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Lovis Corimth, Küste bei Nienhagen, 1917

Lovis Corimth, Küste bei Nienhagen, 1917

Öl auf Leinwand.

Unten links in rot signiert und datiert: Lovis Corinth / 1917, sowie unten rechts etwas unleserlich in schwarz signiert und datiert: Lovis Corinth / 1917.

75 x 100 cm.

Losnummer: 3219


Provenienz:
- Dr. E. Goeritz, London.
- Sotheby's New York, 13. Februar 1985, Los 275 (mit Abb.).
- Privatbesitz München.
- Privatbesitz Schweiz.

Ausstellungen:
- München 1926, Glaspalast.
- Berlin 1926, Nationalgalerie, Nr. 287 ("Küste bei Doberan").
- Kunsthaus Basel 1936, Nr. 43.
- London 1938, Modern German Art, New Burlington Gallery, London (verso mit Etikett).
- Düsseldorf 1955, Galerie Grosshennig (verso mit Etikett).
- Hannover 1958, Kunstverein Hannover, Nr. 67 (mit Abb.).
- Wolfsburg 1958, Gedächtnis-Ausstellung, 4. Mai - 15. Juni (verso mit Etikett).

Literatur:
- Berend-Corinth, Charlotte: Die Gemälde von Lovis Corinth. Werkkatalog, München 1958, Nr. 711, S. 145 (mit Abb. S. 679).
- Donath, Jahrbuch für Kunstsammler, 1925, Bd.4-5.
- G. v. d. Osten, 1959, S. 125.
- Der Kunstwanderer, 1927, Jg. 9, H1-2.

Lovis Corinth schreibt sich 1884 an der Académie Julian in Paris ein, wo er vor allem die Technik der perfekten Zeichnung und der Komposition erlernt. Zu betonen ist, dass während seines Paris Aufenthaltes nicht wie bei vielen anderen Künstlern der französische Impressionismus Corinths Weg beeinflusst. Vielmehr ist es Gustave Courbets Realismus, zusammen mit der Übernahme der Alla-Prima Technik und der Malerei Wilhelm Trübners die treibende Kraft, die Corinth zur Freilicht- und Landschaftsmalerei inspiriert. Anders als bei den französischen Impressionisten sind die Pinselstriche bei den deutschen Zeitgenossen keine kurzen Striche und Farbtupfer, sondern vielmehr arbeitet Corinth mit langen, breiten und kraftvollen Pinselstrichen, die an die Form des dargestellten gebunden bleiben. Im Gegensatz zu Frankreich findet sich in Deutschland bei keinem Impressionisten eine wirkliche Auflösung der Form. Bis 1912 malt Corinth nur selten Landschaften, nähert sich aber mehr und mehr dieser Bildgattung an. „Die Landschaft als solche – ohne Figuren – ist am meisten Empfindungsmalerei und kommt der Musik am nächsten. Alles webt in Tönen, und jeder Stimmungswechsel verändert auch das Aussehen des Motivausschnitts. (Corinth 1908, S. 26)

Die Sommermonate 1917 verbringt die Familie Corinth zum zweiten Mal in dem kleinen, damals noch jungen Ostseebad Nienhagen. Sie wohnen dort in einer Pension namens „Villa Erika“, zusammen mit 25 anderen Gästen. Bekannt ist der Urlaubsort für seine schönen Strände und für den Wald, der Jahrhundert alte Bäume beherbergt. Corinth gelingt es dort, fern vom Alltagsstress zu entspannen. Das vorliegende Werk ist ein Ergebnis dieser Sommerferien. Herauszuheben ist vor allem die Perspektive, die Corinth zeit seines Schaffens und vorwiegend später in seinen Walchenseelandschaften als Mittel dient, seine Werke zu inszenieren. Mit seinen gesamten Malutensilien bepackt, klettert Corinth mehrmals mühsam auf einen erhöhten Turm, um die Sicht über den Strand und die Ferne festhalten zu können. Der Künstler scheint von dem grossen Kieferngewächs umgeben zu sein, welches den Hauptteil und Vordergrund des Bildes einnimmt. Hinter dem Grün sind die Strandpromenade, der Schiffssteg, das Meer und noch ein kleines Stück Horizont erkennbar. Durch den mehr und mehr flüchtigeren Strich, der sich mit zunehmender Erfahrung Corinths steigert, erhöht der Künstler die Intensität des Ausdrucks. Das unruhige Meer mit den aufschäumenden weissen Wellen und den fast groben Strichen des Baumes, bei denen der Betrachter jeden Windstoss förmlich spüren kann, erzeugen eine stürmische und für Corinth typische Stimmung. „Landschaft bei Nienhagen“ greift das beliebteste Landschaftsthema Corinths auf, den erhöhten Blick über eine Seelandschaft. Das Gemälde entsteht etwa ein Jahr bevor Corinth das erste seiner Walchenseebilder malt. Die Komposition, die blau-grüne Farbpalette sowie auch der immer expressionistischer werdende Strich erinnern bereits stark an die Landschaften am Walchensee und lassen es deshalb zu, unser Gemälde als eine Art Vorläufer für die später folgenden Walchenseelandschaften zu bezeichnen.


Veranstaltungshinweise:

Am 27.06.2017 Auktion A181: Design, Schweizer Kunst, Klassische Moderne, PostWar & Contemporary, Grafik, Fotografie, Schmuck & Uhren


Schätzpreis: 150.000 - 360.000  SFR

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