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Vorbericht zur 95. Int. Bodensee-Kunstauktion

95. Int. Bodensee-Kunstauktion, Auktionshaus Zeller in Lindau:
6. bis 8. Dezember 2007
Vorbesichtigung: 23. November bis 4. Dezember
3864 Ausrufnummern

Ein wunderbar vielfältiges Spektrum an Kunstschätzen, Sammlerobjekten und Kuriositäten eröffnet die diesjährige Dezemberauktion im Auktionshaus Michael Zeller in Lindau. Neben ausgesuchten Spitzenstücken, die im Folgenden kurz vorgestellt werden, dürfen wir auf eine Reihe außergewöhnlich umfangreicher Sammlungen in den verschiedensten Sachgebieten verweisen. Zu erwähnen wäre unter anderem eine Münzsammlung mit über 300 Ausrufnummern an Geldmitteln aus aller Herren Länder, eine beträchtliche Anzahl unterschiedlichster Altarsträuße im Bereich Volkskunst und Devotionalien, eine exquisite Fächersammlung sowie eine überwältigende Anzahl an Glasobjekten (Badegläser des 19. Jh., Hyazinthengläser, Ikora-Vasen und –Schalen und Entwürfe von Designern wie Holmegaard etc.).

Von „Madonna mit Kind“ bis „Babydoll“
Auch bei den insgesamt 300 Ausrufnummern im Bereich Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen verzichten wir diesmal auf die Vorstellung einiger weniger Werke zugunsten einer Auflistung klangvoller Namen wie Johann Jakob Dorner d. Ä., Alfonso Savini, Oswald Achenbach, Charles Hunt, Hermann Junker d. J., Franz Xaver Wölfle, Edward Harris Compton, Hans (Johann Ignaz Leo) Bertle, Ludwig Knaus, Amandus Faure, Anna Peters, Alexandre Defaux oder Herbert Achternbusch. Unter den Arbeiten zeitgenössischer Fotografinnen seien an dieser Stelle die zwei herausragenden Namen - Gabrielle Strijewski und Cindy Shermann - genannt.

Mythologisches und Christliches
Beeindruckend in der realistischen Schilderung und exquisiten Ausarbeitung des verwundeten und ausgezehrten Körpers des ans Kreuz geschlagenen Gottessohnes ist ein kleiner Buchsbaumkorpus im Viernageltypus aus dem Augsburger Raum der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts (2.800). Leichtere Kost verspricht hingegen ein galvanoplastisches Werk in Form einer Palastvase des Münchener Bildhauers Alois Mayer aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Die balusterförmige Vase zeigt ein umlaufendes Relief mit Nereide, Nixe, Delphin und allerlei Wasserpflanzen (4.500). Liebhaber bewegter Frauenkörper dürfen sich auf eine Reihe erotischer Bronzen von Bruno Bruni freuen (zwischen 280 und 1.500).

Prunkstücke aus Silber
Neben einigen unerhört modern anmutenden klassizistischen Leuchtern, Kannen und Terrinen fasziniert vor allem ein übergroßer Historismus-Deckelhumpen. Das 4300 g schwere und 43 cm große Stück zeigt auf der Wandung die Anbetung der Hl. Drei Könige und der Hirten und trägt das Beschauzeichen Chester 1899-1900 (6.500).

Reizvolles für die Vitrine
Einige entzückende Kleinode hält das Gebiet der Dosen und Vitrinenobjekte bereit: So zum Beispiel ein goldenes Carnet de bal und Souvenir d’amitié aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts, welches durch seine außerordentlich feine Machart und die auf Vorder- und Rückseite angebrachten Miniaturen den Kenner beeindruckt (2.900). Ebenfalls erwähnenswert ist ein barockes Besteck mit grün gefärbten Beingriffen und feiner Silbermontierung mit dem fürstlich bekrönten Monogramm „EA“ (Augusta Elisabeth Pfalzgräfin zu Sulzbach) und der Datierung 1747 (2.800).
Schmuck und Juwelen
Ob moderne Stücke wie die hochfeine, lupenreine Brillant-Rivière mit 36 Diamanten (ca. 7,20 ct.) in Millegrains-Kästchenfassung (15.000) oder eine filigrane Biedermeier-Garnitur mit Armband und Ring aus der Zeit um 1840-50 (4.500), fündig wird bei diesem hochkarätigen Angebot sicherlich jeder Schmuck- und Juwelenliebhaber. Exklusiv zur Dezemberauktion dürfen wir auf eine beträchtliche Anzahl loser Steine aufmerksam machen, darunter ein geschliffenes Bergkristallherz mit 7890 ct. (aus 3,5 kg Rohmaterial geschnitten; 2980) und ein silberfarbener geschliffener Edeltopas mit 4980 ct. (4.900).

Krokodile in Ostafrika
Funkelnde Sammleraugen verspricht in der Weihnachtsauktion das Angebot im Spielzeugbereich. Lokomotiv-Liebhaber dürfen sich auf eine große Auswahl an Fleischmann und Märklin Loks, Waggons und Zubehör freuen, darunter als ganz besondere Leckerbissen eine Märklin-E-Lok CCS 800, besser bekannt als „Krokodil“ (780), sowie zwei Märklin-Doppellokomotiven DL 800, Spur H0 aus den Jahren 1954-56 (jeweils 680). Mit insgesamt 12 (!) Puppenhäusern, -stuben und -küchen als auch Kaufläden und sogar einer Deutschen Siedlung in Ostafrika ist das Segment Puppenspielzeug wohl bestens bestückt (80 bis 1.800). Vom Einkauf im Kurzwarenladen über die richtige Verwendung verschiedener Küchengeräte bis hin zum Umgang mit afrikanischen Eingeborenen in „Deutschkongo“ wurde Kind spielerisch auf das Erwachsenendasein vorbereitet.

Vergängliches unvergänglich
Ein unangefochtenes Highlight dieser Auktion ist zweifelsfrei die Nürnberger Bodenstanduhr mit Automaten des Uhrmacher-Meisters Melchior Daniel Hoppert aus der Mitte des 18. Jahrhunderts (8.800). Der dreifach gegliederte prismatische Gehäuseaufbau ist mit Nussbaum furniert und zeigt als Bekrönung eine vollplastische Figurengruppe mit der Darstellung von Moses, Petrus und Paulus. Rund um das prachtvolle Bronze-doré Ziffernblatt sind verschiedene typologische Szenen des Alten und Neuen Testaments (u.a. Abraham opfert Isaak und Jesus am Ölberg) im Halbrelief angeordnet, von denen einzelne Figuren jeweils Automaten-Bewegungen zeigen.

Der Zauber des Lächelns
Aus der frühen Kreidezeit (ca. 144-127 Mio. Jahre v. Chr.) gelangt ein wunderschönes Exemplar eines versteinerten Vogels Cuspirostrisornis (Fundort Jiufotang-Formation, chinesische Provinz Liaoning) zur Versteigerung (2.500). Beredtes Zeugnis griechischen Kunstschaffens beweist hingegen eine polychrom bemalte Plastik aus Terakotta aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., die eine junge Frau, bekleidet in Chiton und Mantel, zeigt (13.000). Glanzstück unter den Antiken ist zweifelsohne der Kopf der Athena. Die römische Ausführung des 1. Jh. n. Chr. beruht auf einer griechischen Vorlage der archaischen Periode, ist aus Marmor gefertigt und hat eingelegte Augen aus Bronze. Das ausdrucksstarke, fein gearbeitete Gesicht zeigt das typisch archaische Lächeln, der Helm ist auf beiden Seiten mit reliefierten Widderköpfen und einer (fragmentarischen) Sphinx als Bekrönung verziert (38.000).

Apropos Seelenheil
Heilige Bildnisse aus der Angkor-Periode der kambodschanischen Geschichte beeindrucken in erster Linie aufgrund der gekonnten Reduktion der gestalterischen Mittel mit dem Ziel, ein Höchstmaß an Verinnerlichung des Ausdrucks zu erlangen. Nachvollziehbar wird dies zum Beispiel bei der Betrachtung eines „strahlenden“ Avalokitesvara im Bayon-Stil (Ende 12./Anf. 13. Jh; 12.000) oder dem Torso eines vierarmigen Vishnu im Kulen-Stil (2. Viertel 9. Jh.; 16.000).

Luxusobjekte
Exklusive und äußerst seltene Kunstschätze finden sich diesmal im Bereich der asiatischen Bronzen und Ritualgefäße. Aus der Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.) gelangt eine bronzene Toilettedose vom Typ Lien zum Ausruf. Das zierliche Stück ist vergoldet, steht auf drei Beinen und hat einen zylindrischen Korpus, der durch drei umlaufende Bänder gegliedert und mit feiner Rankengravur verziert ist (4.800). Ebenfalls museal ist ein Opfergefäß vom Typ Tou, entstanden am Ende der Chou-Dynastie: sein kugeliger Korpus mit reliefierten, bandartig umlaufenden stilisierten Drachen hat zwei eingearbeitete Ösengriffe und steht auf einem glockenförmigen Fuß (5.800). Dass Bedeutung nicht zwangsläufig etwas mit Größe zu tun haben muss, begreift man beim Anblick eines silbernen Tang-Fußschälchens (2. H. 7 Jh. – 1.H. 8. Jh.; H 5 cm; 48 g). Sowohl Fuß als auch Cuppa weisen ein einzigartiges zierpunziertes Dekor mit Vögeln, springendem Wild sowie Floraldekor auf (6.000). Kleinformatige Silbergegenstände wie dieser zählten während der Tang-Zeit zu den wertvollsten Luxusgegenständen, die ausschließlich für den Adel bestimmt waren.

Veranstaltungen zum Bericht:
95. Internationale Bodensee-Kunstauktion

Quelle: © Auktionshaus Michael Zeller

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