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Ferdinand Georg Waldmüller, Blick vom Hallstätter Friedhof gegen Obertraun

Ferdinand Georg Waldmüller, Blick vom Hallstätter Friedhof gegen Obertraun, 1829

Öl auf Holz; 36 x 47 cm
Signiert und datiert links oben: Waldmüller 1829.
Provenienz: Rudolf Gätz, Wien (1980); Sotheby's Wien 23. Februar 1989, Nr. 109; Privatbesitz, Österreich
Literatur: Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller 1793-1865, Wien-München 1996, S. 444, WV-Nr. 266, Abb.

Losnummer: 32


Der wohl bedeutendste österreichische Biedermeierkünstler Ferdinand Georg Waldmüller wurde am 15. Jänner 1793 in Wien geboren. Bereits 1807 als Vierzehnjähriger ließ er sich in der Wiener Akademie eintragen. Dort besuchte er die Klassen von Hubert Maurer und Johann Baptist Lampi. Im Jahre 1811 war er als Porträtminiaturenmaler in Preßburg und als Zeichenlehrer in Zagreb, in der folgenden Zeit als Theatermaler in Prag, Brünn und Baden bei Wien tätig. 1817 kehrte er nach Wien zurück, wo er sich verstärkt der Ölmalerei zuwandte, in den Galerien Alte Meister kopierte und sich bei der Landschaftsmalerei durch Johann Nepomuk Schödlberger helfen ließ. 1829 wurde er zum Ersten Kustos an der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste ernannt und 1835 wurde per Dekret die Ernennung zum „ordentlichen akademischen Rat“ stattgegeben.

Seine intensiven Bemühungen um eine Reorganisation des Akademieunterrichtes führten zu schweren Zerwürfnissen mit dem Professorenkollegium. Waldmüllers Überzeugung, dass der Unterricht nur auf dem Naturstudium basieren kann und jedes Kopieren abzulehnen sei, wiedersprach den Methoden der Akademie. Als Folge dieses Streites musste Waldmüller seine Unterrichtstätigkeit einstellen und wurde strafweise bei halben Gehalt pensioniert.

Das Zerwürfnis mit der Wiener Akademie konnte seinem Erfolg als Künstler nichts anhaben, im Gegenteil, seine Anerkennung im Ausland wuchs. Bei der Weltausstellung in Paris von 1855 konnte er als einziger Österreicher seine ausgestellten Bilder verkaufen, eines sogar an Kaiser Napoleon III. Die Hauptgattungen seines Schaffens sind Porträt-, Genre- und Landschaftsmalerei die sich zeitlich ablösen. Nach dem Erlangen der ersten Virtuosität in der Porträtmalerei begann Waldmüller ab 1822 die Gattungen Genre und Landschaftsmalerei zu erobern.

Der „Blick vom Hallstätter Friedhof gegen Obertraun“ ist mit 1829 datiert und somit eine der ersten überlieferten Landschaften Waldmüllers in Öl. In diesem Jahr war der Künstler zum ersten Mal nachweisbar im Salzkammergut, wohin er zum Malen nach der Natur fast alljährlich bis in die 1840er Jahre zu fahren pflegte.
Über den Friedhof hinweg führt der Blick auf den Hallstätter See, das Hageneck und das Krippensteinmassiv. Im summarisch wiedergegebenen Vordergrund ist links ein Mann im Begriff die Kirche zu betreten, rechts schmückt eine Mutter mit ihrem Kind ein Grab mit Blumen. Im Zentrum des Interesses stehen jedoch die Berge und Bergwälder, sowie die Silhouetten der Felsen, die durch einen weich gezogenen Pinselstrich modelliert werden, der in der Ferne zarte Farbübergänge schafft. Somit ist das Gemälde ein seltenes Beispiel einer frühen Landschaftsdarstellung Waldmüllers, wo noch sein Bestreben fehlt, die Wirklichkeit durch die Darstellung von Details mit oft nur punktartigen Akzenten in aller Deutlichkeit zu erfassen. Obwohl sich der Künstler diesem Stil bald abwenden sollte, lässt auch diese frühe Arbeit die für Waldmüller typischen Eigenarten erkennen. So wurde der zentrale Blickpunkt auf die Lichtverhältnisse gelegt. Waldmüller ist somit in seiner Objektivität dem tatsächlichen Naturerlebnis bereits viel näher als die Landschaften seiner Zeitgenossen. (AS)


Veranstaltungshinweise:

Am 13.05.2014 100. Auktion, Meisterwerke

Maße: 36 x 47 cm

signiert datiert


Schätzpreis: 80.000 - 160.000  EURO

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