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Jean Cocteau, dieser ewige Jüngling der französischen Kunst der ersten Hälfte
des XX. Jahrhunderts, diese schillernde, selbstverliebte Figur eines Anregers
und ständig Angeregten, war vieles in einem, Schriftsteller, Poet und Theater-
autor, Filmemacher und Schauspieler, Keramiker und Maler wie Zeichner. Je
mehr Zeit verstreicht, desto deutlicher wird, dass der Zeichner Cocteau nicht
nur parallel zu Picasso einen linearen Klassizismus pflegte, sondern auch die
Künstler der zweiten Hälfte des XX. Jahrhunderts, etwa Andy Warhol, was
seinen zeichnerischen Stil betrifft, beeinflusst hat. Denn Cocteau war ein
Zeichner par excellence von dem gilt, was Stephen Spender einmal von David
Hockney behauptet hat: „All artists with literary passions are predominantly
linear artists“. Die Linie, die Konturlinie der geliebten- und herbei gewünschten
Körper, wie den oft signethaften Selbstbildnissen, der Porträts der Freunde
und Bühnenentwürfe, scheint wie aus dem Schreiben entwickelt und in der Tat
nicht selten gerät seine Schrift selbst zum Bild.
Bologna, 16.03.08 Peter Weiermair
Professor Peter Weiermair ist zur Zeit Kurator an der Wiener Kunsthalle
Wir zeigen aus verschiedenen Sammlungen eine große Anzahl von Zeichnungen aus 5 Jahrzehnten und geben dem interessierten Sammler eine einmalige Gelegenheit sich einen Überblick über einen der interessantesten Kunstschaffenden Frankreichs zu verschaffen. Die Ausstellung beginnt am 5. Juni und geht bis zum 28. Juli 2008. Bei Zusendung von 5 € Versandgebühr senden wir Ihnen gerne die 24 - seitige, farbige Ausstellungsbroschüre zu. Zur Einführung am 5. Juni um 18.00 Uhr spricht Professor Weiermair, Kurator an der Kunsthalle Wien. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
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