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Preußen-Auktion

Königliche Prunkschale, Berlin, KPM, 1832-37

Nach zehn sehr erfolgreichen Berlin-Auktionen hat Lempertz seine traditionelle Frühjahrsauktion in Preußen-Auktion umgetauft. Am 21. April werden bei der die Saison eröffnenden Preußen-Auktion in Berlin rund 320 Positionen Porzellan, Silber, Eisenguss und Malerei aufgerufen.

Auch in diesem Jahr wird eine beachtliche Auswahl an eindrucksvollen Porzellanen der Königlichen Porzellan Manufaktur (KPM) angeboten, die das hohe künstlerische und technische Niveau der KPM zu Beginn des 19. Jahrhunderts veranschaulichen. Das am höchsten bewertete Porzellanobjekt der Auktion ist mit 60.000 – 80.000 Euro eine „KPM Kratervase mit Panorama Unter den Linden“ aus dem Jahre 1830. Die knapp 50 cm hohe, vergoldete Vase wird von einem breiten, sehr fein gemalten umlaufenden Panorama der Berliner Prachtstraße des Manufaktur-Malers Eduard Wilhelm Forst geziert. Ein weiterer Höhepunkt ist eine „Königliche Prunkschale der KPM“ datiert auf 1832 – 1837. Die 38,5 cm hohe Tazza hat einen Durchmesser von knapp 60 cm und ist außergewöhnlich fein bemalt mit radial angeordneten stilisierten Nelken und Lilien, umgeben von einem Kranz aus realistischen und exotischen Früchten (Schätzpreis: 30.000 – 40.000 Euro). Bei einer auf 30.000 – 40.000 Euro geschätzten „KPM Adlerhenkel-Vase mit Ansichten von Berlin und Potsdam“ (1825 – 1832) ist aufgrund zwei weiterer gleichdekorierter Adlerhenkel-Vasen, die im Conto-Buch der Manufaktur als königliche Geschenke vermerkt sind, davon auszugehen, dass es sich um ein diplomatisches oder Freundschaftsgeschenk von Friedrich Wilhelm III. handelt.

Die äußerst hochwertige Silber-Offerte wird von einem Leuchterpaar aus dem Tafelservice Friedrichs des Großen angeführt. Die zwei Silberleuchter mit achteckigem Fuß aus dem Jahre 1746 – 1747 sind knapp 15 cm hoch und gehören zum "Neuen Silbernen Service", das Friedrich II. nach Beendigung des Zweiten Schlesischen Krieges bei Lieberkühn in Auftrag gab. Das Service, das später noch zahlreiche Ergänzungen erfuhr, umfasste ursprünglich 50 bis 60 Gedecke, wobei jedem Platz an der Tafel einer der kleinen, einflammigen Leuchter zugeordnet war (Schätzpreis: 40.000 – 60.000 Euro). Vom selben Meister stammt eine Deckelterrine für den 2. Earl of Warrington, geschätzt auf 5.000 – 6.000 Euro. Der Earl of Warrington begann nach seiner Vermählung mit der Tochter eines reichen Londoner Kaufmanns im Jahre 1702 mit dem Aufbau einer Silbersammlung, die zu einer der umfangreichsten und qualitätvollsten englischen Sammlungen des 18. Jahrhunderts heranwachsen sollte.

Bei den Gemälden ist ein Bildnis König Friedrich II. von Preußen des französischen Malers Charles-Amédée-Philippe van Loo aus dem Jahre 1766 hervorzuheben. Friedrich der Große ließ sich nur ungern portraitieren, doch van Loo, der 1748 an den Berliner Hof berufen wurde und sich mit Unterbrechungen fast zwanzig Jahre dort aufhielt, ist es gelungen, ein Abbild des Königs anzufertigen, das seine Akzeptanz erlangen konnte. Theodor Fontane erwähnte genau dieses Portrait in seinen 1862 veröffentlichten „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ (Schätzpreis: 80.000 – 100.000). Bemerkenswert sind auch drei größere Arbeiten von Heinrich Zille, die durch ihre qualitative Ausführung und Größe überzeugen. Der 1858 geborene Zille bevorzugte Themen aus dem Berliner Volksleben und war Protegé und enger Freund von Max Liebermann.

Auch in diesem Jahr umfasst die Offerte zwei Privatsammlungen: Rund 85 kleinere Positionen der Kölner Professorin Dr. Gisela Zick kommen zum Aufruf, darunter eine Vielzahl klassizistischer Teller aus königlichen Servicen, vornehmlich Friedrich II. und Prinz Heinrich. Aus der Familiensammlung Giese werden 37 Objekte versteigert, hauptsächlich Vasen und Figuren im Jungendstil.

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 1105: Preußen

Quelle: © Kunsthaus Lempertz

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