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Flying carpet

Alex Flemming

Geboren: 1954 in Sao Paulo

Stilrichtungen

- Fotokunst

- Zeitgenössische Kunst

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Zum Künstler


Neue Bilder 2005

Alex Flemming hat keine Berührungsängste mit der Realität. Seine intensive künstlerische Auseinandersetzung mit ihr vollzieht sich auf drei Ebenen: der lebensgeschichtlichen, der medialen und der inhaltlichen. Sie sind eng miteinander verknüpft.
1954 in São Paulo geboren, wuchs Flemming in verschiedenen Ländern auf und lernte von Jugend an die Welt auf Reisen kennen. Sein Vater war Pilot, die Mutter Flugbegleiterin. Das urbane Nomadendasein wurde ihm gleichsam in die Wiege gelegt. Auch als Künstler nimmt er die daraus erwachsenden Herausforderungen an, unabhängig vom modisch gewordenen Globalisierungsanspruch, den der Kunstbetrieb seinen Akteuren als Profilierungsstimulanz geradezu abfordert.
Flemming hat Film und Architektur studiert, beschäftigt sich aber als Künstler vor allem mit Fotografie, Malerei und Graphik, setzt Fotokopie und Rechner zu künstlerischen Zwecken ein und bedient sich häufig nicht-traditioneller Bildträger wie ausgestopfter Tiere oder Möbelstücke, die er bemalt. Der Einsatz von Alltagsgegenständen führt zu Objektkunst und Rauminstallation. Die Benutzung von Fotoapparat, Schablone und digitalen Drucktechniken bringt eine entpersönlichte Bildsprache hervor, die seine Werke den Produkten der Massenmedien vergleichbar macht.
Der Körper als Projektionsfläche für politische, gesellschaftliche, psychologische und existenzielle Probleme und Konflikte steht im Zentrum des Werkes, das von Leben und Tod, Eitelkeit und Vergänglichkeit, Macht und Ohnmacht, Illusion und Wirklichkeit handelt. Auch die Erfahrungen, die sich aus den besonderen Lebensbedingungen der sich angleichenden Großstädte ergeben, bilden gleichsam die Matrix von Flemmings ästhetischen Konstruktionen. Auffallend und werbend, lassen diese den Betrachter aufmerken, doch statt ungetrübter Sehlust zu schmeicheln, bilden sie Anstoß zu unbequemer, erhellender Reflexion.
Die neue Serie großformatiger Bilder aus dem Jahre 2005, die vom Erscheinungsanspruch her wie Gemälde wirken, sind fotografische Farbdrucke auf PVC, wie es für Lkw-Planen genutzt wird. Sie basieren auf Aufnahmen, die Flemming während seiner Reisen rund um den Globus gemacht hat. Das einzelne Foto, als analoge Farbaufnahme entstanden, wird nicht als reales Erinnerungsstück zitiert, sondern es unterliegt einem medial-digitalen Transformationsprozesses, der ihm alles Individuelle und Besondere raubt, ohne seine Ausgangsposition gänzlich zu leugnen. Was aber ursprünglich einen bestimmten Moment an einem bestimmten Ort fixierte, wird im endgültigen Kunstwerk zu einer allgemeinen Metapher von Unterwegssein und Vergänglichkeit.
Die als Vorlage dienenden Fotos sind aus der Perspektive des reisenden Künstlers entstanden: als sitzender Passagier, flanierender Straßenpassant oder bei der Begegnung mit Bekannten und Freunden. Der Aufnahmeausschnitt bleibt erhalten. Die konkrete Aufnahmesituation, durch Ausblenden von Gesichtern und markanten Ortsmerkmalen schon verallgemeinert, wird in der Bearbeitung am Rechner noch weiter gehend in radikaler Form typisiert.
Viele Momente tragen zu dieser Veränderung bei: mehrfache Vergrößerung des Motivs, kräftige Kolorierung, die die Konturen der Bildgegenstände in leuchtenden Farben fast ertrinken lässt und monochrome, breite Rahmung, entstanden durch den Druck der Bildmotive auf eingefärbte Plastikplanen. Das Eintauchen der ursprünglichen Szenen in ein Farblichtbad verfremdet sie und verleiht ihnen etwas Gespenstisches. Ein wesentliches Gestaltungsmerkmal kommt hinzu: Bei allen Werken hat der Künstler die unterste in Pixel verwandelte Reihe von Bildkörnern durch digitale Steuerung weit herabgezogen (vergleichbar auslaufender Farbe) und so mehrere der Bildbreite entsprechenden horizontale Bänder von farbigen Streifencodes hervorgebracht, die wie Kaskaden aussehen (entfernt gemahnen sie auch an die Barcodes der Warenwelt).
Die Bearbeitung der bildlich-fotografischen Ausgangsmotive setzt einen Wahrnehmungsprozess in Gang, aus dessen Widersprüchen sich Gedanken und Reflexionen ergeben. Aus gewöhnlichen Situationen werden Parabeln des Vergehens, aus Szenen der Mobilität Momente des Stillstands. Auch das Festhalten der Zeit mit der Kamera kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass jeder Augenblick beim Auslösen schon Vergangenheit ist.

Michael Nungesser August 2005


Biographie


Alex Flemming
1954 geboren in Sao Paulo

Einzelausstellungen
1980 MASP Kunstmuseum Sao Paulo
1981 Galerie Paulo Figueiredo, Sao Paulo
1983 Galerie Metronom, Barcelona;Galerie Sao Paulo, Sao Paulo
1984 Galerie Cesar Ach, Rio de Janeiro
1985 Pao das Artes, Sao Paulo
1987 Galerie Montesanti, Rio de Janeiro, Galerie Montesanti, Sao Paulo
1988 Calouste Gulbenkain Stiftung, Lissabon, Galerie Candido Mendes, Rio de Janeiro
1989 Sumar Subway Station, Sao Paulo
1990 MASP Kunstmuseum Sao Paulo, Art Museum of Latin America, Washington
1991 Galerie Opus, Coral Gables, Palcio des Artes, Belo Horizonte, Galerie Kandido mendes, Rio de Janeiro
1992 Galerie Tammen und Busch, Berlin; Galerie Tabea Langenkamp, Düsseldorf; Galerie Lang, Leipzig
1993 Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal; Galerie Aschembach, Amsterdam
1994 Galerie Tabea Langenkamp, Düsseldorf; Galerie Tammen und Busch, Berlin
1996 Galerie Lutz Teutloff, Köln; MASP Kunstmuseum Sao Paulo
1997 CCBB Centro Cultural Banco do Brasil, Rio de Janeiro
1998 Sao Paulo U-Bahn Station SUMAR
1999 Galerie Blickensdorff, Berlin
2000 Galerie 111, Lissabon
2001 Corpo Coletivo, Centro Cultural Banco do Brasil, Sao Paulo; Galerie Blickensdorff, Berlin; Sieger im Wettbewerb für die Fassadengestaltung an der Voltaire Schule/Potsdam
2002 Galerie Blickensdorff, Berlin Art Frankfurt, Palazzo Dora Pamphile Rom; Galerie Conny Diotzschold, Sidney
2003 Galerie Sylvio Nery, So Paulo; Galerie Blickensdorff, Berlin; Brasilianische Botschaft, Berlin
2004 Pao Imperial (Alter Königspalast/ former Royal Palace), Rio de Janeiro
2005 Chicago Cultural Center, Chicago

Ausstellungsbeteitigungen (Auswahl)
1980/84/86/89 "Panorama zeitgenössischer Kunst", MAM Museum für moderne Kunst Sao Paulo
1981/83/91 Biennale Sao Paulo
1982 "Body Language", San Diego
1986/97 Havana Biennale
1992 "Columbus Egg", Budapest
1993 "Network", Kunstnernes Hus, Oslo
1994 "Art on the map", Chicago Cultural Center; Künstlerhaus Dortmund
1995 "Configura 2", Erfurt
1996 Art across Oceans, Kopenhagen
1997/98 Art Forum, Berlin
1998 "Der Brasilianische Blick": Sammlung Gilberto Chateaubriand, Haus der Kulturen der Welt, Berlin Ludwig Forum, Aachen
1999 "Americamerica", MASP Kunst Museum So Paulo; "Moto-Migratorio" Scharpf-Galerie des Wilhelm-Hack Museums, Ludwigshafen; "America Latina: das vanguardas ao final do milenio", Caixa Geral de Depsitos Lissabon; "Einerseits der Sterne wegen... Der Künstlerblick auf die Sterne", Kunsthalle Baden Baden;
2000 Foto Biennale, Curitiba
2002 Goetheinstitut Salvador de Bahia
2003 art cologne, Galerie Blickensdorff
2004 "Pintura Reencarnada", Pao das Artes, Sao Paulo

Werke in Öffentlichen Sammlungen:
Art Museum of Latin America/ Washington
Birmingham Museum of Art/ Birmingham
Casa da Gravura/ Curitiba
Casa de las Americas/ Havana
Centro Wifredo Lam/ Havana
Fundao calouste Gulbenkian/ Lissabon
Ibero-Amerikanisches Institut/ Berlin
Brasilianische Botschaft, Berlin
Instituto de Estudos Brasileiros/ Sao Paulo
Museo de Arte Latinoamericano/ Maldonado
Museu de Arte Contemporanea/ Curitiba
Museu de Arte Contemporanea/ Sao Paulo
Museu de Arte da Pampulha/ Belo Horizonte
Museu de Arte de Brasilia/ Brasilia
Museu de Arte de Sao Paulo/ Sao Paulo
Museu de Arte Moderna/ Rio de Janeiro
Museu de Arte Moderna/ Sao Paulo
Museu Nacional de Belas Artes/ Rio de Janeiro
Pinacoteka do Estado/ Sao Paulo
Museode Bellas Artes/ Santiago de Chile



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Ausstellungen


16.09.-05.11.2005
ALEX FLEMMING



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Literatur


BÜCHER
05/2002 Ana Mae Barbosa: "Artistas Brasileiros: Alex Flemming", Universität Sao Paulo
11/2002 Katia Canton: "Alex Flemming, uma potica", Metalivros Verlag, Sao Paulo
08/2005 Roseli Ventrella, Valria de Souza: "Alex Flemming", Moderna Verlag, Sao Paulo



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