Haberpointners „Köpfe“ verstehen sich nicht als Abbilder realer Artgenossen, sie stellen keine realen Physiognomien dar, sondern oszillieren zwischen geometrischer Grundform und organischem Gebilde. Je nach Bearbeitung gleichen sie mal dieser, mal jener Form: es wird geschlagen, gebrannt, aufgefasert, gehackt, geritzt, ummantelt mit Blei, malträtiert mit Reißnägeln, ornamentiert durch Verspachtelungen, balsamiert mit Wachs. Aber immer ist die hölzerne Grundform dahinter erkennbar und spürbar. Haberpointner geht es um die Bearbeitung/Behandlung von Holz in all seinen Möglichkeiten und Nuancen. Diese besondere Beziehung des Bildhauers zu seinem Material wird dort sichtbar, wo er das Material fast unbehandelt belässt und alleine die holzeigene Struktur akzentuiert. Manchmal reichen besonders ausgeprägte Jahresringe eines Blocks, um den Künstler zu einer besonderen „Kopf-Kreation“ zu inspirieren: alleine durch feine Kreidelinien betont, evoziert Haberpointner die Imagination einer clownesken Erscheinung. Oder er verwendet einen besonders verlaufenden Sprung im Holz, um diesen als Charakteristikum der Skulptur einzusetzen, wie in dem Fall, wo sich ein Sprung im Holz zu einem fratzenhaften Grinsen, Franz Xaver Messerschmidt lässt grüßen, verwandelt.
Bei manchen der „Köpfe“ ist der Holzblock aber nur mehr Träger einer Hülle, die zudem stark strukturiert sein kann und sich somit in Richtung Abstraktion entwickelt. Die völlige Ungegenständlichkeit ist keine Unbekannte in Haberpointners Werk: immer wieder untersuchte er anhand geometrischer Holzblöcke visuelle und taktile Oberflächenmöglichkeiten. Dadurch, dass Haberpointner sich konsequent um ein und dieselbe Grundform bemüht, Ähnlichkeiten schafft, wobei er einmal das Material selber mehr zur Sprache kommen lässt, dann wieder dem Material vollständig seinen künstlerischen Willen aufzwingt, schafft er Wahrnehmungsbeziehungen, die wiederum das Einzelne besser erklären können.
„Das Konzept als Idee ringt mit der Materie der Natur“ (Dieter Ronte)
1966 Geboren in Salzburg
1980-1984 Fachschule für Bildhauerei, Hallein
1986-1991 Hochschule für Gestaltung, Linz
1990 Förderungspreis der Hochschule für Gestaltung, Linz
1992 regelmäßige Reisen nach Italien
1993 mehrmalige Aufenthalte in Köln
1995 Arbeitsstipendium in Paris, Land Salzburg
1997 Theodor-Körner-Preis
1998 Arbeitsstipendium New York, Bundesministerium Österreich
2000 Arbeitsstipendium New York, Land Salzburg
2001 Förderungspreis, Land Oberösterreich
Einzelausstellungen (Auswahl)
1992
Galerie Academia, Salzburg
1994
Galerie Reckermann, Köln / Galerie Figl, Linz
1995
Galeria Academia, Salzburg / Künstlerhaus - Palais Thurn und Taxis, Bregenz
1996
Galerie Chobot, Wien / Kunstverein Kärnten
1997
Museum Moderner Kunst - Stiftung Wörlen, Passau / Galerie Figl, Linz / Galerei Serge Ziegler, Zürich
1998
Galerie Chobot, Wien
1999
Galerie Reckermann, Köln / Galerie Academia, Salzburg
2000
Oskar Kokoschka Galerie, Prag / Galerie Chobot, Wien
2002
Galerie Reckermann, Köln / Kunstraum Furhwerkswaage, Köln / Galerie Chobot, Wien
2004
Museum Würth, Künzelsau / Mario Mauroner Contemporary Art, Salzburg / Galerie Chobot, Wien
1980-1984 Fachschule für Bildhauerei Hallein
1990 Förderungsspreis der Hochschule für Gestaltung
1991 Studienabschluß an der Hochschule für Gestaltung, Linz
Förderungspreis der Universität für gestaltung, Linz
1995 Arbeitsstipendium in Paris
1997 Theodor Körner Preis
1998 Arbeitsstipendium New York
2000 Arbeitsstipendium New York
2001 Foerderungspreis Land Oberösterreich
Einzelausstellungen (Auswahl):
2006 Mario Mauroner Contemporary Art Vienna
Galerie Renate Bender
Sammlung Würth/Böheimkirchen
2005 Galerie Eugen Lendl/Graz
2004 Galerie Chobot/Wien
Museum Würth/Künzelsau
Mario Mauroner Contemporary Art
2002 Galerie Reckermann/Köln
Kunstraum Fuhrwerkswaage/Köln
Galerie Chobot/Wien
2000 Oskar Kokoschka Galerie/Prag
Galerie Chobot/Wien
1999 Galerie Reckermann/Köln
Galerie Academia/Salzburg
1998 Galerie Chobot/Wien
1997 Galerie Serge Ziegler/Zürich
Galerie Figl/Linz
Museum Moderner Kunst Passau
1996 Galerie Chobot/Wien
Kunstverein Kärnten
1995 Galerie Academia
Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis/Bregenz
1994 Galerie Reckermann/Köln
Galerie Figl/Linz
Gruppenausstellungen (Auswahl):
2006 Körper – Raum, Objekte, NÖ DOK für Moderne Kunst
2003 30 Jahre Galerie im Trakelhaus, Galerie im Trakelhaus, Salzburg
Galerie am Stein, Schärding
2002 Heintz’s Wonderland – Aspects de la sculpture contemporaine
Galerie l’Indémendance, Banque International à Luxembourg
2001 Connecting Worlds. J.F. Kennedy Center, Washington DC
Einblick – Ausblick – Überblick, Kunsthallte Schwäbisch Hall
Die Farbe Schwarz, Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz
Von Edgar Degas bis Gerhard Richter, Rupertinum, Salzburg