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Die Schönheit der Venus

Rosalba Carriera, Venus mit Amor und Anteros, um 1730

Auch 2009 hatte VAN HAM im Bereich der Gemälde des 19. Jahrhunderts die Nase in Deutschland weit vorn. Als mit Abstand umsatzstärkstes Haus auf diesem Gebiet hat das russische Gemälde von Nikolaj Egorovic Svertchkov, das im November versteigert wurde, als einziges Werk aus dem 19. Jahrhundert es unter die Top 10 geschafft. Unter den insg. 500 Losen im Frühjahr 2010 sind nicht nur Neuere Meister, auch Höhepunkte Alter Meister werden die Augen der Sammler nach Köln richten. Highlights bilden hier zwei Italiener: Rosalba Carrieras Gemälde mit Venus und den beiden Knaben Amor und Anteros (Los 210, Schätzpreis: € 120.000-130.000), sowie Michele Marieschis italienische Landschaft (Los 195, Schätzpreis: € 170.000-180.000).

Rosalba Carriera ist für ihre einfühlsamen Porträts bekannt, die sie unter anderem auch für Höfe, wie Paris, Modena oder Wien anfertigte. Typisch für die Künstlerin ist die fast in Sfumato gezeichnete Darstellung, die harmonisch und sanfte Lichtführung, die durch die Pastelltechnik noch verstärkt wird. In seinem Gutachten zitiert Ugo Ruggiero, Venedig, einen Tagebucheintrag Carrieras aus dem November 1727, in dem sie erwähnt, dass sie ein Pastell nach der Vorlage eines Gemäldes von Marco Liberi (1640 - 1696) begonnen habe. Dieses Gemälde zeigt Venus mit den beiden Knaben Amor und Anteros. Es ist anzunehmen, dass es sich bei der hier gezeigten Arbeit um dieses in ihrem Tagebuch erwähnte Werk handelt (Los 210, Schätzpreis: € 120.000-130.000).

Weiteres Highlight ist das Capriccio von Michele Marieschi, das eine italienische Landschaft mit Ruinen und einem Tempel zeigt (Los 195, Schätzpreis: € 170.000-180.000). Die Komposition findet sich in verschiedenen leicht unterschiedlichen Variationen, immer mit dem charakteristischen kleinen Tempel im Zentrum, den überwucherten Ruinen am linken Rand sowie der Uferlandschaft im Hintergrund. Die wechselnden Personengruppen zeichnen die einzelnen Gemälde aus, deren künstlerische Qualität Prof. Egidio Martini, Venedig, im Vergleich zu den Venedigansichten höher einschätzt.

Erneut im Programm sind feine Stillleben zu moderaten Preisen, z.B. von Jacob von Walscapelle, Justus Juncker oder Isaac Denies. Eine Glasvase mit Tulpen, Rosen und Nelken wird Jacob von Walscapelle/ Cornelis Kick zugeschrieben (Los 153, Schätzpreis: € 20.000-30.000). Interessant ist auch das Früchtestillleben in einer Nische von Justus Juncker aus dem 18. Jahrhundert (Los 152, Schätzpreis: € 3.000-4.000). In Junckers Gemälde sind Anklänge an Jan Davidsz de Heem spürbar. Seit den 1740er Jahren widmet sich der Maler der Stilllebenmalerei und entwickelt hier eine recht eigene, im Vergleich zu den Niederländern eher kühle, präzise Malweise. Der in erster Linie im Frankfurter Raum tätige Juncker ist in den hessischen Museen vertreten; eine vergleichbare Komposition hängt im Mainzer Landesmuseum. Bei dem Werk von Isaac Denies handelt es sich um ein Jagdstillleben, dessen Stilistik sehr an Willem van Aelst erinnert (Los 214, Schätzpreis: € 25.000-30.000).

Sehr selten, außergewöhnlich gut erhalten und mit 12.000 bis 15.000 Euro interessant angesetzt ist das großformatige Werk mit sechs Heiligen aus der Catalanischen Schule des 15. Jahrhunderts (Los 100). Es handelt sich hierbei um den Teil eines Retabels (145 x 83 cm).

Neben den Alten Meistern bilden aufgrund zahlreicher, privater Einlieferer deutscher Sammlungen Gemälde der Jahrhundertwende, also einer impressionistisch beeinflussten Malerei, den thematischen Schwerpunkt der Auktion. Ein stimmungsvolles, pastoses Werk des Franzosen Goustave Courbets und seiner Werkstatt sticht besonders hervor. Sein Strand bei Ebbe ist mit 60.000-70.000 Euro angesetzt (Los 470). Eine Besonderheit ist ein frühes Hauptwerk Rob Graaflands (Los 245, Schätzpreis: € 28.000-30.000). Das großformatige Gemälde thematisiert vermutlich Pushkins Novelle der Fontäne von Bachtschissarai. Das Maastrichter Museum hat im Vorfeld bereits um eine Beteiligung an der kommenden, geplanten Retrospektive 2011/12 gebeten. Ein beliebtes Thema für den Kunstmarkt sind Winterlandschaften. So kommt z.B. Louis Apol zum Aufruf, dessen Winterlandschaft für 7.000-9.000 Euro angesetzt ist (Los 407). Genauso viel Interesse wird die pastose, chromatisch blaue holländische Küste, hervorrufen, die Hans von Bartels seinem Freund Kaulbach widmete (Los 352, Schätzpreis: € 4.000-6.000).

Mit interessanten Werken wird auch Andreas Achenbach anlässlich seines 100. Todestages geehrt. In den letzten Jahren war er regelmäßig mit erstklassigen Werken bei VAN HAM vertreten (z.B. „Abfahrt der Heringsflotte“, Ergebnis: € 84.500, Internationaler Auktionsrekord im Mai 2005). Im Frühjahr kommt eine seiner herausragenden Naturdarstellungen zum Aufruf. Das Seestück „Ausfahrender Dampfer bei Sturm“ von 1884 hat die beachtliche Größe von 104 x 153 cm (Los 347, Schätzpreis: € 25.000). Das Gemälde ist in einer Zeitschrift von 1885, „Illustrirte Zeitung“, publiziert, in der das Stück als Holzschnitt doppelseitig abgebildet ist. Ebenfalls kommen die Wasserfälle von Trollhättan in Schweden zum Aufruf (Los 348, Schätzpreis: € 13.000-15.000). Auch dessen Bruder Oswald Achenbach ist u.a. mit einem seiner beliebten Neapel-Motiven vertreten: „Reisegesellschaft vor Neapel“ (Los 431, Schätzpreis: € 22.000-24.000).

Ebenfalls mit einem italienischen Motiv kommt Fritz von Wille zum Aufruf (Los 298). Diese erfreuen sich besonderer Beliebtheit, da sie in seinem Oeuvre selten zu finden sind. Die Ansicht der italienischen Riviera ist auf 6.000-8.000 Euro geschätzt. Italienliebhaber kommen auch bei dem Gemälde von Carl Morgenstern auf ihre Kosten. Es zeigt die Morgenstimmung in den Bergen beim Kloster Baida auf Sizilien und im Hintergrund an der Küste die Stadt Palermo (Los 220, Schätzpreis: € 10.000-12.000). In die Reihe der italienischen Motive reiht sich auch Edmund Berninger. Der großformatige Blick auf Sorrent wird ebenfalls Italienkenner verzaubern (Los 299, 100 x 150 cm, Schätzpreis: € 9.000-10.000). Eine wunderbar atmosphärische Landschaft zeigt das Gemälde von Carl Gustav Carus. Diesmal handelt es sich um Schweizer Berge (Los 226, Schätzpreis: € 13.000-15.000). Dirk Gedlich bestätigte die Echtheit und wird es in die Monographie des Künstlers aufnehmen.

Neben der Vielzahl von Landschaftsdarstellungen, gehören auch Andachtsbilder wieder zum Programm. Nachdem in der letzten Auktion eine Madonna des Düsseldorfer Nazareners Franz Ittenbach, der in zahlreichen Museen vertreten ist, zu einem sehr guten Preis verkauft werden konnte (Ergebnis: € 43.750), kann VAN HAM auch in dieser Auktion eines seiner Werke anbieten. Es zeigt eine betende Jungfrau Maria und kommt für interessante 12.000-13.000 Euro zum Aufruf (Los 231). Der Londoner James Webb ist für seine Ansichten deutscher Städte bekannt. Für die herausragende Stadtansicht Kölns hat VAN HAM 2006 einen internationalen Auktionsrekord bei einem Ergebnis von 256.500 Euro erzielt. Nun kommt eine kleinere Stadtansicht von Koblenz zum Aufruf (Los 288, Schätzpreis: € 28.000-30.000).

Hohe Erwartungen sind wie immer an die beliebten Russen geknüpft. Jaroslav Vesíns Gemälde eines Pferdemarkts ist mit 10.000-15.000 Euro moderat eingeschätzt (Los 393). Auch Alexander Muraviews Werk mit der Darstellung Napoleons Flucht aus Russland im Winter 1812 dürfte die Herzen einiger russischer Sammler höher schlagen lassen (Los 392, Schätzpreis: € 46.000-50.000).

Im Bereich der Papierarbeiten seien die durchaus musealen, beidseitigen Zeichnungen Johann Wilhelm Preyers hervorgehoben, die zum einen eine detaillierte Baumstudie aus dem Düsseldorfer Hofgarten zu 9.-12.000 Euro (Los 70) sowie eine Granatapfelstudie zu 8.000-10.000 Euro zeigen (Los 71). Eine Reihe von Portraits des Dresdner Malers Johannes Siegwald Dahl zeigt einige interessante Persönlichkeiten, darunter u.a. den javanesischen Maler Raden Saleh Ben Jaggia aus dem Hause von Bustaman (Los 82, Schätzpreis: € 1.500-1.600).

Unter den Bronzen und Skulpturen gibt es ebenfalls einige Highlights: Die Bronze einer Nymphe von Levasseur (Los 22, Schätzpreis: € 2.000-2.500) und eine seltenes, gut erhaltenes Kruzifix aus der Spanischen Schule des 17. Jahrhunderts (Los 40, Schätzpreis: € 10.000-12.000). Ein Frühwerk Wilhelm Lehmbrucks, das zu seinen ersten Erfolgen zählt, zeigt eine detailreich ausgearbeitete Kopie des berühmten Reiterstandbilds des Kurfürsten Johann Wilhelm. Das Stück des „Jan Wellem“ fertigte das Lehmbruck an der Düsseldorfer Kunstakademie (Los 34, Schätzpreis: € 6.000-8.000).

287. Auktion „Alte Kunst“ am 14. Mai 2010
Vorbesichtigung vom 7. – 12. Mai 2010


Auf unserer Homepage (www.van-ham.com) steht Ihnen unser vollständig illustrierter Katalog online zur Verfügung.

VAN HAM Kunstauktionen
Schönhauser Str. 10-16 | 50968 Köln | Telefon 0221 - 92 58 62-0 | Telefax 0221 - 92 58 62-4
www.van-ham.com | info@van-ham.com

VAN HAM Kunstauktionen, gegründet 1959, ist ein Familienunternehmen, das in zweiter Generation von Markus Eisenbeis als pers. haft. Gesellschafter geleitet wird. Im Jahr 2009 wurde ein Umsatz von rund € 20 Mio. erzielt. VAN HAM hat eine Spitzenstellung in Deutschland bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts und dem Schmuck inne und konnte auch 2009 wieder herausragende Weltrekorde für moderne und zeitgenössische Künstler erzielen. Damit gehört VAN HAM Kunstauktionen zu den führenden Auktionshäusern in Deutschland, das ca. 12 international beachtete Auktionen jährlich durchführt, in denen regelmäßig neue Auktionsweltrekorde aufgestellt werden.

Die Auktionen teilen sich in folgende Themen auf: „Alte Kunst“, „Europäisches Kunstgewerbe und Schmuck“, „Moderne und Zeitgenössische Kunst“, „Photographie“, „Teppiche/Tapisserien“ und „Dekorative Kunst“.

Veranstaltungen zum Bericht:
287. Auktion: Alte Kunst

Quelle: © Van Ham Kunstauktionen

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