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Kees van Dongen, Femme nue au lierre, um 1908-1910

Kees van Dongen, Femme nue au lierre, um 1908-1910

Gemälde. 20 Fliesen Majolika in Unterglasurtechnik, roter Scherben. 48,5 x 38,3 cm (Rahmeninnenmaß). Gerahmt. Unten links grün signiert 'van Dongen'. - Eine Fliesenecke oberhalb der Mitte mit einem winzigen Farbausbruch.

Mit einer Expertise von Jacques Chalom des Cordes, Wildenstein Institute, Paris, vom 9. Dezember 2014. Die Arbeit wird in den Catalogue Raisonné der Werke von Kees van Dongen aufgenommen (Nr. 12189, Ref. Nr. 3346).

Provenienz

Privatsammlung Rheinland

Ausstellungen

Möglicherweise Paris 1908 (Bernheim Jeune), Exposition Van Dongen, Nr. 84 ("Femme et branche de lierre") oder Nr. 85 ("La toilette")

Losnummer: 300


Literatur

Vgl. Anita Hopmans, All eyes on Kees van Dongen, Katalogbuch zur Ausst. Rotterdam (Boijmans Van Beuningen), Rotterdam 2010, S. 172 ff.

Kees van Dongen, aus den Niederlanden stammend, läßt sich Ende des 19. Jahrhunderts in Paris nieder. Er zählt zu den Fauves; Matisse, Derain und Vlaminck gehen in seinem Atelier ein und aus, und auch ihm ist ein stark farbiger, primitivistischer Malstil eigen.

1907/1908 stellt van Dongen bei Kahnweiler und Bernheim-Jeune aus, im Zuge dessen sich in der Diskussion mit Harry Graf Kessler die Idee entwickelt, besonders prägnante Bildmotive keramisch umzusetzen. In der Werkstatt von André Metthey entstehen Keramikteller u.a. mit dem Portrait der Sopranistin „Modjesco“ und dem weiblichen Halbakt „L'Idole“. Kessler bestellt allein vermutlich 16 Teller. Insgesamt entstehen etwa um die 40 Keramiken (Hopmans, op. cit., S. 172, S. 176 f., Kat. Nrn. 88, 91). Kahnweiler präsentiert van Dongens Keramikarbeiten 1911 in seiner Galerie. In jenen Jahren, wohl auf Bestreben des Kunsthändlers Vollard, arbeiten auch Matisse, Derain und Vlaminck in Keramik, nicht zuletzt um dieser Technik weitere Reputation zu verschaffen. Dennoch bleiben solche Arbeiten Einzelfälle und sind heute kaum nachzuweisen. Das vorliegende Keramikgemälde „Femme nue au lierre“ ist demzufolge eine Rarität.

Von Interieuraufnahmen aus van Dongens Villa Saïd in Paris ist ein weiteres Keramikbild bekannt, das wie ein Pendant zu unserem anmutet: Beide zeigen, in einer Holzleiste gerahmt, ein umlaufend vereinfachtes Weinlaubdekor, in deren Zentrum eine weibliche Aktfigur vor dunklem Fond steht (s. Vergleichsabbildung). Die Weinlaubranke verweist die unbekleidete, lasziv in ihr lang fließendes Haar greifende Frauengestalt in bukolische Themenzusammenhänge. Henri Matisse schafft im selben Zeitraum für den Folkwang-Gründer Karl Ernst Osthaus ein Keramik-Triptychon für den Wintergarten seines Wohnhauses Hohenhof, in dem das bukolisch-bacchantische Thema mit „Faun entdeckt Nymphe" und „Tanzende Nymphen“ noch expliziter formuliert ist (s. Vergleichsabbildung). Die gegenseitige Einflussnahme von van Dongen und Matisse erscheint unverkennbar. Ebenso wie sich auch Kessler - Auftraggeber der Keramikteller - und Osthaus - Auftraggeber der Keramikbilder - wohl auch über ihren gemeinsamen Architekten Henry van de Velde gut kannten. Sowohl van Dongens wie Matisses Keramikgemälden ist die weinlaubumrankte zentrale weibliche Gestalt eigen und sie versinnbildlicht in tänzerisch-erotischer Pose das für das Werk beider Künstler sprichwörtlich gewordene ‚joie de vivre'.


Veranstaltungshinweise:

Am 27.11.2015 Auktion 1059: Moderne Kunst


Schätzpreis: 90.000 - 110.000  EURO

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