Die Kunst, online zu lesen.

Home



Himmel und Wasser

Nora Ehrlich


BiographieArbeiten

Zum Künstler


Das Licht auf den Bildern der Nora Ehrlich sitzt nicht wie ein ölauge obenauf, die Farben leuchten aus sich heraus. Die hellsten Tone werden aus dem Dunkel der Untergründe emporgehoben, sie erhalten einen Auftrieb wie Schwimmkorper. Die unteren Farben können abgurgeln, wie die Pfütze nach einem Regenguss. Dann wieder heben sie die oberen Partien empor, als würden diese schweben.
Ein merkwürdiger Prozess kleinteiliger Bewegungen ist den Bildern dieser Malerin eigen. Es ist, als ob sie das Miteinander der Farben auf Schritt und Tritt verfolgt. Wie ein neugieriges Kind betreibt sie ihre Farbforschung. Da ist nichts festgezurrt, erstarrt keine Form im Formalismus, ist nichts zu Ende gepinselt. Diese Freude am Agieren und Reagieren der Töne führt zur Offenheit, Durchsichtigkeit und Leichtigkeit der Komposition. Wie durch tiefe Wasser hindurch lassen sich die Schichten beobachten. Nichts ist zugemalt. nichts wirkt schmuddelig oder pingelig. Uberall herrscht eine eigenwillige Pracht, ohne pompös zu sein. Ein Ausdehnen und Sich-Zusammenziehen dunkler und heller, kalter und warmer Töne, ohne monochrom zu werden. Es entsteht auch ein Zugleich von Fernblick und Nahsicht, denn die perlenden, flockigen, fetzigen, linearen Notationen werden letztlich in einer gro§en Bewegung zusammengehalten. Es ist ein autonomes Spiel mit der Farbe. voller Abgründe und Aufbrüche, aber es ist keine Materialschlacht.

Die Farben gewinnen ihre Spannung im Dialog der einzelnen Elemente, in der Fläche wie der Tiefe: Da liegen, in ,,Einige Farben" 2001, unter dem schmalen Blau an der äu§ersten Kante ein dunkles Rot und darunter ein Schieferblau, und die oberen Töne sind mit Wei§ gemischt, so dass sich ein himmlisches Coelinblau ergibt. Ein Miteinander in der Tiefenstaffelung der Schichten ist dies, zugleich kommt die Zwiesprache der Formen und Farben auf der Bildoberfläche hinzu. Als Parlando von Komplementärfarben etwa. Das hebt zunächst in einem klassischen Rot-Aufbau an, indem dunkle und helle Rots einem Orange wie einem guten Bekannten begegnen und mit Lachsrot schwofen. Das Türkis wirkt wie ein Tüll-Schleier oder eine tänzelnde Schaumkrone.

Lobpreisung sonniger Töne der Rotskala. Aber das Licht überstrahlt nicht etwa die Farben und vereinheitlicht sie, sondern ihm setzen sich kecke, freche Chromoxydgrüns entgegen, die eine eigene Feurigkeit entwickeln. Ein knatschiger MagentaTon schiebt sich dazwischen, ein Wei§ sitzt obenauf.

in benachbartes Ultramaringelb erzeugt Dramatik. Ob abgründig oder triumphal, immer wirken die Arbeiten frisch und forsch gemalt. Voller Offenheit und Hoffnung. Nie kippt die Farbkomposition in lyrische Gefühligkeit, in blo§e Befindlichkeit um.
Kein Mystizismus, sondern unhierarchische Bildstrukturen Beispiel ,,Einige Farben", 2001. Neuerdings kommt eine Entschiedenheit in Nass-in-Nass-Arbeiten hinzu. Nora Ehrlich malt und spachtelt in ,,Fallendes Gelb" 2001, so stürmisch über die Leinwand, dass mit dem Druck des Pinsels die auseinander stiebenden Olfarben zusammengefasst und wie ein Regenguss nach unten schie§en, als öffneten sich die Schleusen des Himmels. Energie entsteht dort, wo die Spannungen zu einem glücklichen Ende führen. In ihren Mixturen aus verschiedenen Materialien wie Gouache, ölfarbe und Aquarell zeigt sie, wie dies geht: Da katapultiert die eine Farbe die nächste nach oben, obwohl die darunter liegende die hellere ist. Lässig sitzt das Türkis obenauf. Das Flirrende eines Jahreszeiten-Bildes betört. Die eruptive Kraft eines ,,Hephaistos" 2000, des Schmiedes in der griechischen Mythologie, führt zu einer glut- und lustvollen Papierarbeit, in der das Rot über dunkle Löcher und helle Sand- und Wiesenpartien wie eine Urgewalt wirbelt; ein Blau tänzelt derweil auf dem Vulkan. ,,Rotsprung" 2000. ist der treffende Titel für ein dahinfegendes Kraftbündel von Farbe. Es sitzt über den hellen Tönen und wird von pudrig blauen Pastellen gekitzelt.

Nora Ehrlich malt nicht genialisch. Sie tobt sich nicht aus. Sie ist auf der Suche nach einer neuen Farb- und Bedeutungstiefe. Trotz der Spontaneität setzt sie die Materialien sehr bewusst.

Sie wei§ um die Wirkung einer pigmentreichen Eitempera. einer stumpfen Gouache. dünnflüssigen ölfarbe oder satten Pastellkreide, und setzt diesen Tönen den matten Glanz von Dammaarharz oder Wachs entgegen. Ihr Gespür für die Wirkung malerischer Mittel ist erstaunlich. Sie dirigiert ihre Oberflächenreize und spielt mit den differierenden haptischen Eigenschaften der Farbpartikel.

Und doch ist es kein blo§ abstrakter Umgang mit Farben. Das beweist schon die extreme Sinnlichkeit der Kompositionen. Man spürt, wie im Januar die Schneereste am Ufer des Bachs liegen und von der Sonne reflektiert werden. ,,Die Jahreszeiten. Winter", 2001. Nora Ehrlich beobachtet die Natur genau und nimmt sie als lnspirationsquelle für ihr Farb-Vibrato. Eine kostbare Kunst ist die Folge.


© Galerie Vömel - Düsseldorf    

Weitere Informationen im Netz: Hier klicken




Galerie Vömel

English Site Galerie Vömel

News

English Site News

Ausstellungen

English Site Ausstellungen

Kunstwerke

English Site Kunstwerke

Künstler

English Site Künstler

Kataloge

English Site Kataloge







Copyright © '99-'2020
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum



Zum Seitenanfang Galerien

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce