Die Kunst, online zu lesen.

Home



Mario Mauroner Contemporary Art - Spinnnassmachine

Mario Mauroner Contemporary Art - Spinnnassmachine

Lionel Favre Poiesis

vom 11.12.2016 bis 07.01.2017

Mario Mauroner Contemporary Art Salzburg-Vienna

Weihburggasse 26

AT-1010 Wien

Telefon: +43 (0)1 904 200 4

Telefax: +43 (0)

E-Mail: office@galerie-mam.com

URL: www.galerie-mam.com

Lionel FAVRE „Poiesis“

Der altgriechische Begriff „Poiesis“, von ποιέω “machen”, bezeichnet seit Aristoteles`”Poetik” das menschliche, zweckgebundene Handeln. Damit ist jene zielgerichtete Handlung gemeint, durch die unsere Welt unmittelbar verändert wird. Etwas Neues, bis dato Ungesehenes, wird geschaffen und zieht als neue Realität in unsere Gegenwart ein. In der Philosophie bildet die Poiesis einen Kontrast gegenüber dem praktischen und dem theoretischen Handeln. Dieses „poietische Handeln“ dient auch als eine Metapher für jene Arbeitsschritte, die in ihrer Summe all das herstellen, was wir mit Kunst oder Kultur überschreiben.

Bereits in der Antike wurde die Kunst als der unmittelbare Weg dafür erkannt, dass Sterbliche, die Unsterblichkeit erleben können. So schildert Platon in seinem „Symposion“ durch Diotima den menschlichen Versuch, mittels der Dichtung unsterblichen Ruhm zu erlangen. Dabei ordnet sich die Vergänglichkeit der Poesie unter. Oder: nur das Wort macht uns unsterblich. Für Platons Diotima lag in der „Mousika“ der Schlüssel für die Erfahrung des Universums. Strukturiert in drei Phasen steht am Beginn der „Eros“, das Einlassen, gefolgt von der „Mimesis“, der Geste, und schließlich, wenn die Tänzer aus sich heraus Neues schaffen, die „Poiesis“.

Das Gegenteil der Poiesis sind jene technischen Pläne, die den Ausgangspunkt der Arbeit von Lionel FAVRE (*1980) darstellen. Sie sind wissenschaftlich, logisch. Die Pläne sind alt und vergilbt, sind Zeugen einer vergangenen Zeit, tragen Spuren, sind vernarbt, und wurden oft erst kurz vor ihrer Entsorgung gerettet. Größtenteils handelt es sich dabei um gewöhnliche Dokumente, um Gebrauchsgegenstände, und doch sind sie Zeugen einer großen Epoche von meisterlicher Handarbeit. Heute sind ihre Linien vergilbt, flüchtig und am Entschwinden.

Die technischen Zeichner hatten ihre Werkzeuge – Zirkel, Lineal und Zeichenbesen – der Künstler hat nur seine Fantasie. Und so steht am Beginn der Arbeit an den Plänen für Lionel Favre der Versuch es mit der Komplexität der Zeichnungen aufzunehmen. Beherrscht von ihrer Struktur, wird die Fantasie des Künstlers herausgefordert. Der Plan definiert die architektonische Form, die freie Handzeichnung erschafft das Organische. Dabei ist jeder Plan autonom und erfordert ganz eigene Lösungen. So wie die vorliegenden Pläne Teil einer bereits vergangenen, oder unserer tatsächlichen Welt sind, wird in Favres Zeichnungen ein Mikrokosmos zum Makrokosmos.

Lionel Favre selbst beschreibt sein künstlerisches Schaffen folgendermaßen: „Und dann kommt plötzlich der Augenblick der Poiesis: der Ingenieur wird zum Künstler – der Künstler zum Ingenieur, eine Symbiose von Wissenschaft und Kunst, die beides überholt erscheinen lässt.
Die Poiesis der Pläne.“

Weitere Informationen: www.http://galerie-mam.com/index/index.php?id=8

Weitere Infos:

Eröffnung 10. Dezember 2016 von 11 bis 16 Uhr
MARIO MAURONER CONTEMPORARY ART SALZBURG
AUSTRIA – 5020 Salzburg, Residenzplatz 1


Quelle:

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an




Bilder zur Veranstaltung:

Spinnnassmachine

Spinnnassmachine




Galerie Academia Salzburg - Galerie Academia Salzburg - Profil
English Site Mario Mauroner Contemporary Art - Salzburg/Vienna

News

English Site News

Termine

English Site Termine

Kunstwerke

English Site Kunstwerke

Künstler

English Site Künstler







Copyright © '99-'2022
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum



Zum Seitenanfang Galerien

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce