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Vorbericht zur Auktion 108

108/12: Vase 'Anémones' mit Malerei zwischen den Glasschichten, Schätzpreis: 12000 - 14000 EUR

In Quittenbaums Frühjahrsauktion zum Thema Jugendstil - Art Déco und Klassische Moderne, die mit einem Angebot von rund 1200 Losen an zwei Tagen stattfinden wird, stehen exquisite Glasgefäße aus Lothringischer Produktion im Mittelpunkt. Mehr als 300 Positionen werden auf der Auktion zum Aufruf gelangen. Sie dokumentieren das Schaffen der Protagonisten Emile Gallé und der Brüder Daum aus Nancy durch handwerklich hervorragend ausgeführte Vasen, Schalen und Lampen, die mit floralen Motiven in Relief verziert sind. Wer Lothringen bereist, dem fällt die Vielfalt der Vegetation sofort auf, die den Entwerfern zahlreiche Anregungen und Vorbilder für ihre Dekore lieferten. Besonders häufig erscheint die Distel, die auch das Wappen der Stadt Nancy ziert. Sie taucht beispielsweise auf einem frühen Schnaps-Service von Emile Gallé in Emailbemalung auf (€ 2.200 - 2.500) (Kat.-Nr. 145). Eine Distel wurde außerdem vom Daum-Schüler Amalric Walter auf einem 'Vide Poche' aus Pâte de Verre verewigt (€ 3.200 - 3.500) (Kat.-Nr. 309) und die stachelige Pflanze ist auch Bestandteil der Signatur der Manufaktur Burgun, Schverer & Co. in Meisenthal, aus der die Vase mit Anemonendekor in Zwischenschichtmalerei (€ 12.000 - 14.000) (Kat.-Nr. 12) hervorgegangen ist, die zu den bedeutendsten Stücken unter den Jugendstil-Vasen zählt.


Auf besondere Art und Weise gelang es den lothringischen Glaskünstlern des Art Nouveau in ihren Vasendekoren die unterschiedlichsten Wetterlagen und besondere tageszeitbedingte Lichtstimmungen darzustellen. Bei den Landschaften bei Sonnenuntergang erscheinen die Baumkulissen scherenschnittartig schwarz vor einem in Rot- und Orangetönen gefärbten Horizont. Regenlandschaften, auf denen blattlose, sturm- und regengepeitschte Wälder vor tristem Grau dargestellt werden, waren in den letzten Auktionen aufgrund ihrer Seltenheit besonders gefragt. Eine Quelle der Inspiration waren sicher die Holzschnitte mit Regenmotiven von Hiroshige. Besonders eindrucksvoll gelang die Darstellung des Frühlings auf der Vase ‚Fleur de Pommier' aus dem Jahr 1906 aus der Manufaktur der Brüder Daum. Hier werden rosa und weiß flimmernde, blühende Apfelbaumkulissen gezeigt, die vor einem milchig blau, opaleszent schimmernden Himmel stehen, der sich über der grünen Wiese gelb verfärbt (€ 7.000 - 9.000) (Kat.-Nr. 63)


Die Produktion der Glashütte Johann Lötz Wwe. Klostermühle ist vertreten durch herausragende Entwürfe von Franz Hofstötter für die Pariser Weltausstellung im Jahr 1900, darunter eine Vase mit aufgelegten plastischen Tropfen (€ 12.000 - 14.000) (Kat.-Nr. 350). Ein schönes Beispiel für die spätere Produktion der Glashütte Lötz ist die Vase mit geätztem Dekor von Adolf Beckert (€ 8.000 - 10.000) (Kat.-Nr. 386) sowie die Vase ‚Titania’ mit großen Tupfen von Leopold Bauer 1906 (€ 7.200 - 8.000) (Kat.-Nr. 379). Erwähnenswert ist außerdem eine Vase mit Blumenranken von Josef Hoffmann für die Ausstellung Österreichisches Kunstgewerbe im Jahr 1911 (€ 8.500 - 9.500) (Kat.-Nr. 389).


Ein weiterer Schwerpunkt der Auktion liegt bei Metallarbeiten. Im Katalog haben wir ein kleines Extra-Kapitel 25 Arbeiten nach Entwürfen bedeutender Architekten und Designer gewidmet. Den Anfang macht Peter Behrens' dreiteiliges Kaffeeservice, das er 1904 entwarf und bei Gerhardi in Lüdenscheid in Zinn ausführen ließ (€ 1.000 - 1.200) (Kat.-Nr. 728). Der Pionier des Industriedesigns Christopher Dresser darf natürlich nicht fehlen: wir bieten seinen berühmten Heißwasserkessel aus dem Jahr 1885, den Benham & Froud, London in Kupfer, Messing und Holz ausführte für € 2.200 - 2.400 (Kat.-Nr. 732) an. Jan Eisenlöffels achtteiliges Teeservice aus Messing dokumentiert den Reichtum der Teekultur - neben Teekanne mit Stövchen sowie Sahne- und Zuckergefäßen gibt es auch eine Likörkanne und eine Teedose. Sämtliche Teile des um 1903 entstandenen und sehr modern anmutenden Services stehen auf einem großen rechteckigen Tablett (€ 3.000 - 3.500) (Kat.-Nr. 733). Von äußerster Seltenheit ist Joseph-Maria Olbrichs Weinservice mit sechs Bechern und Tablett. Das auf € 7.000 - 9.000 (Kat.-Nr. 746) geschätzte Zinnservice ist eines von sehr wenigen, weltweit dokumentieren Exemplaren. Olbrich schuf es für das Haus Olbrich für die wegweisende Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie im Jahr 1901. Zum Aufruf kommt außerdem das ein Jahr später entstandene Leuchterpaar, das Olbrich ebenfalls von Hueck in Lüdenscheid ausführen ließ (€ 6.500 - 7.500) (Kat.-Nr. 747).


Das starke Angebot an bildhauerischen Arbeiten wird von Demètre H. Chiparus Tänzerin 'Shimmer' aus dem Jahr 1925 angeführt. Die in Bronze und Elfenbein ausgeführte Skulptur steht auf einem gestuften roten Marmorsockel und ist auf € 25.000 - 30.000 (Kat.-Nr. 958) taxiert. Der deutsche Protagonist unter den Bildhauern, Ferdinand Preiss, ist mit einer vollständig in Elfenbein geschnitzten Figur 'Kontemplation' vertreten. Das unbekleidete, auf einem Baumstamm hockende Mädchen ist auf € 1.500 - 2.000 (Kat.-Nr. 1004) geschätzt.
Zu den Highlights der Sektion Kunst der klassischen Moderne gehören drei Werke von Christian Rohlfs, ein frühes Blumenbild ,Rote Rosen‘ von 1913/1914 sowie zwei späte Wassertempera-Bilder ,Nebel über dem See’ von 1936 (€ 8.000-9.000) und ,Rote Tulpen‘ von 1933 ( € 15.000 - 25.000). Das am höchsten bewertete Kunstwerk der Auktion ist ein bezaubernder früher Akt von Leo Putz (1902/1904) mit dem Titel ‚Im Atelier’, der im Werkverzeichnis von Helmut Putz verzeichnet ist (€ 120.000 – 140.000). Putz war ein bedeutendes Mitglied der Münchner Künstlervereinigung Scholle, die sich mit ihren Themenschwerpunkten Mensch und Natur für eine neue, individuelle Kunst einsetzten.

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 108: Jugendstil - Art Déco - Klassische Moderne

Quelle: © Quittenbaum Kunstauktionen

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