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Firmament Phantom

Günter Brus

Geboren: 1938 in Ardning, Steiermark

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Ich habe alle Farben dieser gottlosen Welt geschaut, alle möglichen Formen inspiziert. Am Ende habe ich feststellen müssen, dass ich von den Farben und Formen vergewaltigt wurde. Allzu viele Eindrücke habe ich im Kopf und nur die wenigsten konnte ich festhalten. Manchmal kommt mir die Sprache zu Hilfe und sehr gelungene Bild-Dichtungen halfen mir aus meiner Einsamkeit.
Die Musik muss ich gleich Kandinsky oder Monet in die Bilder zwingen. Aber, seltsam, wer applaudiert vor den “Seerosen”, welche Besuchermasse kommt in Rage? Kein Trampeln und Stampfen vor einem berückenden Bild. Manchmal ein Aufstöhnen mitten in einem Gedicht. Aber was will Rimbaud gegen Mozart ausrichten. Nicht umsonst spricht man vom URKNALL, nicht aber vom URWORT oder von der URFARBE. Mithin, am Anfang war der Knall und das Wort kam nur etliche Milliarden Jahre zu spät. Schon eher war das Formen von Kügelchen mit Scheiße da, die Skulptur. Warum ein fröhlicher Atheismus?
Weil der Mensch bekanntlich von den Primaten abstammt. Also entstand beispielsweise der Homo sapiens. Aber ehe er entstand, kam ein Schöpfer um die Ecke gepfiffen und keuchte auf einmal diesen Erstmenschen eine Seele ein.
Wann das amerikanische “Intelligent Design” den Tieren eine Seele abspricht, so kommt mir dies, mit Verlaub, irrational und wahnsinnig vor. Es gibt keinen Unterschied zwischen der Seele eines Menschen und einer Ameise, außer der Mobilität des Gehirnes. Ich blicke durch die Farben ins Weltall, welches einmal vom unfassbaren Nichts verschluckt wird.
Ich kann nicht anders, als in Millionen oder Trilliarden zu denken und mein Handwerk versagt kläglich. Der Pulsschlag der Zeit ist mir weiter als weit.
Das Sterben der Sonnen gleicht sich meinem Denken an.
Nach der Entzweiung von Kunst und herkömmlicher Natur ereignete sich die Atomspaltung und beispielsweise Wols oder Pollock - oder auch Rothko.
Hinter dieser Sprengkraft können nur noch Variationen eines vormaligen Themas passieren.
Die so genannte Postmoderne begriffen als postenzyklopädische Ratlosigkeit.
Alles geht und alles wird imitiert:
Secondhandismus!
Ich habe mich ausgezeichnet.

Günter Brus, Mai 2006


Biographie


1938 in Ardning geboren
1953 – 1958 Studium an der Kunstgewerbeschule Graz
1958 – 1960 Studium an der Akademie für Angewandte Kunst Wien
1964 Gründung des „Wiener Aktionismus“ mit Otto Mühl, Hermann Nitsch und Armin Schwarzkogler
1966 Teilnahm am legendären „Destruction in Art Festival“ in London
1968 Präsentation seiner Aktion „Kunst und Revolution“ an der Universität Wien, wofür er zwei Monate in Untersuchungshaft musste und von einem Geschworenengericht zu sechs Monaten Arrest verurteilt wurde
1969 Flucht nach Berlin
1971 Erscheinung seines Romans „Irrwisch“
1972 Teilnahme an der Documenta 5 in Kassel
1979 Rückkehr nach Graz
1980 Teilnahme an der Biennale in Venedig
1997 Auszeichnung mit dem Großen Österreichischen Staatspreis

Lebt und arbeitet in Santioago und Graz.



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Ausstellungen


Galerie Heike Curtze, Wien; Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien; Graphische Sammlung Albertina, Wien; Art Cologne 2003, Köln; Galerie Heike Curtze, Salzburg; Kunst Zürich 2003, Zürich; Rupertinum, Salzburg; Sammlung Essl, Klosterneuburg; Graz 2003 Kulturhauptstadt Europas Organisations GmbH, Graz; Forum Stadtpark, Graz; Galerie Lang Wien, Wien; Kunstforum Wien, Wien; Galerie Krinzinger, Wien; Galerie Zacheta, Warszawa; White Box Gallery, New YorK; Kunsthalle Wien; Museum für angewandte Kunst, MAK, Wien; L'Autriche Visionaire. Palais des Beaux-Arts, Bruxelles, Belgien; Goya Hommages. Musée des Beaux Arts, Bordeaux, Frankreich; Kunsthaus Zürich; Ludwig Múzeum, Budapest; Wiener Aktionisten. proton ICA Amsterdam; Thinking Print. Museum of Modern Art, New York; Stedelijk Museum, Amsterdam; Centre Georges Pompidou - Musée national d’art mod, Paris; Musée des Beaux-Arts de Nantes, Frankreich; Museum Sammlung Friedrichshof, Zurndorf; Galerie Beaumont, Luxembourg; Kunsthaus Zug, Schweiz; Sidney Biennale, Sydney; Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg; Museum of Modern Art, New York; Wiener Secession; Galerie im Taxispalais, Innsbruck; Nouvelle Biennale, Paris; Lenbachhaus, München; Kunsthalle Bern.



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