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Varlin (Willy Guggenheim), D'après Goya, 1970–1973

Varlin (Willy Guggenheim), D'après Goya, 1970–1973

Öl und Kohle auf ungrundierter Jute.

250 x 172 cm.

Provenienz:
Privatbesitz, Mailand.

Ausstellung:
Brescia 1994, Varlin nelle raccolte italiane, Palazzo Martinengo, 21.4.–22.5.1994.

Literatur:
- Maurizio Ceccetti: "Il Novecento di Varlin", in: Ausst.-Kat., Varlin nelle raccolte italiane, Palazzo Martinengo, 21.4.–22.5.1994, Brescia 1994, S. 26–27, mit Farbabb., S. 83.
- Paola Tedeschi-Pellanda und Patrizia Guggenheim: Varlin. Werkverzeichnis der Bilder, Zürich und Frankfurt 2000, Bd. 1, S. 71 mit Abb. und Bd. 2, S. 287, Kat.-Nr. 1240 (mit Abb.).

Losnummer: 3064


Die Auseinandersetzung mit den inneren Zuständen des menschlichen Seins, den Abgründen und Ängsten der Menschen, kennzeichnet die Werke und Porträts des Schweizer Malers Varlin aber auch des grossen spanischen Malers Francisco de Goya.

Das hier angebotene Gemälde "D’après Goya" entstand in enger Anlehnung an Goyas grossformatiges Gemälde "Pilgerfahrt nach San Isidro" (1820–1823, Museo del Prado). Varlin wählte dieses Motiv für eine persönliche Interpretation, die jedoch den Ursprung des Bildes deutlich erkennbar lässt. „[Er] fühlte sich auf geheimnisvolle Weise als Zeitgenosse des Spaniers […] und erkennt in gewisser Weise die Gespenster Goyas wieder." (Tedeschi-Pellanda und Guggenheim 2000, Bd. 1, S. 70).

Varlin begann das Bild nach der Anfertigung zweier Vorstudien des singenden Gitarrenspielers (beide 1970, vgl. Tedeschi-Pellanda und Guggenheim 2000, Nr. 1238/1239, S. 287) in den Jahren seines definitiven Abschieds aus Zürich und verfertigte es schliesslich um 1973 in seinem Atelier in Bondo.

Die in düsteren Farben gemalten Figuren, die das Gemälde fast vollständig ausfüllen, werden von Varlin aus der finsteren Umgebung des Pilgerzuges freigelegt. Der Maler konzentriert sich weniger auf die ungeheuerlichen Erscheinungen der "Schwarzen Malerei" Goyas, sondern "wendet sich den verzweifelten, dem Wahn verfallenen, in physischer und psychischer Zerrüttung sich befindenden Menschen zu." (Tedeschi-Pellanda und Guggenheim 2000, Bd. 1, S. 71). Dabei verzichtet er auf landschaftliche Darstellungen im Hintergrund und richtet alle Aufmerksamkeit auf die Personen, die sich teilweise in einer Art transzendentem Zustand zu befinden scheinen.

Die zu einem Gesang oder vielmehr einem Schrei geöffneten Münder wirken erschreckend und nicht zurechnungsfähig, sind aber auch von einer geistigen Hingabe geprägt, in deren Tradition sich der Maler sieht und die von Velàzquez und Géricault über Liebermann und Slevogt bis hin zu den tonlosen Schreien bei Munch führt. Sie alle eint die Vorstellung, dem absurden Drama des Daseins einen Ausdruck zu verleihen und das Innerste des Menschen zu enthüllen.

"Jeder romantischen Idealisierung abhold, leistet er zu dieser Sicht einen unnachahmlichen Beitrag, weil es ihm von Anfang an auf grossartige Weise gelingt, die Wirklichkeit zu durchdringen und im Innersten das geheime Drama des Menschseins zu enthüllen, das aus dem Wissen um das Unendliche auch in den einfachsten Gegenständen des täglichen Lebens erwächst." (Tedeschi-Pellanda und Guggenheim 2000, Bd. 1, S. 72).


Veranstaltungshinweise:

Am 29.06.2018 Auktion A185: Schweizer Kunst


Schätzpreis: 70.000 - 90.000  SFR

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