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Vorschau Auktion Antike Waffen & Militaria Sep. 2015

Auktion Antike Waffen
10./11. September 2015

Vorbesichtigung 31. Aug. bis 7. Sep. 2015
Mo-Fr: 10.00 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 18.00 Uhr, Sa: 10.00 bis 18.00 Uhr, So: 13.00 bis 18.00 Uhr

Prunk-Radschlosspistole/Puffer, sächsisch, um 1580

Rundlauf (L 39.5 cm), Kal. 15 mm, gestempelt "MH", Kammerbereich oktogonal durch einen geschnürlt geschnittenen Wulst abgesetzt. Aussenliegendes Rad mit durchbrochen gearbeiteter, vergoldeter Abdeckung. Dargestellt sind zwei gegenständige Mascarons, eingebettet in Blattrankenwerk (Blättermasken/Green Men). Eisengarnitur mit schwenkbarem Abzugbügel und Kette als Spannmechanismus für das Rad. Aufwändigste Einlegearbeiten in Form von Voluten, Blattranken und Vögeln. Knaufkugel en suite floral eingelegt, an der Basis ein Porträt Rudolfs II. von Habsburg mit Lorbeerkranz. Ein Beinpanel alt und eine Schraube am Spannkettchen rezent ergänzt. Schaft sig. "LB".

Schätzung: 147‘000/160‘000 bzw. EUR 141‘350/153‘850

Gutachten:
Die Waffe wurde am 02.12.2002 von dem vereidigten Sachverständigen W. Mewes begutachtet. Die Machart des Schaftes deutet dem Gutachten zufolge auf Vergleichsstücke in der Wallace Collection, im Victoria & Albert Museum, beide London, sowie eines im Historischen Museum Bern hin, die der Werkstatt von Klaus Hirt in Wasungen, Thüringen, zugeschrieben werden können.

Provenienz:
Französische Privatsammlung. - Auktion Artcurial, Paris, 05.11.2008, Nr. 119. - Galerie Fischer Auktion 31.08. 1933, Nr. 1108, Taf. 46, dort beschr. als "Radschlossfaustrohr"..."mit geschnittenem ...Männerporträt".

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Schaller, deutsch, um 1480, Nürnberg

Einteilig geschlagene Helmglocke, kaum korr., breiter Kamm mit randlichen Zierlinien und zwei Blütengravuren. Nackenschirm mit sauber geschlagener Nürnberger Marke. Stirnbereich mit je drei durch Gravurlinien akzentuierten Riefelungen seitlich vom Kamm, die über dem schmalen Sehschlitz zusammenlaufen. Aufschlächtiges Visier mit blütenförmigem Scharnierbereich, -nieten und Druckfedersperre. Rand nach aussen gebörtelt. Umlaufende Futternieten, je zwei blütenverzierte Luft-/Nestellöcher beidseits des Kamms. Ein Blütenaufsatz fehlt. Ränder gebörtelt. Innenseite schön patiniert, mit deutlichen Hammerspuren. Schonend alt gereinigt, nur an den höher liegenden Rändern der Hammerspuren blanke Bereiche. H 21 cm, L 40,5 cm, B 21,7 cm

Schätzung: CHF 50‘000/80‘000 bzw. EUR 48‘100/76‘900

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Prunk-Rundschild/Rotella, italienisch, um 1560/70, Mailand

Eisen versilbert, zweiteilig. Aufwändig und bis ins Detail fein getriebene Darstellungen antiker Helden auf dem flachen Rand und wesentliche Begebnisse aus dem Perseus-Mythos auf dem gewölbten Zentralfeld. Dargestellt ist die Befreiung der Andromeda durch den auf dem geflügelten Pferd Pegasus dahersprengenden Perseus mit dem abgeschlagenen Haupt der Medusa. Zeus/Jupiter ist mit einem Blitz abgebildet. Die ursprünglichen Silbereinlagen und Vergoldungen sind aufgrund rigoroser Reinigungsmassnahmen im Laufe des 19. Jh. nur noch in schwachen Resten zu erkennen. Geschnürlter Rand, Messingnieten teils original, teils ergänzt, zur Befestigung des nicht mehr vorhandenen Innenfutters. D 56 cm, G 3600 g.

Schätzung: CHF 44‘000/60‘000 bzw. EUR 42‘300/57‘700

Provenienz:
Französische Privatsammlung. - Czerny's Auktion, 15.03.2009, verk. für 40.000 Eur.

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Helmkleinod/Zimier, österreichisch, um 1400-1500

Extrem seltener und aufwändig gefertigter, heraldischer Helmschmuck des 14./15. Jh. Scheitelstück mit acht Befestigungslöchern und zwei kunstvoll modellierten, rot-weiss gefassten Adlerschwingen neben einer zentralen, rechteckigen Hülse zur Befestigung eines Federbuschs, Rosshaarschweifs o.ä. Flügelansätze mit je drei grünen sechsstrahligen Sternen. Die Bestandteile sind aus erstklassig verarbeiteter und nach der Formgebung getrockneter Rohhaut zusammengefügt. Darauf folgt ein Überzug mit einem weisslichen Kreidegrund/Gesso, in den Werg (Hanf- oder Leinenfasern) eingemengt ist. Der Erhaltungszustand mit z.T. tieferen Rissen gestattet detaillierte Einblicke in die Herstellungsabläufe des Stücks. G 1400 g.

Schätzung: CHF 16‘000/20‘000 bzw. EUR 15‘400/19250

Provenienz:
Deutsche Privatsammlung. Ursprünglich aus hochadeligem Besitz in Meran, Südtirol. Mündlich überlieferte Bezüge zum "Erzherzoglichen Kunst- und Historien-Cabinet Meran".

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Prunk-Hahnbüchsflinte, deutsch, um 1885, München

Wohl Prunkwaffe eines Adligen oder Industriellen. Rundläufe (L 66,2 cm), Flintenlauf Kal. 16mm, damasziert, Büchsenlauf Kal. 10 mm, gezogen und undamasziert, leichte Korr., Laufschiene damasziert, mit goldtauschierter Sig. "Miller & Val. Greiss München", Mündungsbereich mit floralen Ranken in Gold tauschiert. Geschobenes, gebläutes Visier und blankes Korn. Kammerbereich, Hähne, Abzugbügel und rückliegende Schlossplatten aufwändig mit floralen und jagdlichen Motiven (Wild/Hunde) geschnitten, graviert und vergoldet. Rasthebel für die Kippläufe ebenso wie die Handrast am Abzugbügel aus fein beschnitztem Horn. Unterhalb der Handrast ein aus demselben Stück feinst geschnitzer Hippokamp/Meeresungeheuer. Eiserne Kolbenplatte mit fein geschnittener und gravierter Darstellung der Artemis/Diana mit Jagdhund, Einfassungslinie vergoldet. Aufwändig beschnitzter , dunkel gebeizter Nussbaumschaft mit Darstellungen aus der Hubertus-Legende, säugender Hirschkuh und floralen Ranken. Mit damasziertem Doppelflintenlauf (L 72,2 cm), Kal. 16 mm, Kammerbereich vergoldet, damaszierte Laufschiene en suite signiert. Mit Lederfutteral.

Schätzung: CHF 10‘000/15‘000 bzw. 9‘600/14‘400

Für diese Waffe wurde am 26.11.1993 durch O. Markés ein Gutachten erstellt, das den zeitgenössischen Sammlerwert der Jagdwaffe mit 22.000 bis 28.000 CHF angibt.

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Prunkschwert, norditalienisch, um 1510-20

Kreuzgefäss aus nachgeschnittener und anschliessend vergoldeter Bronze. Auf den von Voluten eingefassten Zentralflächen des Knaufs sind mythologische Begebenheiten dargestellt. Graviertes und vergoldetes Nietknäufchen. Feiner nachbearbeitete Parierstange (L 26,5 cm) mit Voluten- Ranken- und Puttidarstellungen, das "Mitteleisen" jeweils mit einem Gorgonenhaupt über je einer rankenverzierten Zunge, die ursprünglich das Scheidenmundblech überlappten. Achtfach facettierte, durch einen Zierwulst zweigeteilte Hilze aus Silberrahmen und feinst korbartig gestempelten Silberplatten über Holzkern. Hohl geschliffene Gratklinge (L 90 cm) mit abgesetzter, gekehlter Stärke. In den 18,5 cm langen Hohlkehlen zwei gravierte Sinnsprüche, wie sie gelegentlich an den Griffseitenblechen von Cinquedeen vorkommen: "CONCORDIA + RES + PARVAE + CRESCUNT" ("(Auch) Kleine Angelegenheiten wachsen durch Eintracht") / "GLORIA + VIRTUTEM + SEQUIT" ("Ruhm folgt auf Tugend"). Sehr gut erhaltene Klinge mit Fertigungsspuren, seltenem Querschnitt und nur minimal angelaufener Oberfläche. Dass die Klinge aus der Zeit stammt geht auch aus der ehemals stärkeren Korrosion im unmittelbaren Bereich der Spitze hervor, die sich bei stehender oder hängender Aufbewahrung in einer Scheide über einen längere Zeitraum bildet. In diesem Bereich ist auch eine feine Schmiedetextur zu erkennen, die das Material als vorindustriellen Raffinierstahl ausweist.

Schätzung: CHF 10‘000/15‘000 bzw. 9‘600/14‘400

Provenienz:
Deutsche Privatsammlung

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Schwert, mittel-nordeuropäisch, 9./10. Jh.

Gewässerfund. Eisen korr., vorbildlich schonend konserviert. Fünffach gegliederter Höckerknauf mit Knaufbalken, vierkantige längsovale Parierstange (L 11,5 cm). Flache Angel. Breite (B 5,3 cm), zweischneidige und ungekehlte Klinge (79,3 cm) mit gerundetem Ort. Nahe der Mittelachse Schweissmuster beidseitig aus je drei tordierten Stäben (dreibahniger Torsionsdamast). Auf der Stärke der besser erhaltenen Seite (während der Lagerung im Boden nach unten weisend) ist ausserdem ein Muster aus zwei gegenständigen "omegaförmigen" Schleifen eingelegt, wie es als sog. "geometrisches Muster" auch an den sog. Ulfberht-Schwertern und anderen karolingerzeitlichen Schwertern als Eiseneinlage vorkommt. Unmittelbar vor dieser Einlage war die Klinge alt gebrochen und wurde noch während der Gebrauchsphase wieder neu verschweisst und gehärtet. Die Schneiden mit deutlich sichtbarer Längsmaserung wurden im Herstellungsprozess an die gemusterte Klingenmitte angesetzt. Balancepunkt 19 cm vor Ps., G 1098 g.

Schätzung: CHF 9‘500/15‘000 bzw. EUR 9‘150/14‘400

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion Antiker Waffen & Militaria September 2015

Quelle: © Galerie Fischer Auktionen AG - Luzern

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