hans ohne jede Künstlichkeit dinghaft die abstrakten Symmetrien der Holz und Metallobjekte und platziert sie ganz der künstlerischen Tradition gehorchend auf einen Sockel. Darüber hinaus integriert er diesen in das Werk. Denn als unterster Bestandteil bereitet der Sockel nicht nur auf die Skulptur vor, sondern lockert, löst oder festigt ihre Erdverbundenheit. Mit diesem Aufrichten verschafft er den Skulpturen ein weiteres Eigenleben, sozusagen ein zweites Dasein, und gibt ihnen auch mit einem neuen Namen eine neue Identität. „Sie zeigen ihre Persönlichkeit, eines mehr, ein anderes weniger, wie das so ist im Leben, bzw. in der Kunst.“ Was ihnen allen gemein ist, ist ihr Wirken aus der Vergangenheit in das Hier und Jetzt. Dabei offenbaren sie ihre ursprüngliche Schönheit und das Mystische, das unsere Phantasie beflügelt.
Durch welche ambivalenten Weise uns die Skulpturen und Objekte von Rolf Hans auch begegnen, sie tun dies nie laut oder exaltiert. In ihrer ausgewogenen und schlichten Erscheinungsform treten sie still und leise, aber bestimmend mit uns in Kontakt. Befremdend fordern sie uns immer wieder auf, Fragen zu stellen: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Sie bieten uns keinerlei Hinweise, die uns bei der Beantwortung weiterhelfen könnten. Dafür geben sie uns einen umso größeren Spielraum für Assoziationen und Imaginationen. Sie appellieren an unser Unterbewusstsein. Sie laden uns zum Verweilen und zur Meditation ein: Es ist der allvertraute Beginn und das unbewusste Aufbrechen zu den Geheimnissen der Schöpfung.


Kunstsparte:: Skulptur
Material/Medium/Technik:: Holz



Biographie und Kunstwerke: Rolf Hans


Preis: 850,- Euro

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