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Vorbericht Auktion 268 "Siebenbürgische Kunst" und 269 "Kunst, Antiquitäten & Schmuck"

Planetenkrug, Creussen, dat. 1658

Die traditionelle Weihnachtsauktion am Samstag bietet wieder ein umfangreiches Angebot an Antiquitäten der unterschiedlichsten Sparten: Keramik, Fayencen, Zinn, Kunsthandwerk, religiöse Skulpturen, Gemälde, Porzellan, Silber und eine reiche Offerte an Schmuckstücken.

Dabei stehen dieses Mal herausragende Krüge aus gleich zwei bedeutenden Sammlungen im Rampenlicht. Aus einer österreichischen Sammlung stammt der Planetenkrug aus Creussen, der besonders durch seine lebendige Farbigkeit und goldenen Highlights auffällt. Im Relief dargestellt sind in figürlichen Allegorien die fünf bezeichneten Planeten Saturn, Jupiter, Merkur, Sonne und Venus dargestellte sowie darüber der Trinkspruch „DRINCK UND IS, GOTT NICHT VERGIS“. Der in der Darstellung auf 1658 datierte Krug ist äußerst attraktiv auf 2.500 bis 3.500 Euro geschätzt und dürfte auf sehr großes Interesse stoßen. Dabei ist ein Ergebnis im fünfstelligen Bereich absolut nicht ausgeschlossen.

Ebenfalls aus dieser Sammlung stammt ein musealer Renaissance-Krug, der ehemals Teil der 2008 versteigerten Sammlung Ludwig war. Dieser farbenfrohe Krug ist mit einer detailreichen Verkündigungsszene in Relieftechnik dekoriert, flankiert von den Figuren Caritas und Fides. Der gut erhaltene Krug wurde in der Nürnberger Werkstatt von Paul Preuning gefertigte und ist auf die Mitte des 16. Jahrhunderts zu datieren. Die Qualität der Ausführung einer bedeutenden Werkstatt, das seltene Motiv sowie die namhafte Provenienz erhärten den musealen Charakter dieses Kruges, welcher sich in dem Katalogpreis von 32.000 bis 36.000 Euro niederschlägt.

Highlight der zweiten Sammlung aus dem Rheinland, deren Schwerpunkt ganz den Westerwälder Steinzeugkrügen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert mit seltenen Motiven gewidmet ist, ist ein Bauerntanzkrug in schlichter Farbigkeit. Das graue, partiell blau bemalte Steinzeug des Kruges zeigt die reliefiert gearbeitete Darstellung von in architektonischen Nischen tanzende Bauernpaaren und Musikanten sowie eine Inschrift mit der Datierung 1596. Die Taxierung für die Auktion liegt auch hier äußerst moderat bei 1.500 bis 2.500 Euro.

Aus dem 17. Jahrhundert stammt ein weiteres, ungewöhnliches und selten in solch einer Ausführung auf dem Markt zu findendes Highlight. Der nicht nur durch seine stolze Größe von 35 cm auffallende Bronzemörser, besticht besonders durch seine ausführliche Inschrift: JOHANN WAGNER UNVERDROSSEN HAT MICH FUR JOHANNES HIRST GEGOSSEN 1658. ALS KONIG LEOPOLTUS WAR GEWEHLT WAR DIE ERSTE ARBEIT AN MIR ANGESTELT 8 IULY. DEM TAG ALS ER WAR GEKRONT WAR DIE ARBEIT AN MIR VOLLENT. Somit lässt sich die Herstellung ganz genau auf die Zeitspanne vom 18. Juli bis 1. August 1658 durch Johann Wagner in Frankfurt festlegen. Noch genauer geht es kaum bei einer über 350 Jahre alten Antiquität, Elche mit 9.000 Euro zum Aufruf kommen wird.

Gleich sechs formgleiche Vermeil-Humpen sind in der Silbersparte hervorzuheben. Die mit getriebenen Rocaillen verzierten Humpen stammen von dem Silbermeister Caspar Xaver Stippeldey (Meister 1765-1808). Mit einer Taxe von 8.000 – 10.000 € sind sie sehr moderat geschätzt. Prunkvoll wirkt ein großer Nürnberger Deckelhumpen vom Silbermeister Hans Frühinsfeld. Der um 1660 gefertigte Humpen ist auf 11.000 bis 13.000 € geschätzt.

Am Nachmittag kommt die mit über 500 Positionen vielschichtige und qualitätsvolle Schmucksparte zum Aufruf. Hier liegt der Fokus auf einer bedeutenden Brosche, deren Besonderheit eine ehemalige Besitzerin ist: die letzte bulgarische Königin Joanna (1907-2000), geborene Prinzessin von Savoyen. Einer Königin würdig ist die Gesamtkonzeption dieser um 1880 bis 1890 gefertigten Brosche, welche sich in mehreren Ebenen zu einer Blüte aufbaut und mit zahlreichen Diamantrosen besetzt ist. Ein funkelndes Einzelstück also, welches nicht nur als Brosche von der Königin getragen wurde, sondern auch als Einsatz an einem Collier oder einer Tiara seine Schönheit entfaltete. Solch eine königliche Provenienz schlägt sich selbstverständlich auch im Schätzpreis von 20.000 bis 30.000 Euro nieder und wird zahlreiche Interessentinnen anlocken.

Von ganz anderer Manier, jedoch in seinem Gebrauchskontext nicht weniger interessant ist eine Hochzeitskette aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie ist ein typisches Belegstück für den bäuerlichen Schmuck aus der Region Schaumburg-Österten. Außergewöhnlich sind dabei die neun, in dieser Größe äußerst selten vorkommenden Bernsteinrondellen, die sicherlich jede Aufmerksamkeit auf die Braut ziehen würden (Taxe: 700 bis 1.000 Euro).

Noch viel weiter in die Vergangenheit zurück geht ein antikes Goldcollier mit gefassten, sogenannten Impaktiten. Dabei handelt es sich um durch einen Meteoriteneinschlag aufgeschmolzenes, lybisches Wüstenglas in zarten grünen, blauen und braunen Farbtönen. Die Gesamtkomposition der Farb- und Formzusammenstellung des Wüstenglases kombiniert mit der goldenen, handgearbeiteten Fassung im römisch-etruskischen Stil macht den ganz besonderen Reiz dieses Schmuckstückes aus. Ein hochwertiges, museales Unikat, welches nicht nur durch seine Ästhetik besticht, sondern darüber hinaus auch bei einem Katalogpreis von 2.000 bis 3.000 Euro äußerst attraktiv ist.

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 268 "Siebenbürgische Kunst und Rumänische Moderne"

www.auctions-fischer.de

Quelle: © Auktionshaus Dr. Fischer - Heilbronn

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