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Fernand Khnopff, Bildnis der Madame Jules Ricard, geborene Augustine Bulteau, um 1893

Fernand Khnopff, Bildnis der Madame Jules Ricard, geborene Augustine Bulteau, um 1893


Bildnis der Madame Jules Ricard, geborene Augustine Bulteau.
Schwarze Kreide auf chamoisfarbenem Velin. 40,5 x 32,5 cm. Unten links signiert "Fernand / Khnopff". Um 1893.

Losnummer: 6724


Fernand Khnopff feierte mit seinen Bildern in der Ausstellung des Salon de la Rose + Croix in Paris, die 1892 zum ersten Mal stattfand, großen Erfolg. Im Anschluss erhielt er den Auftrag für zwei bedeutende Porträts, der Madame Ricard ("Mme Ricard femme de l'Homme de Lettres bien connu") und der Comtesse de Greffuhle - so berichtet es die belgische Zeitschrift La Fédération Artistique vom 19. Juni desselben Jahres. Erst durch den Hinweis in diesem Artikel gelang es der Forschung, die selbstwußte junge Frau auf unserer Zeichnung als Madame Ricard, geborene Augustine Bulteau (1860-1922) zu bestimmen. Bereits in jungen Jahren, während ihrer Ehe mit Antoine Henri Jules, trifft Augustine eine Vielzahl bedeutender Künstler und Literaten, zu nennen sind unter anderem Jacques-Émile Blanche, Édouard Manet und Henri de Toulouse-Lautrec. Inspiriert von ihrem künstlerischen Umfeld beginnt sie selbst zu malen, zu fotografieren und vor allem zu schreiben. Im Laufe ihres Lebens wird sie mehr als zehn Sittenromane verfassen und unter verschiedenen Pseudonymen, wie etwa Jacques Vontade oder Foemina, schreibt sie für den Figaro und den Gaulois. Nach der Trennung von ihrem Mann im Jahr 1896, frei und finanziell unabhängig, kauft sie zusammen mit der Comtesse Isabelle Gontran de la Baume-Pluvinel den direkt am Canale Grande gelegenen Palazzo Dario in Venedig. Zeitgleich eröffnet sie in Paris ihren salon littéraire auf der Avenue Wagram n°149. Beide Standorte avancieren zum Anlaufpunkt für Schriftsteller, Maler, Politiker, Mediziner, Journalisten und Reisende. Neben diesen Begegnungen unterhält sie Zeit ihres Lebens eine immense Anzahl an Korrespondenzen. Angefangen im Jahr 1880 bis zu ihrem Tod 1922 verfasst Augustine an die zehn Briefe pro Tag. Einige ihrer bekannteren Briefpartner waren Daniel Berthelot, Henri Brémond, Edmond Rostand, Jean-Louis Vaudoyer, Henri Gnose und Henry Régnier - Letzterer schreibt über Augustine, sie gleiche „à ces fortes baraques robustes qui remonntent le Grand Canal chargés de beaus fruits“ (die Schriftwechsel befinden sich in der Bibliothèque Nationale de France in Paris). Khnopff, der gerne mit Fotografien als Vorlage arbeitete, zeigt hier Augustines starken Charakter, ihren Mut als Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert eigene Wege zu gehen: Selbstbewusst, dem Betrachter zugewandt und das Buch nur für den kurzen Moment der Aufnahme beiseitegelegt, blickt Augustine voller Zuversicht in ihre Zukunft.

Provenienz: Galerie Nova, Brüssel, Auktion am 10. Juni 1986, Los 410.
Privatsammlung.
Sotheby’s, London, Auktion am 15. Juni 2004 "19th Century European Paintings", Los 211 (mit Abb.).
Privatsammlung.
Galerie De Vuyst, Lokeren, Auktion am 22. Oktober 2011, Los 80 (mit Farbabb.).
Privatsammlung.

Ausstellung: Brüssel, Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique-Musée d'Art Moderne: Fernand Khnopff et ses rapports avec la Secession viennoise. Oktober-Dezember 1987, Kat. Nr. 30 mit Abb. S. 117.
Tokyo, Bunkamura Museum: Rétrospective Fernand Khnopff. Juni - Juli 1990, Kat. Nr. 30 mit Farbabb. S. 121.
Himeji, Musée d’Art Municipal: Rétrospective Fernand Khnopff. Juli-August 1990, Kat. Nr. 30 mit Farbabb. S. 121
Nagoya, City Art Museum: Rétrospective Fernand Khnopff. August-September 1990, Kat. Nr. 30 mit Farbabb. S. 121.
Salzburg, Rupertinum - Museum für Moderne Kunst: Eros und Tod. Der belgische Symbolismus. Juli-Oktober 1999, Kat. Nr. 71 mit Farbabb.

Literatur: Robert L. Delevoy, Catherine de Croes und Gisèle Ollinger-Zinque: Fernand Khnopff. Catalogue de l’œuvre. Brüssel 1987 (zweite überarbeitete Auflage), S. 439-440 mit Abb.
Gisèle Ollinger-Zinque: Portrait de Madame X, in: Cat. de la Rétrospective Fernand Khnopff. Tokyo, Himeji und Nagoya 1990, S. 122 mit Abb.
Michel Draguet: Khnopff ou l’ambigu poétique. Bruxelles, Crédit Communal, 1995, S. 92 mit Farbabb. auf S. 92, Nr. 99.


Veranstaltungshinweise:

Am 01.06.2018 111. Auktion: Zeichnungen des 16. - 19. Jahrhunderts


Schätzpreis: 20.000,-  EURO

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