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Herbstauktionen 2018

Edvard Munch. Mädchen am Fenster. 1894. Kaltnadelradierung.

Auktion 150:
Aus einer Privatsammlung werden am 21. September in einer Abendauktion 88 Meisterwerke der Druckgraphik aus fünf Jahrhunderten angeboten.

1470 und 1972 … etwa 500 Jahre liegen zwischen einem kolorierten anonymen Schrotschnitt, der die Beweinung unter dem Kreuz darstellt, und Konrad Klaphecks Radierung ¸Die Selbstsichere', die in drei verschiedenen Druckzuständen einen Wasserhahn zeigt. Sie bilden den Rahmen einer Sammlung, die feinste und erlesenste Höhepunkte der europäischen Druckgraphik enthält.
Über einen Zeitraum von etwa 25 Jahren (1970 bis 1995) wurden von unserem Sammlerpaar kontinuierlich und beharrlich mit Kennerschaft und Feingefühl aus allen Epochen exemplarisch die größten Raritäten der Graphik zusammengetragen.
Besonderes Augenmerk wurde hierbei auf Druckqualität und Seltenheit gelegt. So lassen sich in der Sammlung zahlreiche frühe Probedrucke finden, vielfach mit Unikatcharakter - einige davon mit namentlicher Nennung in den Werkverzeichnissen - und hervorragender Provenienz.

Ein hervorragender Abdruck von Martin Schongauers Kupferstich ‚Die Dornenkrönung‘ (um 1480) ist das früheste namhafte Werk dieser Sammlung (Taxe 15.000 €).
Rembrandts schönes Brustbild seiner Mutter von 1628 zählt zu seinen frühesten und eindrucksvollsten Arbeiten (Taxe 8000 €), während das spätere Bildnis des Ephraim Bonus (Bueno), 1647, seine reife Meisterschaft präsentiert. Dessen prachtvoller Abdruck, einer der wenigen erhaltenen Frühdrucke, besitzt noch den völlig unbeschnittenen Unterrand und befand sich früher unter anderem in der Sammlung des Königs Ferdinand von Portugal (Taxe 60.000 €).
Der Frühdruck von Jacob Ruisdaels Radierung „Die drei Eichen“, die zu seinen prachtvollsten Arbeiten gehört, ist ein Rarissimum, von dem insgesamt nur fünf Exemplare bekannt sind, darunter das hier angebotene aus der Collection des Duke of Portland.
Nur fünf Abzüge der Aquatinta- und Kaltnadelradierung ‚Les deux danseuses‘ von Edgar Degas (um 1875) führt Delteil in seinem Verzeichnis auf. Die feinkörnige Aquatintatechnik lässt nur wenige Abzüge zu, die alle den Charakter von Monotypien aufweisen. Das angebotene Exemplar aus den Sammlungen Lerolle und David-Weill ist mit 25.000 € geschätzt.
Höhepunkt jeder Auktion sind graphische Arbeiten von Edvard Munch. Um 1894 entstand seine Kaltnadelradierung ‚Mädchen am Fenster‘. Das von Munch signierte und bezeichnete Exemplar „2 Tryck“ ist das einzig bekannte Exemplar und vermutlich ein Unikat. Das Blatt kommt jetzt bei Venator & Hanstein mit einem Schätzpreis von 45.000 € zum Ausruf.
Von Käthe Kollwitz kann unter anderem eine mehrfarbige Lithographie aus dem Jahr 1903 ‚Brustbild einer Arbeiterfrau mit blauem Tuch‘ angeboten werden. Das auf festem Japan gedruckte Exemplar des ersten oder zweiten Druckzustandes ist in dieser Form nur in wenigen Exemplaren überliefert (Taxe 30.000 €).
Ein Unikat stellt Lyonel Feiningers um 1910/11 entstandene Radierung „The workmen“ dar. Im Werkverzeichnis von Prasse ist nur der vorliegende Probedruck, einst im Solomon R. Guggenheim Museum New York befindlich, verzeichnet (Taxe 25.000 €).
Eine der bedeutenden lithographischen Arbeiten aus Max Beckmanns Frühzeit ist seine Darstellung aus dem Hamburger Rotlichtviertel „Ulrikusstraße in Hamburg“ aus dem Jahr 1912. Das mit 50.000 € geschätzte Blatt liegt hier im ersten von zwei Probedruckzuständen vor, von dem nur ein weiteres Exemplar bekannt ist.
Weitere Meisterwerke der Sammlung stammen z.B. von Albrecht Dürer, Lucas van Leyden, Canaletto, Francisco de Goya, Adolph von Menzel, James Abbott McNeill Whistler, Ernst Ludwig Kirchner oder Karl Schmidt-Rottluff.

Auktion 151:
Einen Höhepunkt der Auktion 'Bücher · Graphik · Autographen' am 21. September bildet das umfangreichste und bedeutendste Fischbuch aus alter Zeit: In den Jahren 1785 bis 1797 erschien in Berlin die zwölfteilige ‚Ichthyologie‘ von M. E. Bloch. Diese allgemeine Naturgeschichte der Fische besticht durch die detailgenaue Illustrierung in 432 kolorierten Kupferstichen. Das jetzt angebotene breitrandige Exemplar, in sechs rote Maroquinbände im Folioformat gebunden, stammt aus einer kleinen Sammlung von Fischbüchern die aus Privatbesitz eingeliefert wurden (Taxe € 60.000).

Weitere kostbare Seltenheiten der naturwissenschaftlichen Buchillustration sind drei Bänden aus der Großfolio-Ausgabe von Buffons ‚Histoire naturelle des oiseaux‘ (1771-1778) aus prominentem Vorbesitz (€ 10.000). Speziell die Vogelwelt der Niederlande wird durch die ersten drei Teile der ‚Nederlandsche vogelen‘ von Cornelius Nozeman repräsentiert, hervorragend illustriert von Christian Sepp und Sohn in den Jahren 1770-1797 (€ 20.000).

Wieder ist es gelungen, ein komplettes Exemplar der Kölner Chronik aus dem Jahr 1499 in altem Kolorit für die Auktion zu gewinnen. Die reich illustrierte Inkunabel wird mit einem Schätzpreis von € 15.000 angeboten. Ein anderer, noch weitaus seltenerer Frühdruck ist das von Hermann Bungart gedruckte Missale Coloniense aus dem Jahr 1509 (€ 6000). Die bedeutende Baseler Euklid-Ausgabe von 1537 ist mit € 2200 geschätzt.

Die Schriften zur Geschichte können mit bedeutenden umfangreichen Zeitschriftenreihen aufwarten, wie z.B. Fabers 'Europäische Staatskanzley' mit 117 Bänden aus der alten und neuen Folge (1697-1775) oder Elisius' 'Diarium Europaeum' (17 Bde., 1663-1680). Einen weiteren Schwerpunkt der Abteilung bilden seltene Quellenschriften zur Französischen Revolution.

Unter den Autographen sind einige schöne Musikerbriefe vertreten, z.B. von Honegger, Liszt, Mahler, Mendelssohn Bartholdy, Joh. Strauß (Sohn) oder C. M. v. Weber. Daneben können vier Briefe von Napoléon Bonaparte aus seiner Zeit als Oberbefehlshaber der Italienarmee, als Erster Konsul und als Kaiser angeboten werden (€ 1000 bis 1500).

Die Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts bietet u.a. die seltene erste Ausgabe von Madame de Staëls 'Delphine', Genf 1802 zum Schätzpreis von € 750 oder die erste vollständige Ausgabe von Voltaires 'Henriade', London 1728 (€ 400) sowie Wappeneinbände aus den Bibliotheken de Thou, Marie Antoinette, Paul I. von Russland, Napoleon Bonaparte oder Louis XVIII.

In der Altmeistergraphik sind schöne Holzschnitte von Dürer (€ 1000 bis 2000) und Radierungen von Rembrandt (€ 2100 u. 2500) vertreten. Aus dem 18. oder 19. Jahrhundert stammen zahlreiche Blätter von J. B. Piranesi mit Schätzpreisen zwischen € 400 bis 1200 oder Aquatintaradierungen von Goya. Für die Radierfolge 'Fuga in Egitto' schuf Tiepolo die Begegnung der Heiligen Familie mit einer Schafherde (€ 2700).

Die Dekorative Graphik schließlich kann mit einer größeren Reihe von Künstlerplakaten von französischen Klassikern wie Cheret, Grasset, Toulouse-Lautrec oder von Steinlen aufwarten, es schließen sich schöne Reiseplakate von Schifffahrtslinien meist aus den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts an.

Der Katalog der Auktion 151 am 21. September verzeichnet insgesamt 566 Nummern.

www.venator-hanstein.de/kataloge/aktuelle-kataloge/

Quelle: © Venator & Hanstein

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