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Renée Sintenis, Steigendes Pony (Pony bäumend; Pony auf der Hinterhand), 1938

Renée Sintenis, Steigendes Pony (Pony bäumend; Pony auf der Hinterhand), 1938

Bronze. Höhe 14,2 cm. Auf quadratischer Bronzeplinthe montiert (ca. 4,4 x 4,2 x 0,5 cm). Auf der Plinthe rechts monogrammiert 'RS'. - An der hinteren Seitenkante der Plinthe mit der eingeschlagenen Ziffer "1" versehen. - Mit dunkelbrauner, stellenweise etwas aufgehellter Patina.

Berger/Ladwig 163; Buhlmann 168 (mit leicht abweichenden Maßen, o. Abb.)

Provenienz

Buchholz-Gallery (Curt Valentin), New York (vor 1944); Samuel Dretzin (1945-1976); Metropolitan Museum of Art, New York 1976 - 2015 (Schenkung Dretzin seit 1976); Privatbesitz

Ausstellungen

Dortmund 1963 (Museum am Ostwall), Tierplastik im 20. Jahrhundert, Kat. Nr. 157; Bremen 1977 (Gerhard-Marcks-Stiftung Bremen), Tiere. Philipp Harth - Gerhard Marcks und die deutsche Tierplastik im 20. Jahrhundert, Kat. Nr. 35; Hannover 2012/2013 (Sprengel Museum), Weiße Federn, schwarzes Fell. Tiere in Darstellungen des 20. Jahrhunderts, Kat. Nr. 184, mit Farbabb. S. 98 ("Pony auf der Hinterhand (Levade)" [vertauschte Abb. mit Kat. Nr. 183 "Hochspringendes Pony" mit Abb. S. 100].

Losnummer: 518


Literatur

Rudolf Hagelstange, Carl Georg Heise, Paul Appel, Renée Sintenis, Berlin 1947, Abb. 116 ("Pony"); Gert von der Osten, Katalog der Bildwerke in der Niedersächsischen Landesgalerie Hannover, München 1957, Nr. 460 mit Abb. S. 289 ("Pony auf der Hinterhand (Levade)"); Harald Seiler, Landesgalerie Hannover. Bildwerke der Gegenwart, Hannover 1967, S. 54 ("Pony auf der Hinterhand (Levade)")

Der vorliegende Guss gehörte als Schenkung von privat zusammen mit anderen Sintenis-Figuren zur Sammlung des Metropolitan Museums, New York. Die eingeschlagene, zolltechnisch bedingte Nummerierung verweist auf den frühen Export in die Vereinigten Staaten. Weitere Exemplare der Plastik befinden sich heute im Sprengel-Museum Hannover und in der Sammlung Knauf, Berlin.

Ein steigendes Pony kennt man von dem bekannten "Jungen Reiter", den Sintenis 1934 modellierte. Das hier angebotene, etwas später entstandene, nun hoch auf der Hinterhand aufgerichtete Bronze-Pferdchen ist vergleichsweise weitaus seltener - das erste Werkverzeichnis enthielt davon nur die Beschreibung ohne eine Abbildung. Sintenis schuf zusätzlich 1940 eine 113 cm hohe grosse Fassung; von dieser befindet sich ein frühes, vor 1945 erworbenes Exemplar in der Mannheimer Kunsthalle, aber auch Köln besitzt eine Bronze des "Großen Steigenden Ponys" (vgl. Berger/Ladwig 172 bzw. Buhlmann 171).

Bemerkenswert ist nicht nur die besondere Grazilität der kleinen Figur, sondern vor allem die lebendige Darstellung der ausgreifenden Bewegung, die sich dem Betrachter über die differenzierte Oberflächenmodellierung und den offenen Umriß mitteilt. Der leicht schräg geneigte Kopf mit der geschüttelten Mähne und der buschige Schweif sind treffend dargestellt, sie geben dieser Gestaltung aus der Reifezeit der Künstlerin bei aller bewegten Form eine vollendete Balance.

"Renée Sintenis suchte nicht nach Motiven, um zu experimentieren und zu neuen formalen Lösungen zu gelangen, sondern rückte das Motiv des Tieres ins Zentrum ihres Schaffens, auch vor allem in einer Zeit, in der sie nicht den Blick nach außen wagte und nur wenige kurze Reisen unternehmen konnte: 'Eines nur habe ich, und zwar Tieren gegenüber, sehr früh gewußt: Jedes Tier soll man zu der ihm eigenen Schönheit entwickeln, dann gibt man ihm die Erfüllung seines Daseins, das Glück seines Lebens, die Beseligung, die im Leben selber ruht und die wir verlernt oder vergessen haben zu erfühlen.' Das Festhalten dieses sicherlich unpolitischen Werkes am Sujet Tier steht sowohl für ein Festhalten am positiven Sein als auch für einen isolierten Weg in Zeiten des Krieges und des Terrors und nicht zuletzt für ein zeitlebens bleibendes Interesse an Form und Bewegung des Tiers. Es ist in erster Linie eine Form des künstlerischen Überlebens." (Isabelle Schwarz, Ausst. Kat. Weiße Federn, schwarzes Fell, Sprengel Museum Hannover 2013, S. 97).


Veranstaltungshinweise:

Am 27.11.2015 Auktion 1059: Moderne Kunst


Schätzpreis: 12.000 - 15.000  EURO

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