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Fernand Léger, Composition mécanique, 1923

Fernand Léger, Composition mécanique, 1923

Graphitzeichnung auf Papier. 36,9 x 27,2 cm. Unten rechts monogrammiert und datiert 'F. L 23'. - Schwach gebräunt, im ehemaligen Passepartout-Ausschnitt etwas stärker mit Lichtrand. Teilweise leicht stockfleckig.

Mit einer Foto-Expertise von Irus Hansma, Paris, vom 30. September 2015; das Werk wird in das in Vorbereitung befindliche "Répertoire des oeuvres sur papier de Fernand Léger" von Irus Hansma aufgenommen (Archiv Nr. 111/09/2015).

Losnummer: 325


Provenienz

Privatbesitz USA; Handel New York (2009, Stiftung aus Privatbesitz zu wohltätigem Zweck); seitdem in Privatbesitz USA

Zeit seines Lebens hegte Fernand Léger ein positives Verhältnis zum Modernismus des Maschinenzeitalters. Daran konnte auch seine Teilnahme am I. Weltkrieg nichts ändern - ganz im Gegenteil: „Von der 75-er-Kanone habe ich für meine bildnerische Entwicklung mehr gelernt als von allen Museen der Welt.“ (zit. aus: Galerie Beyeler (Hg.), Fernand Léger, Basel 1964, o. S.) Ausgehend von einer ganz eigenen Interpretation des Kubismus, setzt bei Léger ab 1917 eine bis ca. 1923 dauernde Werkphase ein, in der er vorwiegend der Maschinenwelt entlehnte Elemente zu geometrisch-abstrakten Kompositionen zusammenfügt. Diese Schaffenszeit Légers wird gemeinhin als „Mechanische Periode“ bezeichnet.

In der vorliegenden „Composition mécanique“ verbindet Léger gleichsam collage-artig eine statische, aus horizontalen und vertikalen Linien und Gittern bestehende Grundstruktur mit dynamischen Kreis-, Halbkreis- und Scheibenelementen. Diese werden durch einen dominierenden, leicht aus der Mittelachse gekippten und abgewinkelten Balken miteinander verklammert. Hier und da durchbrechen angedeutete Volumina und Perspektivwechsel spielerisch die Strenge der flächigen Komposition. Légers Werke in dieser Periode erschöpfen sich nicht in einer bloßen Maschinenästhetik, sein erklärtes Ziel ist ein anderes: „Viele Menschen wären für das absichtslos Schöne (als optischen Tatbestand) empfänglich, wenn der vorgefasste Begriff des Kunstwerks sie nicht blindmachen würde. […] Das Schöne ist überall: in der Aufreihung Ihrer Pfannen, auf der weissen Mauer Ihrer Küche, und eher hier vielleicht als in Ihrem Louis XV-Salon oder in den offiziellen Museen. Ich werde also jetzt von einer neuen architektonischen Gattung sprechen: von der Architektur der Maschine. […] Soviel lässt sich sagen: eine Maschine oder ein industrielles Produkt kann schön sein, wenn die Verhältnisse der Binnenkonstruktion solcher Körper ein Gleichgewicht erzielen, das im Rang demjenigen früherer Architekturstile entspricht.“ (zit. aus: Galerie Beyeler (Hg.), Fernand Léger 1881-1955, Basel 1969, S. 37)

Fernand Légers Arbeitsweise war stets gekennzeichnet durch ein bedächtiges, dem spontanen Gestus genau entgegengesetzten Vorgehen. Nichts dem Zufall überlassend, bereitete er seine Gemälde akribisch durch eine Vielzahl von Zeichnungen und Gouachen vor (Ausst. Kat .Galerie Beyeler, op. cit., Basel 1969, S. 58). So kann unsere Zeichnung als unmittelbare Vorlage für das 1924 entstandene Gemälde „Élément mécanique“ angesehen werden, heute im Musée National d'Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris (s. Vergleichsabb.).


Veranstaltungshinweise:

Am 03.06.2016 Auktion 1070: Moderne Kunst


Schätzpreis: 120.000 - 150.000  EURO

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