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Nachbericht zur Herbstauktion 2017

Genreszene mit glücklicher Familie

Nahezu 4.100 Lose kamen zur 3-tägigen Herbstauktion (26. – 28. Oktober 2017) im Rudolstädter Kunst-Auktionshaus WENDL unter den Hammer. Bereits am zweiten Abend, als die Kategorie Möbel zum Aufruf kam, waren alle Plätze im Saal besetzt und einige Mitstreiter erhoben ihre Bietkarten sogar von den angrenzenden Räumen aus – und das trotz der zahlreichen Vorab- und Telefongebote sowie ca. 900 LIVE-Bietern. Es war im Hause Wendl die erfolgreichste Auktion des laufenden Jahres und der Erfolg, so eine Kundin, begründet sich auf ein altbekanntes Rezept: „Die Mischung macht’s“ – im Preis wie auch in der Vielfalt.

Mehrfachen Applaus gab es am letzten Auktionstag, als die Kategorien Porzellan und Gemälde versteigert wurden. Ein sehr fein gemaltes 51 x 66 cm großes Porzellangemälde mit einer Haremsszene des Porzellanmalers Knye (KPM Berlin) stieg in rasanter Schnelle von 3.900 € auf 30.000 €, während später gleich 17 Telefonbieter, zahlreiche Internetbieter und Mitsteigernde aus dem Saal um ein gerade 43 x 55 cm großes, unsigniertes Gemälde mit der Darstellung eines Familienidylls kämpften. Als der Hammer letztendlich bei stolzen 29.000 € für einen Saalbieter fiel (bei einem Startpreis von 240 €), blieben einige Münder offen stehen und alle Anwesenden versuchten, noch einen letzten Blick auf diese äußerst qualitätvoll und detailliert gemalte Genreszene zu werfen.

In den edlen Ausstellungsräumen der „Beletage“ sorgten beispielsweise die kräftigen Farben der Gemälde und Grafik aus der Sparte WENDLmoderne für einen aufregenden Kontrast zu den ebenfalls dort ausgestellten antiken Möbeln und Heiligenfiguren, die im Stil und Alter von Renaissance bis Biedermeier führten. Sowohl während der Vorbesichtigung als auch der Versteigerung erfreuten sich die Stücke großer Beliebtheit. So konnten, unter anderem, eine Farbserigrafie von Julio Le Parc für 1.800 € und die Pop-Art-Serigrafie der spanischen Künstlergruppe Equipo Crónica für 2.200 € versteigert werden. Das Werk „‚Verklärung des Siegers vom 21. August’ - Proletarier aller Länder vereinigt euch“ des verstorbenen Thüringers Alfred Traugott Mörstedt erzielte mit 1.700 € sogar den internationalen Auktionsrekord für eine Collage des Künstlers. Unter den Möbeln fanden eine Design-Kommode des Jugendstilkünstlers Richard Riemerschmid für 1.100 € und ein klassizistischer, bemalter Aufsatzschrank des Leipziger Hoftischlers Friedrich Gottlob Hoffmann für 8.500€ schnell neue Besitzer.

Ebenso bemerkenswerte Ergebnisse erzielten die auf 900 € limitierten 10 Empireteller mit schwarzlotgemalten Ägypten-Ansichten des französischen Porzellanmalers Pierre-Louis Dagoty, deren Käufer sich bei einem Gebot von 8.000 € gegen andere Mitbieter durchsetzen konnte, ein ungemarkter Knabe mit Harnisch, der ursprünglich unlimitiert war und Gebote bis 1.100 € bekam oder eine Meissner Tasse aus der Böttgerzeit mit Chinoiseriemalerei, die mit 900 € aufgerufen und schließlich für 2.400 € veräußert wurde. Begehrt waren auch eine Pastetenform als Henne der Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur und ein russischer Revolutionsteller „Der Rote Reiter“, die für 1.600 € und 1.000 € das Auktionshaus verließen.
Unter den Gemälden beeindruckten unter anderem Anton Faistauers Frauenbildnis, welches von 1.500 auf 14.000 € hochgehandelt wurde, ein auf Holz gefertigtes Ölgemälde mit der Darstellung der Stigmatisierung des Heiligen Franziskus, das von 150 auf 11.000 € kletterte und Sebastian Lucius’ junger charismatischer Fischerbursche (390€ Limit), bei dem der Hammer bei 7.000 € fiel.

Glückliche Gesichter gab es gewiss auch bei den neuen Besitzern des seltenen Schokoladenautomaten „Kobold Schokolade Altona“, der für 1.600 € zugeschlagen wurde, der Art-Déco-Schatulle mit Bernstein und Silberblech, die für 1.800 € ein Bieter aus Russland erweben konnte, eines Postkartenalbums mit 700 Karten, das sagenhafte 2.800 € erreichte, der französischen Bébé-Puppe, die für 700 € ein neues Heim fand und des Amithayus auf einem Thron, einer vergoldeten Bronze, die für 1.700 € nach Polen verkauft werden konnte.

„Kunstkauf als Erlebniskauf“ – das Motto des Auktionshauses war durchaus zutreffend. Mit dem vollständigen Einstieg von Tochter Julia Marie Wendl ins Familienunternehmen, die das Team auch seit einigen Auktionen als Juniorauktionatorin unterstützt, versteigerte das Mutter-Tochter Gespann bis zu 13 Stunden am Tag im raschen Wechsel.
Während derzeit noch der Nachverkauf mit einigen interessanten Objekten läuft, werden die ersten Stücke für die Frühjahrsauktion 2018 schon eingeliefert, so zum Beispiel eine bedeutende Porträtbüste Johann Wolfgang von Goethes, die 1808 nach Abnahme einer Lebendmaske vom Sächsisch-Weimarischen Hofbildhauer Carl Gottlieb Weisser gefertigt wurde. Neueren Forschungen zufolge gilt diese Büste als einzig authentische Darstellung von Goethes Kopf, die später Vorlage für alle weiteren Abbildungen werden sollte.

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Quelle: © Kunst-Auktionshaus Wendl

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