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Yves Klein, Sculpture éponge bleue sans titre, (SE 328), um 1959

Yves Klein, Sculpture éponge bleue sans titre, (SE 328), um 1959

Pigment und Kunstharz auf Naturschwamm mit Metallstab und Steinfuß. Gesamtmaß ca. 50,5 x 36 x 8 cm. - Mit geringfügigen Altersspuren.

Losnummer: 11


1961 initiiert Paul Wember, Leiter des avantgardistischen Krefelder Museums Haus Lange, eine große Überblicksschau von Yves Klein, die der Künstler selbst als Gesamtkunstwerk konzipiert. In dieser legendär gewordenen Ausstellung wird in der Blauen Zone, einem allein mit monochromen blauen Bildern und Schwammskulpturen bestückten Raum, auch die hier angebotene Arbeit präsentiert. John Anthony Thwaites beschreibt in seiner Ausstellungsbesprechung überwältigt die intensive Raumwirkung: „Wenn man den ersten großen Raum vom Museum Haus Lange in Krefeld betritt, wo Yves Klein jetzt ausstellt, glaubt man, wieder am Mittelmeer zu sein. Große blaue Bilder umfangen uns, in Ton und Format identisch. Sie hängen neben Schwamm-Reliefs und Schwamm-Plastiken. Alles nur blau […] Der Eindruck von Weite ist im Zimmer, und mit ihm das, was G.K. Chesterton „the terrible tidiness of the sea“ genannt hat. Aber bereits ist diese erste Gedankenverbindung nicht mehr ausreichend. Denn etwas Feierliches kommt hinzu. Etwas, wozu der wunderbare Innenraum von Mies van der Rohe eigentlich zu real ist. Man möchte ihn ausweiten, die blaue Reihe, so weit das Auge reicht, verlängern. Und eine Cortège [Prozession] in blauen Gewändern müsste vorbeiziehen. Irgendwoher müsste ein Ton dröhnen … Aber wo denken wir hin?“ (zit. nach: Julian Heynen (Hg.), Yves Klein Monochrome und Feuer, Ein Dokument der Avantgarde, Ausst.Kat. Museen Haus Lange und Haus Esters, Krefeld 1994, S.16).
Die pure Farbe als Ausdruck von geistiger Reinheit und Ursprünglichkeit, die eine schwebende, feierlich-entrückte Atmosphäre hervorruft - das ist exakt das, was Yves Klein mit kompromissloser Radikalität anstrebt. Alles Darstellerische und Kompositorische wird von Klein als störend und als traditionell abgelehnt. Die Farbe soll in vollständiger Monochromie nur sich selbst darstellen und wird zum Kennzeichen des Geistigen, Unfasslichen. Insbesondere das intensive Blau als Farbe des Himmels und der Hauptelemente Wasser, Feuer und Luft fasziniert den Künstler schon seit seiner Kindheit und fesselt ihn auch in seinem künstlerischen Fortgang in besonderem Maße. Sein Kunstschaffen ist weniger intellektuell-theoretisch begründet, sondern speist sich aus Intuition und einer religiös wie auch romantisch inspirierten Gedankenwelt. Die Suche nach einem einheitlichen Blauton von höchster Leuchtkraft, der die Intensität des reinen Pigmentes besitzt, ohne durch die Zugabe von gängigen Bindemitteln optisch verfälscht zu werden, führt zu der Entwicklung seines eigenen Blaus, einem tiefen Ultramarin, das er sich als „I.K.B. (International Klein Bleu)“ patentieren lässt und von da an zu seinem festen Identifikationsmerkmal wird. Neben monochromen Tafelbildern in I.K.B.-Blau findet Klein mit den Schwämmen ein künstlerisches Material, das seine Bestrebungen bestmöglich transportiert. Als Naturprodukt mit individueller anthropomorpher Gestalt lässt der Schwamm vielfältige Assoziationen zu, zudem ist er durch seine physiologischen Eigenschaften prädestiniert, um mit Farbe imprägniert zu werden, welche er im buchstäblichen Sinne aufsaugt. „Auch der Schwamm ist eine Manifestation der Atmosphäre; an sich schon rund und von Natur aus vollgesogen mit Wasser, wird er von Yves durchtränkt mit Blau als Ausdruck kosmischer Sensibilität.“ (Paul Wember, Yves Klein, Köln 1969, S.16).
Die hier angebotene prominente Schwammskulptur kann als exemplarisch für das Schaffen Yves Kleins gelten - dem vielseitigen, radikalen Künstler, der in seinem intensiven Werk mit den Traditionen der Moderne bricht und der zeitgenössischen Kunst völlig neue Perspektiven eröffnet.

Zertifikat

Mit beiliegender Bestätigung des R.U.K., Paris, per E-Mail vom 25.02.2021

Provenienz

Sammlung Hanns Hülsberg, Hagen; Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen

Literaturhinweise

Julian Heynen (Hg.), Yves Klein Monochrome und Feuer, Ein Dokument der Avantgarde, Ausst.Kat. Museen Haus Lange und Haus Esters, Krefeld 1994, Kat.Nr.44, S.23 mit Installationsansichten

Ausstellung

Krefeld 1961 (Museum Haus Lange), Yves Klein Monochrome und Feuer, Ausst.Kat.Nr.44


Veranstaltungshinweise:

Am 17.06.2021 Auktion 1177: Moderne und Zeitgenössische Kunst - Evening Sale


Schätzpreis: 400.000 - 600.000  EURO

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